Wie jeder Papageienbesitzer weiß, haben unsere Lieben ihre ganz eigenen Eßgewohnheiten, die ausschließlich dazu dienen, ihre Besitzer an den Rand der
Verzweiflung zu bringen. Manchmal möchte man sogar denken, sie haben die Fähigkeit sich untereinander abzusprechen, um ihre Herrchen und Frauchen endgültig zu entnerven.... Um dieses Ziel besser zu erreichen, folgen nun einige
Essens-Regeln... natürlich ganz strikt aus Papageien-Sichtweise...
Die Futter-Schüssel-Etikette
- Der Fuß-Benutzer:
Setzte einen Fuß auf den Rand Deines Futternapfes. Nimm den anderen,
tauche ihn in die Körner und hebe ihn wieder hoch. Kleinere Körner werden
nun auf den Boden fallen, was sehr lustige Geräusche macht... wiederhole
das Ganze, bis der Futternapf leer ist.
- Der gewissenhafte Auswähler:
Nähere Dich Deinem frisch gefülltem Obst-Napf. Triff eine gewissenhafte
Vorentscheidung. Hebe dann behutsam ein Stücken nach dem anderen aus dem
Napf und schmeiße es zu Boden, so lange bis sich nur noch einige wenige
von den bevorzugten Stückchen im Napf befinden. Friss ein paar davon, mit
den anderen lässt sich ein wunderbares Geschmier veranstalten. Dann
schreie nach neuem Obst.
- Der Diät-Macher
Nimm ein Stücken Obst oder Gemüse aus dem Napf, beiß einmal ab und lass
den Rest zu Boden fallen. Damit stellst Du sicher,
dass noch Platz für Leckereien vorhanden ist, die es später geben mag.
- Der Pellet-Verächter
Entscheide Dich für ein schönes, wohlgeformtes Stückchen Press-Futter...
schmeiß' es in die Wasserschüssel; warte 10 Minuten bis das Stückchen
schön groß geworden ist und lustig aussieht. Hebe es vorsichtig aus der
Wasserschüssel. Stelle fest, dass das Ding immer noch nicht besser
schmeckt, und schleudere es durch die Gegend.... wiederhole das Ganze, bis
die Pellets alle sind. Schrei nach Deinem Besitzer und beklage Dich über
die (inzwischen) miese Wasserqualität.
- Der Unzufriedene
Nähere Dich Deinem frisch gefüllten Obst-Napf. Tauche Deinen Schnabel bis
zur Hälfte in die Früchte. Durch schnelle hin-und-her Bewegungen lassen
sich die Stückchen nun prima aus dem Futternapf schleudern, die dann
hübsche Farbtupfer auf dem ganzen Käfigboden ergeben... Wenn Du genug
Energie hast, steigere die Geschwindigkeit, um auch die Wände zu
dekorieren. Mit ein bisschen Training wirst Du nicht nur Wände und Boden,
sondern auch die meisten Möbel im Zimmer mit den Futterstücken verzieren
können. Diese Methode eignet sich besonders um Deinen Besitzer zu
überzeugen, dass Du gewissen andere Obstsorten den Vorzug
gibst.
- Der Künstler
Diese Übung ist für künstlerisch begabte Papageien gedacht: Breche ein
Holzstückchen aus Deinem Lieblings-Spielzeug und wirf es in Deinen
Wassernapf; Komm von Zeit zu Zeit zurück und rühre um.... Wenn das Wasser
eine zufriedenstellende Braun-Färbung erlangt hat, ruf' Deinen Besitzer,
um Dein Werk zu bewundern... dann schrei nach frischem Wasser und beginne
ein neues
Werk.
- Der Wasser-Spender-Trick (nur für die glücklichen Papageien, die einen
Wasserspender haben):
Suche ein Körnchen mit der richtigen Größe aus und drücke es in das Auslaufröhrchen Deines Wasserspenders. Das stört den
Mechanismus des Auslaufs und ergibt einen netten Wasserfall-Effekt. Erfahrene Vögeln können auch
Ihre Schnabelspitze oder ein Werkzeug verwenden, um den selben Effekt zu
erreichen.
Für Tisch-Mitesser:
- Der Schulter-Trick
Suche Dir ein schönes Stückchen Pasta (bevorzugt mit viel Soße) aus; Halte
das Pasta-Stück in Deinem Schnabel und klettere so schnell wie möglich auf
die Schulter Deines Besitzers. Gebe vor, das Stücken zu essen; in
Wirklichkeit quetscht Du mit Deinem Schnabel nur die Soße aus der Pasta,
bis es auf die Klamotten Deines Herrchen tropft... Wenn das getan ist,
wisch' Deine Schnabel an einer noch sauberen Stelle ab. Ein wirklich
erfahrener Papagei beherrscht auch den "Fuß-Quetsch-Trick": Du hältst das
eine Ende der Pasta im Schnabel und ziehst sie durch Deinen Fuß, so dass
möglichst viel Soße an Deinem Fuß hängen bleibt. Setze dann den Fuß auf
die Schulter Deines Herrchens sobald er genügend mit Soße bedeckt ist,
klettere am Arm entlang runter und hole ein neues Stück. Wenn Dein
Besitzer ärgerlich wird, kannst Du das abfangen, indem Du Ihm ein
Stückchen Pasta anbietest, etwas Süßes sagst oder unschuldig
schaust (das findet er rührend...).
- Essen, um gekrault zu werden
Suche allen Knoblauch, den Du finden kannst. Nachdem Du ihn gefressen
hast, gibt Deinem Besitzer einen Kuss. Der Mensch wird Dich nun endlos
kraulen - alles, um bloß keinen weiteren Knoblauch-Atem-Kuss zu bekommen.
Sehr effektiv sind auch Pepperoni-Küsse. Sie sind sehr gut dazu geeignet,
garantiert die Aufmerksamkeit zu erlangen.
- Der "Verhinderte"
Versuche ein Stück Pasta zu stibitzen. Hält Dich Dein Herrchen davon ab, gehe so vor: Inszeniere eine
Bruchlandung auf dem Teller und fliege danach sofort auf ein hohes Möbelstück. So kann Dich Dein Herrchen
nicht greifen, und Du kannst in aller Ruhe die leckere Sosse aus Deinem Brustgefieder geniessen.
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