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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.3 (Juli 2003)
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Säugetiere

Hier fehlt noch ein allgemeiner Text zu Säugetieren.

Hörnchen

Hier fehlt noch ein allgemeiner Text zu Hörnchen.   Grauhörnchen (London)
Grauhörnchen in einem Londoner Halsbandsittichbrutrevier

Eichhörnchen

Die häufigsten im Park vorkommenden kletternden und nestplündernden Nagetiere sind Eichhörnchen. Eichhörnchen erbeuten gerne Eier und Jungvögel (vgl. Steinbach S. 70), besonders von Singvögeln und werden deshalb von vielen Vögeln verhaßt. Solches Verhassen durch Papageien kann im Park öfter beobachtet werden auch außerhalb der Brutzeit.

Am 21.2.1997 versuchte ein Eichhörnchen an einem Baum hinaufzuklettern, in welchem gerade ein Pärchen Halsbandsittiche in und an der Bruthöhle beschäftigt war. Das Eichhörnchen wurde von beiden Partnern durch Luftangriffe vertrieben. Auch ein Rückzug auf einen Nachbarbaum wurde nicht geduldet, die Vögel setzten nach. Die Aktion dauerte nur 2-3 Minuten. Halsbandsittiche waren auch bei anderen Beobachtungen Eichhörnchen überlegen (Ernst, Zingel 1990, Struwe&Struwe 1998). Trotz dieser Vertreibungsaktionen kommen Eichhörnchen in größerer Zahl im Park vor. Am 13.12.1998 konnte ich mindestens 5 Eichhörnchen beobachteten, die zum Teil balzten.

Halsbandsittche verscheuchen Eichhörnchen auch in Gruppen. Am 24.10.98. konnte ich im Zeitraum von 90-120 Minuten drei z.T. 20 minütige Vertreibungsversuche beobachten, die immer nach dem selben Schema abliefen.

Wenn ein Eichhörnchen von Halsbandsittichen (weitere im Park vorkommende Papageienarten haben sich nicht beteiligt), welche auf dem selben Baum sitzen, entdeckt wurde, begannen diese lautstark zu "schimpfen", was entfernt an das Schimpfen von Wellensittichen erinnert. Daraufhin flogen aus umliegenden Bäumen (ca. 20-50 m) weitere Halsbandsittiche (mindestens 15, eher 20 Tiere beiderlei Geschlechts) herbei und begannen ebenfalls zu schimpfen. Es folgten Scheinangriffe aus der Luft auf das Eichhörnchen, z. T. durch mehrere Tiere gleichzeitig.

Die Scheinangriffe blieben unblutig und die Tiere berührten einander nicht, begleitet wurden die Manöver von permanentem laustarkem Schimpfen. Das Eichhörnchen reagierte mit Fluchtbewegungen, seltener mit Fauchen. In einem Fall flüchtete es - an einem Stamm nach unten kletternd - in eine ca. 5 m über dem Boden gelegene Spechthöhle. Die Halsbandsittiche versammelten sich ca. 1-4 m entfernt auf nahegelegenen Ästen um den Höhleneingang. Immer wieder starteten einzelne Tiere und standen flügelschlagend und schreiend entweder direkt vor der Höhle in der Luft oder klammerten sich in einem Sicherheitsabstand von 15 cm neben dem Höhleneingang an der Baumrinde fest. Das Eichhörnchen wurde so mehrfach gezwungen seinen Kopf vom Höhleneingang zurückzuziehen und konnte die Höhle eine ganze Zeit lang nicht verlassen.

Nachdem die Angriffe abgeflaut waren, konnte das Eichhörnchen entkommen. Einige Halsbandsittiche setzten noch einmal nach, ehe das Eichhörnchen ganz in Ruhe gelassen wurde. Es wechselte auf der "Flucht" mehrfach den Baum, bis es wieder auf schimpfende Halsbandsittiche stieß.

  Eichhörnchen schaut aus der Spechthöhle
24.10.1998:
Eichhörnchen schaut aus der Spechthöhle

24.10.1998: Sieben "Eichhornjäger"
24.10.1998: Sieben "Eichhornjäger"

Ich kann mir kaum vorstellen, daß Eichhörnchen tatsächlich in der Lage sind in eine Bruthöhle einzudringen und dort Eier und Nestlinge zu erbeuten. Sie müßten dabei schließlich durch den leicht zu verteidigenden Höhleneingang eindringen oder einen seltenen Augenblick abpassen, in dem beide Elterntiere die Bruthöhle unbewacht lassen. Und selbst dann gäbe es aufmerksame Nachbarn, die Eichhörnchen sicher vertreiben würden.

Fledermäuse

Hier fehlt noch Text zu Fledermäusen.

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