September 1999
Die Surinamamazone

Bezeichnungen:
wissenschaftlich: Amazona  ochrocephala (Gmelin 1758)

: Surinamamazone
: Yellow-crowned Amazon

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Systematik:
  • Genus: Amazona
  • Art: Amazona ochrocephala
  • Unterarten:
  1. Amazona o. xantholaema (Berlepsch 1913)
    Marajó-Amazone
    Marajó Yellow-crowned Amazon
  2. Amazona o. nattereri (Finsch 1865)
    Nattereramazone
    Natterer's Amazon
  3. Amazona o. panamensis (Cabanis 1874)
    Panama-Amazone
    Panama Yellow-fronted Amazon

Anmerkung:

In früheren Definitionen wies die Systematik der A. ochrocephala noch weitere Unterarten auf, die A. o. oratrix (Doppelgelbkopf-Amazone) und A. o. auropalliata (Gelbnacken-Amazone). Diese Amazonen sind aber hier, zurückgehend auf einen Vorschlag der American Ornithologist's Union, inzwischen als eigene Rassen aufgestellt worden.

Steckbrief:
  • Gefiederfärbung: Männchen und Weibchen identisch
  • Länge: ca. 37 cm
  • Freilandpopulation (Status): je nach Gebiet hoch bis selten
  • CITES: Anhang II
  • Gefangenschaftspopulation: hoch
  • Haltung: bevorzugt Volieren (> 10°C)
  • Gelege: 2 - 4 Eier
  • Brutdauer: 29 Tage
  • Flügge werden: 63. Bis 70. Tag
  • Erreichen der Selbständigkeit: Drei bis vier Wochen nach dem Ausfliegen
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Verbreitung

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Nordbrasilien, Guayana, Trinidad, bis Meta in Columbien (Süd- und Centralcolumbien)

Ein Rückgang des Bestandes ist in einigen Gebieten durch Abholzung oder Gefangennahme zu verzeichnen.

Beschreibung

Männchen und Weibchen: Grundfärbung grün, oberseits dunkler, Federn im Nacken und Rücken teilweise mit schwarzen Säumen, Stirn und vorderer Teil des Scheitels gelb, Flügelbug rot, Handschwingen mit roten Spiegeln, Schwanzfedern grün, an der Basis rot, die äußeren mit schwarzen Außenfahnen, Augenring grau, Augeniris orangefarben, Schnabel schwarzgrau mit roten Flecken an der Basis des Oberschnabels.
Die Färbung variiert sehr häufig. Manche Exemplare haben gelbe Wangen.

Jungvögel: Unvollständige Gelbfärbung bis zu einem Alter von etwa 4 Jahren, dunkle Iris

Surinamamazone -3-
Habitat

Die Amazona ochrocephala bevorzugt trockenes Waldgebiet, ist aber auch im Regenwald und in den Subtropen bis zu einer Höhe von 750 m anzufinden. Ebenso kommt sie in den Savannen und Gebieten mit hochgewachsenen Büschen, Waldrändern, Kaffeeplantagen und auch Städten vor.

Ernährung und Brut

Früchte, Samen, Nüsse, Blüten, Beeren und Blätterknospen, täglicher Besuch des "Barreiros" (Flußbänke zur Aufnahme von Mineralien)

Die Brutsaison beginnt in den nördlichen Regionen des Verbreitungsgebietes etwa Dezember/Januar und später dann in den südlichen Regionen. Brutzeit ca. 26-28 Tage, flügge nach etwa 65 Tagen.

Besonderes: Die Surinamamazone als Haustier - Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Vom Charakter her sind Surinamamazonen intelligente und verspielte Vögel, die sehr viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung benötigen. Da bei meinen Papageien das Zerstörungspotential sehr hoch ist, kann der tägliche Freigang und Freiflug nur unter Aufsicht erfolgen. Die Kraft ihrer Schnäbel ist nicht zu unterschätzen. Sie zerstören mühelos Holztüren, auf denen sie sich gerne aufhalten, aber auch Holzmöbel halten ihren Schnäbeln nicht lange stand. Sie sind sehr neugierig und untersuchen jeden Winkel ausgiebig. Ihre Kletterkünste ermöglichen ihnen, sich an allen Gegenständen hochzuziehen, egal ob es sich dabei um ein glattes Chrombein eines Stuhles oder ein Regal handelt. Gleichzeitig haben sie aber auch Angst vor jedem neuen oder unbekannten, was zu regelrechten Panikflügeln führen kann. Unzufriedenheit, ausgelöst durch Langeweile oder dem Gefühl "jetzt kümmere Dich mehr um uns" wird lautstark ausgedrückt.

Am aktivsten ist die Surinamamazone am Vormittag und am Abend. In ihren Aktivphasen können sie sehr laut werden und übertönen sogar einen Staubsauger, die aufgedrehte Stereoanlage oder den Fernseher. Diese Phasen dauern in der Regel 15 bis 20 Minuten. Danach wird eine kurze Pause zur Erholung eingelegt, in der entweder sich geputzt oder gefressen wird. Sie können auch auf den unmöglichsten Plätzen landen. Selbst ein Bilderrahmen bietet ihnen noch genügend Platz.

Nach dem "Abendessen" entwickeln sie erstaunliche Flugkünste. Sie toben sich ca. 1 Stunde teilweise mit lautem Geschrei aus. Während ihren Flügen entwickeln sie manchmal regelrechte Scheinangriffe. Danach kehrt dann langsam die Zeit ein, in der ein letztes Putzen erfolgt. Der Rest des Abends wird zum Erholen genutzt.


Autor
© Andrea Hartmann mit Ergänzungen von Thorsten Bönte
für die Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk 09/'99

Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
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Quellennachweis: