Dezember 1999
Der Hyazinthara

Bezeichnungen:
wissenschaftlich: Anodorhynchus hyacinthinus (Latham 1790)

: Hyazinthara
: Hyazinth Macaw

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Systematik:

  • Genus: Ara
  • Art: Anodorhynchus hyacinthinus
  • Unterarten: Keine
Steckbrief:
  • Gefiederfärbung: Männchen und Weibchen identisch
  • Länge: 100 cm
  • Gewicht: 1400 - 1500 g
  • Freilandpopulation (Status): je nach Gebiet hoch bis selten
  • CITES: Anhang I (seit 1987)
  • Gefangenschaftspopulation: niedrig
  • Haltung: Freivoliere mit Schutzraum (> 10°C)
  • Gelege: max. 3 Eier
  • Brutdauer: 29 Tage
  • Flügge werden: nach 90 - 100 Tagen
  • Erreichen der Selbständigkeit: Vier bis sechs Wochen nach dem Ausfliegen
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Verbreitung

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Brasilien, im Landesinneren südlich des Amazonas, Ostbolivien und nordöstliche Teile Paraguays
Es werden im wesentlichen drei größere Populationen unterschieden:

  • eine im östlichen Amazonasgebiet in Bundesstaat Para
  • eine im Nordosten Brasiliens im Bundesstaat Minas Gevais
  • eine im Pantanal von Mato Grosso
Beschreibung

Männchen und Weibchen:
Grundfärbung kobaltblau, Augenringe und breiter Hautbereich an der Unterschnabelseite unbefiedert gelb, Schnabelunterseite schwarzblau, Schnabel schwarz, Iris dunkelbraun bis schwarz, Füße dunkelgrau

Jungvögel:
Sind etwas schlanker, dunkler gefärbt, der Schwanz ist kürzer und die unbefiederten gelben Stellen sind etwas heller

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Habitat

Die Hyazintharas leben in Paaren oder in kleinen Familiengruppen zwischen 6 und 12 Vögeln zusammen.
Im Amazonasgebiet bevorzugen sie die halboffene Savanne und die palmenreichen Varzea - Gebiete in unmittelbarer Nähe von tropischen Wäldern.
In der Gerais - Region leben sie in den trockenen felsigen Cerrado - Gebieten, Galeriewäldern und Sumpfgebieten mit Maurita - Palmen - Beständen.
Im Pantanal kommen sie in ausgedehnten laubabwerfenden Waldlandschaften, sowie in offenen, palmenbewachsenden Feuchtgebieten vor.

Ernährung und Brut

Ernährung:

Nüsse von verschiedenen Palmarten, Beeren, Knospen, Früchte
Nach einer Beobachtung gehören auch Wasserschnecken zu ihrer Nahrung.
Die Nahrungsaufnahme findet teilweise am Boden statt.

Brut:

Die Brutsaison der Hyazintharas liegt zwischen den Monaten Juli bis Dezember und variiert leicht je nach Gebiet. Genistet wird in Baumhöhlen lebender oder abgestorbener Bäume, Stämme der Butriti - Palmen oder in Felsnischen.
Das Gelege besteht aus maximal drei Eiern, die das Weibchen alleine ausbrütet. Die Eier haben eine Größe von 53,0 x 40,0 mm.
Die Hyazintharas erbrüten zwar alle Eier, ziehen aber meist nur das erste Junge groß. Das zweite ist eine Art Rückversicherung, für den Fall, daß das erste umkommt.

Gefährdung

Je nach Gebiet kommt der Hyazinthara noch relativ häufig vor. Seit Jahren ist jedoch überall ein Bestandsrückgang zu verzeichnen. In allen besiedelten Landschaften sind die Bestände zurückgegangen oder ganz ausgelöscht worden.
Von den Einheimischen werden die Hyazintharas wegen ihrer Federn oder zu Nahrungszwecken gejagt.
Die größte Gefahr geht jedoch vom Tierhandel aus.
Im GEO - Heft Nr. 11/November 1999 wird über die Dorfbewohner von Sao Concalo im Nordosten Brasiliens berichtet. Die Einheimischen lebten lange vom Handel mit illegal gejagten, weltweit begehrten Hyazintharas. Ein GEO - Projekt hat jetzt aus den Wilderern engagierte Vogelschützer gemacht. Zumindestens in diesem Gebiet ist die Erhaltung der Art auf ein solides Fundament gestellt worden.


Autor
© Andrea Hartmann mit Fotos von Thorsten Bönte
für die Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk 12/'99

Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
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Quellennachweis: