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Ganz erstaunlich ist, dass im Buch 5 Miniaturen Papageienvögel zeigen. Ein Halsbandsittich und gleich 4 Kakadus werden nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als Illustrationen im engen Sinne verwendet, sie erläutern im Text gemachte Aussagen. Alle Abbildungen sind in der Einführung zu finden, und stehen im Zusammenhang einer vergleichenden Biologie der Vögel:
Die Federhaube des Kakadus wird mit den Federhauben von Haubenlerche und Wiedehopf verglichen (fol. 18 v), bei der Vorstellung der unterschiedlichen Schnabelformen und der damit zusammenhängenden unterschiedlichen Nahrungsgewohnheiten, wird der Kakadu als Körnerfresser dargestellt (fol. 20r und fol. 20v) und beim Vergleich von Fußformen findet sich die Zeichnung eines Spechtes neben dem Bild eines Kakadus (fol. 26 v).

Zwei der vier Kakaduabbildungen, rechtes Bild mit Zeichnung eines Spechtes
Sehen wir uns die Vögel genauer an: bei allen Miniaturen sitzt der Kakadu auf dem
Boden und blickt nach links, er besitzt ein weißes, in Teilen gelbliches Gefieder.
Dargestellt ist offensichtlich immer der gleiche Vogel bzw. Vögel der gleichen Art.
Als Vorlage für die Abbildung kommen nur Arten/Unterarten aus der Gattung Cacatua in Frage,
die eine gelbe Haube besitzen:

Halsbandsittich.
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Die Abbildung des Halsbandsittichs dient einem anderen Zweck. Bei der Darstellung des Gesangs unterschiedlicher Vögel, kommt der Autor zu einer Gruppierung der Vögel nach der Beweglichkeit und Größe der Zunge. Fleischige Zungen wie sie der Sittich[1], Rabe oder Elster besitzen, seien für die Sprachimitation der Vögel verantwortlich (fol. 29v [2]).
Man beachte den fehlenden Halsring! Praktisch alle mittelalterlichen Abbildungen von Halsbandsittichen stellen die mit einem Halsring gekennzeichneten Männchen dar.
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Doch wie kam Friedrich II an die Papageien, deren Verbreitungsgebiet er niemals betreten hat?
An seinem Hof gab es umfangreiche Tierhaltungen. Diese Vögel waren Bewohner der Menangerien,
die er in Italien (in Lucera und Foggia) anlegen ließ. Um 1240 erhielt er von einem befreundeten
Sultan einen lebenden weißen Kakadu, der vermutlich aus dem Malaiischen Archipel stammte (Strunden S.20). Auch der Halsbandsittich dürfte über arabische Zwischenhändler aus Indien zu ihm gelangt sein. Für den Seeweg zu den asiatischen Herkunftsländern besaßen Araber noch bis in die Zeit von Kolumbus ein Handelsmonopol. Aus Arabien gelangten auch wichtige wissenschaftliche Schriften nach Europa. So übersetzte Friedrichs II Hofastrologe, Michael Scutus (+ um 1235) in Palermo die zoologischen Schriften von Aristoteles aus dem Arabischen zurück in das Lateinische
(eine Übersetzung aus der griechischen Orginalsprache des Werkes ließ noch lange auf sich warten -
die erste gedruckte Übersetzung durch Theodorus Gaza erschien 1476 in Venedig).
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