The World Parrot Trust
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Schmuggler fangen Nigerias bedrohte Graupapageien bis zum Rand der Ausrottung
Earth Times News Service von Abiodun Raufu

Lagos, Nigeria. Bis vor kurzem ist der illegale Export des grauen Vogels während Jahren weitgehend unbemerkt vor sich gegangen, als die Leute vom Dorf Ikodi Alarm schlugen aufgrund der rapiden Rate, mit der Graupapageien aus Nigeria geschmuggelt wurden. Jeder Papagei lässt sich für mindestens $500.- am internationalen Heimtiermarkt verkaufen und landet meistens in Europa, besonders in Schottland, welches als die Hauptbasis für den internationalen Markt für afrikanische Graupapageien gilt.

Kongo Graupapagei - Psittacus erithacus
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Papagei Psittacus erithacus wird hauptsächlich in den Sümpfen und Mangroven-Wäldern westafrikanischer Länder wie Nigeria, Elfenbeinküste, Guinea, Sierra Leona, Ghana und Liberia vorgefunden. Im Dorf Ikodi, lokal als Papageien-Paradies bekannt, an der südöstlichen Küste des Landes, können die grauen Vögel mit dem roten Schwanz am Ufer des Orashi Flusses angetroffen werden.

Die genaue Anzahl der dortigen Papageien ist unbekannt. Aber die Anzahl von Papageien, die auf den dicht beieinander stehenden hohen Palmen des Waldes der Gemeinde leben, wird gegen mehrere Tausend geschätzt. Die hohen Palmen schützen die Vögel vor Raubtieren, während die Anhäufung der Bäume ihnen eine Art Sinn für Gemeinschaft gibt.

Nachdem es den Wilderern nicht gelungen war die Leute von Ikodi zum Vogelfang für sie anzustiften, gingen sie in die Nachbardörfer und engagierten junge Männer um in den Gemeindewald der Ikodi einzufallen und die Papageien zu fangen. Die Fallensteller bekommen N 1’000 (ca. US $10.-) bezahlt für jeden Papagei. Das Ergebnis waren gewalttätige Zusammenstöße zwischen den Fallenstellern und den Ikodi-Dorfbewohnern.

Ein solcher Zusammenstoß endete kürzlich mit dem Tod von zwei jugendlichen Ikodi. Bemühungen der Ikodi Gerechtigkeit zu erlangen blieben bis erfolglos, da die lokalen Behörden unwillig waren sich zu involvieren. Meine dringende Bitte ist, dass die Regierung zu unserer Hilfe kommen soll, sagt Häuptling Wilberforce Aleme, das bedrängte Oberhaupt des Dorfes Ikodi.

Inzwischen geht die Wilderei der Papageien unvermindert weiter, da die Wilddiebe die grosse Nachfrage nach den Vögeln zu befriedigen versuchen. Der Graupapagei wird als Heimtier hochgeschätzt wegen seiner Schönheit und Intelligenz, die sich in seiner ungewöhnlichen Fähigkeit widerspiegelt Menschen nachzumachen.

Mike Pugh von der in London stationierten WSPA (Welt Gesellschaft für den Tierschutz), der auf der Spur von Wildtierschmugglern gewesen ist, sagt, dass skrupellose lokale Beamte von den Schmugglern bestochen werden die nötigen Ausfuhrpapiere bereitzustellen. Pugh sagt auch, dass er herausgefunden hat, dass es der internationale Flughafen Aminu Kano in der nördlich gelegenen Stadt Kano ist, über den die meisten Wildtiere aus Nigeria exportiert werden. Auf dem Flughafen sah ich einen Mann, der eine Kiste trug, die Air den Export von Fünf Schimpansen, einen Gorilla und in einem separaten Abteil 250 Graupapageien präpariert war, sagt Pugh. Der Gewinn der Wilddiebe ist jedoch ein Verlust für Ikodi, da die Aktivitäten der Wilddiebe die lokale Wirtschaft der Gemeinde bedrohen, die auf der Erhaltung der Papageien basiert.

Obwohl die Dorfbewohner hauptsächlich Bauern und Fischer sind, verkaufen sie auch Papageienfedern, die bei der Mauser ausfallen, um ihr Einkommen aufzubessern. Jede Feder wird für umgerechnet ca.15 cents an Mittelsleute verkauft, die in das Dorf kommen um die Federn engros zu kaufen, um sie an Leute für Dekorationszwecke weiterzuverkaufen und als wesentliche Zutat für die Zubereitung lokaler Medikamente gegen eine Anzahl von Krankheiten. Die leichte Beschaffbarkeit der Papageienfedern hat die Armut in Ikodi reduziert, und niemand muss hungern, wenn es für das tägliche Brot nicht mehr braucht als zum Gemeindewald zu gehen und Federn aufzulesen.

Den ortsansässigen Leuten ist es aufgrund uralter Gebräuche verboten die Vögel zu töten oder die Bäume zu fällen, auf denen sie leben. Das Abbrennen von Buschland nahe dem Habitat der Papageien ist ebenfalls verboten. Die Dorfbewohner schützen die Vögel auch wegen des touristischen Potentials. Wir wollen, dass diese Übereinkunft zu einer Touristenattraktion in Verbindung mit der Gemeinde gemacht wird, sagt Häuptling Aleme. Wenn wir eine Strasse, Wasser und Licht haben, können jene, die diese Vögel sehen wollen, einfach ein und aus gehen und sie sehen.

Nigeria hat ein 14 Jahre altes Gesetz, welches das illegale Fangen und den Handel mit gefährdeten Tierarten verbietet. Aber bis anhin wurde niemand unter dem Gesetz erfolgreich verurteilt, welches ein Urteil von 6 Monaten Gefängnis ohne Option auf Busse vorschreibt, wenn man erwischt wird. ERA rief nach sofortiger Intervention der Regierun und forderte kürzlich den Einsatz von Waldwachen in dem Aufenthaltsort der Papageien, Verfolgung der Wilderer, die für den kürzlichen Tod der Jugendlichen von Ikodi verantwortlich sind, und die Durchsetzung des Gesetzes über gefährdetes Wildleben.

Außerdem appelliert ERA nach internationalem Druck auf die nigerianische Regierung um Schritte zu unternehmen ihren Verpflichtungen als Unterzeichnerin der CITES nachzukommen.

Kongo Graupapagei - Psittacus erithacus

Bearbeitet von:
© Stefan Seifert für die Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk - 01 / 2000

Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
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Quellennachweis:
  • Mitteilung des World Parrot Trust


© Text: WPT // © Bild Eva Huebner