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Papageien vor der Haustür
Halsbandsittiche in Wiesbaden

Fassung 5.2 (Juli 2002)
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Brut und Jungenaufzucht

Es erfolgt kein Eintrag von Nistmaterial in die Bruthöhlen. Allenfalls wird aus etwas Mulm eine Mulde geformt. Am Ende der Brutzeit kann es dazu kommen, daß die Bruthöhle von den Alttieren mit dem Schnabel etwas erweitert wird, um den erhöhten Platzbedarf etwas auszugleichen. Die Brut dauert 28 Tage. Der Legeabstand zwischen den meist vier Eiern beträgt zwei Tage, ab dem zweiten oder dritten Ei wird gebrütet. Während das Männchen das Weibchen und später auch die Jungen mit Nahrung versorgt, brütet ausschließlich das Weibchen. Die Jungen werden 10 Tage vom Weibchen gehudert. Danach werden sie von beiden Alttieren mit vorgewürgter Nahrung gefüttert. In der 7. bis 8. Woche erscheinen die Jungen am Höhleneingang und verlassen die Bruthöhle wenig später. Die Alttiere füttern noch weitere 3-4 Wochen (Harrisson S. 198-199). Ende Mai Anfang Juni ist der Zeitpunkt des Ausfliegens gekommen. Die Jungvögel werden dann noch 10 bis 14 Tage von den Alttieren gefüttert.

Ernst gibt für Köln die Länge der Brutzeiten mit 19-30 Tagen an, die Nestlingszeit beträgt zwischen 42 und 68 Tage (Ernst S. 55). Allerdings konnte sie die Brutzeiten nur aufgrund der Beobachtungen außerhalb der Bruthöhle schätzen. Ein interessanter Bericht von David C. McKain über Brut, Schlüpfen und Wachstum in Gefangeschaft mit Angaben der täglichen Gewichtsveränderungen auf Englisch und mit Fotos findet sich im WWW unter A Novice's Bird Breeding Journal . Jungvögel werden etwa 160 g schwer, nach der Entwöhnung sinkt ihr Gewicht auf ca. 130 g. Waagrecht: Tage, senkrecht: Gewicht in Gramm.

Viel kann von Brut und Jungenaufzucht nicht beobachtet werden, da diese praktisch komplett in der Bruthöhle stattfindet. Einzig Ein-und Ausfliegen und Füttern am Eingang der Höhle ist Beobachtungen im Freiland zugänglich.
Rechts: 19.3.1998: Halsbandsittich schaut aus der Bruthöhle

 

Rechts: 24.5.2002: Jungvogel mit noch nicht voll ausgebildetem Schnabel bettelt aus der Bruthöhle nach Futter.

 

Rechts: Zwei Jungvögel in der Bruthöhle am Ende der Brutzeit. Wenn man Glück hat, kann man in einer Fütterungspause die schon fast flüggen Jungvögel am Höhleneingang beobachten.

 Zwei Jungvögel
Rechts: Sehr junger schon selbstständiger Halsbandsittich. Der Unterschnabel besitzt noch nicht die entgültige dunkle Färbung, sondern zeigt noch das bei Nestlingen häufige rot.

 

Kurz nach dem Ausfliegen der Jungtiere können im Park bettelnde Sittiche beobachtet werden, die z.T. direkt in der Nahrungspflanze sitzen, aber sich zunächst weigern selbst zu fressen. Bettelnde Tiere zeigen ein charaktaristisches Kopfnicken und schreien nach ihren Eltern. Diese Vögel werden von ihren Eltern zu Futterstellen geführt, die z.T. in erheblicher Entfernung zu den Brutbäumen liegen.

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