Der Mönchssittich
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Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Myiopsitta monachus (Boddaert, 1883)

: Mönchssittich
: Monk Parakeet / Quaker Parakeet

Systematik
  • Genus: Myiopsitta Bonaparte, 1854
  • Art: Myiopsitta monachus
  • Unterarten:
  • Myiopsitta monachus monachus
  • Myiopsitta monachus calita
  • Myiopsitta monachus cotorra
  • Myiopsitta monachus luchsi

Steckbrief:

Gefiederfärbung: Männchen und Weibchen gleich
Länge: ca. 27 - 31 cm
Freilandpopulation (Status): stabil
CITES: Anhang II
EU- Artenschutzverordnung (EG 338/97): Anhang B

Gefangenschaftspopulation: häufig
Haltung: Volieren mit Windschutz und Nistgelegenheit / (Freiflug)
Gelege: 5-6 Eier
Brutdauer: 22 - 23 Tage
Flügge werden: nach dem 42. bis 45. Tag
Erreichen der Selbstständigkeit: ca. 2 bis 3 Wochen nach dem Ausfliegen

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Verbreitung

  • In den Ursprungsländern: Je nach Unterart in weiten Teilen Argentiniens [M.m. calita ~ endemisch], Paraguays und Uruguays, Brasiliens. M.m. luchsi endemisch in Bolivien
  • weltweit durch den Menschen: Besonders in Nordamerika aber auch Mallorca, Puerto Rico, Deutschland und England
  • Beschreibung

    Männchen und Weibchen: Farbe: grün, bläulich graue Stirn, weisslichgraue Maske und Hals, hellgrau gesäumte braungraues Brustgefieder, olivgelber Oberbauch zum Unterbauch, Schenkel und Oberschwanzdecken gelbliches grün. Blaue und schwarze Handschwingen, hellgraue und blassbläuliche Unterflügel. Schwanzfedern oben blau und grün, Unterseite hellgrün hellblau gesäumt. Schnabel hellbräunlich. Iris dunkelbraun. Grauer unbefiederter Augenring. Graue Füsse.

    Jungvögel: Stirn und Maske mit einem Hauch von Grün

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    Habitat

    Ernährung, Brut, Lebensweise

    Besonderes

    Eine wirkliche Besonderheit in der Welt der Papageien findet man nur bei den Mönchssittichen. Sie bewohnen nicht wie viele ihrer Artgenossen Baumhöhlen oder Felsspalten; sie bauen Nester aus Zweigen! Die Grösse der Nester variiert dabei gewaltig. Es gibt sowohl kleine Einzelnester als auch riesige Kolonienester, die ein Gewicht von bis zu zweihundertfünzig (250) Kilogramm haben können. Jedes Paar bewohnt in diesen Kolonienestern eine eigene Nistkammer. Vor dieser Nistkammer liegt die sogenannte Vorkammer, so dass auch Einzelnester aus mindestens zwei seperaten Kammern bestehen. Die Abteile der einzelnen Sittichpaare sind innerhalb des Gebildes nicht miteinander verbunden. Die Nester befinden sich in hohen Bäumen; oftmals auch in Palmen. Das Nistmaterial besteht vorzugsweise aus dornigen Zweigen, welche einen natürlichen Schutz vor Eindringlingen bieten. Die "Wartungsarbeiten" am Nest erfolgen das ganze Jahr hindurch und sind somit nicht saisonal. Daraus leitet sich auch die Standorttreue der Sittiche ab.

    Hier in Europa wurde des öfteren schon erfolgreich der Versuch unternommen, diese Standorttreue zu nutzen, und die Vögel z.B. in Gärten im Freiflug zu halten. In meiner Stadt hatte ein Halter eine kleine Mönchssittichkolonie sogar auf seinem Dachboden. Er liess die Tiere wie in einem Taubenschlag ein- und ausfliegen. Leider konnte er diese Art der Haltung auf Grund von Beschwerden aus der Nachbarschaft nicht weiter verfolgen, und die Tiere wurden an den münsteraner Zoo abgegeben, wo sie eine zeitlang in einer geschlossenen Voliere lebten.

    Nebenstehendes Bild zeigt ein kleines Kolonienest

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    Autor
    © Stefan Seifert für die Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk 08 / 2000

    Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
    www.papageien.org

    Infos, Anregungen, Kritik
    info@papageien.org

    Quellennachweis:
    • Papageien - Band 3 - Mittel- und Südamerika - von Franz Robiller

    © Bilder Detlev Franz und Kaj Anderson