Ein Beitrag , um
auf die Problematik der Polyoma Infektion hinzuweisen,
die leider in den letzten Jahren in vielen Sittich- und Papageien Beständen Einzug
gehalten hat.
Der Polyoma Virus gehört zu der Gruppe der Papovaviren und
ist auf Grund seiner hohen Sterblichkeitsrate bei Jungvögeln sehr gefürchtet und leider
nur sehr selten erkannt.
Polyoma ist ein sehr kleiner Virus, der über Staub und
Körperflüssigkeiten innerhalb von kürzester Zeit einen ganzen Vogelbestand infizieren
kann. Es kann bei Jungvögeln nach Ansteckung innerhalb von 15 20 Tagen zu
Todesfällen kommen. Tiere bis zu einem Alter von 2 Jahren sind besonders anfällig.
Diese Krankheit ist auf Grund der verschiedenen klinischen Symptome
so gefährlich. Dadurch erkennen viele Halter und Züchter nicht den wahren Grund der
Todesursache.
Die Papageien zeigen innerhalb der akuten Krankheitsphase leider nur
sehr wenige Symptome, die auch andere Krankheiten hervorrufen, wie z. B. Abmagern,
Federverlust wie bei PBFD , Stoffwechselstörungen mit blutigen Ausscheidungen und
allgemeine Apathie. Der Tod tritt sehr plötzlich ein. Manchmal kann man unter der Haut
Blutungen erkennen. Polyoma hat in Holland, Belgien und den USA und leider auch zunehmend
in Deutschland in großen Beständen enorme Schäden (z. b. in der Zucht von
HalsbandsittichMutationen ) hervorgerufen. Es sind leider mittlerweile viele
Papageien- und Sitticharten betroffen.
Man kann 2 Stadien der Polyoma - Infektion beschreiben:
- Bei akutem Verlauf sterben bis zu 100 % der gehaltenen Sittiche und
Papageien innerhalb kürzester Zeit
- Bei einem chronischen Verlauf sterben wenige Tiere.
Leider gibt es dann ein noch ernsteres Problem, nämlich daß die
Überlebenden ihr ganzes Leben lang Virusträger sein können. Je nach Konzentration im
Blut der infizierten Tiere kommt es unter Streß zu einer erhöhten Virusausscheidung und
damit zu einem erhöhten Infektionsrisiko für andere Tiere. Falls solche Papageien und
Sittiche einmal brüten, werden sie auch die Jungtiere infizieren und somit geht das Drama
von vorne los.
In Amerika ist man dazu übergangen, zur Vorbeugung und bei Ausbruch
von Polyoma alle Papageien und Sittiche zu impfen. Der Impfstoff ist umstritten, sehr
teuer , in Deutschland nicht zugelassen und nicht so gut verträglich. Die Impfung muß
zudem auch jedes Jahr wiederholt werden.
Nur eine Sektion mit spezieller Untersuchung auf Viren bringt die
Ursache ans Licht. Leider werden immer noch zu wenig verstorbene Papageien eingeschickt.
Die Gründe hierfür sind vielseitig. Viele Halter haben Angst vor der anzeigepflichtigen
Krankheit Psittacose, die z.T. ähnliche Symptome aufweist, oder scheuen die Arbeit und /
oder das Geld, die verstorbenen Tiere zur sachgemäßen Sektion in die Spezialinstitute zu
senden.
Wie bei PBFD gibt es die Möglichkeit, mittels einer
DNAAnalyse von Blut- oder Gewebematerial den Virus zu entlarven. Diese
Untersuchungen sind zwar kostspielig , aber hochspezifisch ( Bei frisch infizierten Tieren
kann der Virus möglicherweise noch nicht nachgewiesen werden, besser ist, dann ein paar
Wochen später noch einmal zu testen )
Der Tip an Papageienhalter kann also nur sein:
Alle gehaltenen Papageien und Sittiche müssen auf das Vorhandensein
des Virus getestet werden und neue Tiere sollten erst nach sicherer negativer Probe in
einen Bestand eingesetzt werden. Falls Sittiche in der Umgebung sitzen, die auf Grund der
entstehenden Untersuchungskosten nicht untersucht wurden, sollten getestete Vögel nicht
im gleichen Luftraum ( z.B. Glasvolieren mit Zwangs - Be- und Entlüftung , räumliche
Trennung ) mit diesen Tieren sitzen. Dieser Virus ist auch über Staub auf der Kleidung
übertragbar. Eine einwandfreie Hygiene ist absolut notwendig.
Es wäre sehr wünschenswert, wenn Sittich und Papageien -
Halter ihre Tiere vor dieser todbringenden Krankheit schützen würden. |