Der Halsbandsittich - Psittacula krameri (Scopoli)
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Bezeichnungen und Systematik
  • Genus: Psittacula
  • Art: Psittacula krameri
  • Unterarten:
    Psittacula krameri krameri (Scopoli 1769)

  • Afrikanischer Halsbandsittich
    Rose-ringed Parakeet
    Psittacula k. parvirostris (Souancé 1856)
    Abessinischer Halsbandsittich
    Abyssinian Parakeet
    Psittacula k. borealis (Neumann 1915)
    Neumanns Halsbandsittich
    Neumann's Ring-necked Parakeet
    Psittacula k. manillensis (Bechstein 1800)
    Indischer Halsbandsittich
    Indian Ring-necked Parakeet
    Eine komplette Übersicht zum Genus Psittacula finden Sie hier.

Steckbrief zur Nominatform Psittacula krameri krameri:

Gefiederfärbung: Männchen und Weibchen gering unterschiedlich
Länge: ca. 40 cm
Freilandpopulation (Status): häufig bis sehr häufig
CITES: Anhang III
EU- Artenschutzverordnung (EG 338/97): Anhang C

Gefangenschaftspopulation: sehr gross
Haltung: große Flug-Volieren mit Schutzraum und Nistgelegenheit - Haltung im Freiflug möglich - Gruppenhaltung möglich
Gelege: 3-5 Eier
Brutdauer: 23 Tage
Flügge werden: nach dem 49. Tag
Erreichen der Selbstständigkeit: ca. 2 Wochen nach dem Ausfliegen

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Verbreitung
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In Deutschland freilebende Halsbandsittiche
aufgenommen von Detlev Franz

Psittacula k. krameri [1]: West-Afrika in Guinea, Senegal und Süd-Mauretanien bis West-Uganda und Süd-Sudan
Psittacula k. parvirostris : Nordwest Somalia über Nordäthiopien bis zum Sennar-Bezirk, Sudan
Psittacula k. borealis [2]: West-Pakistan, Nord-Indien und Nepal bis Zentral-Birma
Psittacula k. manillensis [3]: Indien südlich des 20. Breitengrades; Sri Lanka und die Insel Rameswaram

Von [1],[2] und [3] gibt es weltweit örtlich vorkommende Populationen, die zumeist auf Tieren gründen, die aus privaten und öffentlichen Haltungen entflogen sind oder freigelassen wurden. Sogar in Deutschland tritt er an einigen Stellen mit grosser Häufigkeit auf. Lesen Sie hierzu bitte den von Detlev Franz verfassten Bericht seiner persönlichen Recherchen zu freilebenden Papageien in Deutschland und Europa.

Beschreibung

Psittacula k. krameri - Männchen:
grün, Hinterkopf leicht bläulich, Unterseite heller, eher gelblich, ebenso Unterflügeldecken. Von der Wachshaut zieht sich ein schmaler schwarzer Streifen bis zum Auge. Unter dem Kinn beginnt ein schwarzes Halsband, das zum Nacken schmaler wird. Es läuft aus in ein rosa Nackenband. Schwanzoberseite grün, mittleres Federpaar leicht blau, Schwanzspitzen gelb. Oberschnabel rot, zur Spitze schwärzlich, Unterschnabel schwarz mit dunkelroter Basis. Iris blasgelb. Füße grünlichgrau.

Psittacula k. krameri - Weibchen:
schwarzer Strich zum Auge und Halsband fehlen, Nackenband ist nicht rosa sondern grün,

Psittacula k. krameri - Jungvögel:
Kopf Hals und Nacken grün, Iris grauweiß


Psittacula k. parvirostris:
Gesicht blasser hellgrün. Brust und Bauch mit leicht grauweiss, Schnabel kleiner, überwiegend roter Unterschnabel

Psittacula k. borealis:
Kopfseitenund Ohrdecken mit leicht bläulich , Unterseite gräulichgrün, Schnabel komplett korallenrot, Unterschnabel schwarz gefleckt. Grösser als die Nominatfrom mit einem mächtigerem Schnabel.

Psittacula k. manillensis:
Größer als die Nominatform, dunkler, häüfig bläulicher Nacken, Männchen haben dunkleres rosafarbenes Nackenband, Schnabel grösser, Unterschnabel schwarz

Habitat

Der Halsbandsittich ist bei der Wahl seines Lebensraumes sehr unspezialisiert. Er lebt und nistet in offenen Gebieten mit Baumbeständen, in Savannen, Trocken- und offenen Sekundärwäldern. Ebenso ist er in Städten, Parks und Gärten zu finden. Neben seinen natürlichen Nahrungsquellen wie Samen, Früchten, Beeren, Blüten und Nektar ernährt er sich auch von den Pflanzen und Früchten und dem Abfall der menschlichen Gesellschaft. Als Ernteräuber richtet er mitunter grossen Schaden an.

Geschichte

Der Psittacula krameri trägt auch den Namen "Kleiner Alexandersittich". Hiermit kann man ihn, wie es Hans Strunden in seinem Buch "Alexandersittiche" bereits erwähnte, als einen Vertreter der klassischen Papageien bezeichnen.

Die Alexandersittiche wurden nach Alexander dem Grossen benannt. Bei der Rückkehr von den asiatischen Feldzügen brachten seine Gefolgschaften die ersten Alexandersittiche nach Europa. Historisch betrachtet waren dies die ersten importierten Papageien.

Sowohl in ihren Heimatländern als auch in Europa wurde ihnen und sicherlich vor allem ihrer Sprechbegabung grosses Interesse entgegengebracht. Die Menschen hielten sie zur Unterhaltung, sie malten Alexandersittiche verehrten sie, sprachen sie heilig und sagten ihnen magische Kräfte nach.

Sie waren die Papageien im klassichen Sinne. Mit ihnen wurde die Grundlage zur Papageienhaltung gelegt, die bis heute nichts ihrer ursprünglichen Faszination für uns Menschen verloren hat.


Alexandersittich, Originalscan aus:
Conrad Gesner (Zürich):"Geschichte der Tiere, Drittes Buch, Über die Vögel"
Zürich: Froschover 1554(Calvörsche Bibliothek Clausthal [H 1:2]).
Die Einleitung lautet ungefähr:" Der Psitacus ist ein Vogel, der mit menschlicher Stimme redet. Er kommt aus Indien und wird Sitacus genannt, grün am ganzen Körper, sagt Plinius."

Autor
© [Text] Stefan Seifert für die
© [Bilder] Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk 04/2000

Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
www.papageien.org

Infos, Anregungen, Kritik
info@papageien.org

Quellennachweis:
  • Papageien - Band 2 - von Franz Robiller
  • Papageien - Zeitschrift - Arndt-Verlag

© Bilder APN und Detlev Franz