| Grundwissen: Füße und Beine | ||||||||
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| Hornbildungen |
| Hornschuppen Die Haut der Vögel ist im Vergleich zu Säugetieren viel dünner ausgebildet. Die nackten Partien des Vogelkörpers also auch Lauf und Fuß sind meist mit Hornschuppen bedeckt, die aus stark verhornter Epidermis gebildet werden. Zwischen den Schuppen liegen weniger stark verhornte Epidermisfalten, welche die Beweglichkeit garantieren. Die Anordnung der Laufschuppen ist konstant und kann u.U. auch taxonomisch von Bedeutung sein. (Auch Federn sind hochabgeleitete Schuppen.) Krallen Eine weitere Hornbildung ist der Zehennagel.Zehennägel können bei unterschiedlichen Vogelgruppen für verschiedene Aufgaben umgestaltet worden sein, sie können z.B. als kammartige Putzkralle, flache Schaber zum Kratzen, zum festhalten an Ästen, zum töten und Festhalten von Beute, abgeplattet zum schwimmen oder verlängert wie bei einigen Lärchen und Piepern gestaltet sein. |
| Kälteanpassung |
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| Spezialanpassung des Papageienfußes |
Die Sonderkonstruktion der Papageienfüße mit zwei nach hinten und zwei nach vorne gestellten Zehen ist bei Vögeln mehrfach unabhängig voneinander entstanden. Die Vögel der Familie Trogonidae besitzen einen heterodaktylen Fuß, bei dem die Zehen I und II nach hinten weisen. Bei Papageien, Kuckucken und Spechten zeigen dagegen die Zehen I und IV nach hinten. Auch diese zygodaktyl genannte Fußform hat sich bei den genannten Vogelgruppen unabhängig von einander entwickelt. Bei Spechten ist der Fuß für das Klettern an senkrechten Baumstämmen angepasst. Feduccia geht davon aus, das sich dieser spezielle Kletterfuß aus einem zygodaktylen Sitzfuß mit Beugemechanismus entwickelt hat. Entsprechend wäre auch der Papageienfuß von einem für Baumvögel typischen Sitzfuß abzuleiten. Schaut man beim Menschen die Drehbewegung des Fußes (oder analog auch der Hand) an, so entsteht diese überwiegend nicht durch ein Drehgelenk im Fußgelenk sondern durch Verdrehung der beiden Knochen des Unterschenkels. (Hält man bei sich selbst z.B. die beiden Unterarmknochen über dem Handgelenk fest, so ist es kaum möglich die Hand zu drehen.) Der Tarsometatasus ist aber nur ein Knochen, ein Verdrehen mithin unmöglich. Trotzdem scheint der Laufknochen sowohl gegen den Unterschenkel als auch gegen die Zehen rotierbar zu sein. Die Spezialanpassung der Papageien ist eine Anpassung an Klettern und Festhalten von Nahrung. Der Fuß dient sowohl als Kletterfuß als auch als Greifhand. Hier ist seine Verwendungsfähigkeit allerdings begrenzt. Eine gesteuerte Rotation (Spreizen) der Zehen ist nicht möglich, ebenfalls fehlt die Möglichkeit die gegenüberliegenden Zehen wie eine feinfühlige Hand mit ihrer durch die Nägel als Pinzette funktionierende Kombination aus Daumen und einem der andern Finger zu nutzen. Halten von Nahrung ist möglich, die Manipulation der Nahrung nicht. Wenn wir Menschen z.B. eine Banane öffnen, so benötigen wir eine Hand zum Festhalten und eine weitere zum Aufbrechen. Spätestens in diesem Moment fiele ein Papagei vom Ast, da er den zweiten Fuß zum Festhalten benötigt. Papageien nehmen in solchen Fällen den besonders beweglichen Schnabel und die Zunge zur Hilfe, wodurch sie in der Lage sind sowohl feine Manipulationen vorzunehmen als auch kraftvoll zuzubeißen. Beim Klettern kann der Schnabel als dritter Fuß eingesetzt werden. Die Proportionen des Laufknochens verrät einiges über die Verwendung des Papageienbeins. Er ist im Vergleich zu Ober- und Unterschenkel der Papageien, aber auch Laufknochen anderer Vogelgruppen ausgesprochnen kurz: schnelles Rennen (Stichwort elastische Elemente) ist mit solch einem Knochen nicht möglich. Trotzdem können mit einem zygodaktylen Fuß, der allerdings anders als bei Papageien gestaltet und proportioniert ist, erstaunliche Geschwindigkeiten erreicht werden, wie der Rennkuckuck (Roadrunner) zeigt. Der Bau des Papageienfußes mit zwei nach hinten gewendeten Zehen lässt sich besonders am unteren Ende des Laufknochens nachweisen, da die Zehenstellung sich auch an den Gelenken wiederfindet (das ist für die Interpretation von Fossilien von zentraler Bedeutung: ein einziger Laufknochen kann schon die Existenz von Papageien verraten). Zieht man die mangelnde Kälteanpassung in Betracht, so ist allein aus dem Fuß heraus die natürliche Verbreitung der Papageienvögel auf der Welt erstaunlich gut "erklärt". Anmerkung Literatur und Quellen Alle Abbildungen wurden stark nachbearbeitet (eingefärbt, beschnitten, kombiniert usw.). Sie wurden an Abbildungen folgender Werke angeleht: Abb.1 Hartwig (1907), Abb. 5 Nickel et.al., Abb. 6 Bezzel/Prinzinger, Abb. 7 Bezzel/Prinzinger. |
© Foto, Text und HTML Detlev Franz | ![]() |