Die Geschichte unserer Vögel

- Kapitel 6 -

Nun, die Zeit ist ins Land gegangen, wir sind jetzt Anfang Frühjahr 1998. In der Zwischenzeit ist so einiges passiert.

Im November 1997 kam wohl das einschneidenste Erlebnis in meiner kurzen Vogelhaltergeschichte: Pennantsittich Nicky ist gestorben! Los ging das ganze Elend mit einem Unwohlsein, daß sich in aufgeplustertem Sitzen und dauerndem Dösen äußerte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich nun gerade privaten / geschäftlichen Besuch, so daß ich mit dem Tier erst den nächsten Tag zum Arzt konnte. Nicky bekam Antibiotika und Arnika gespritzt; kurzzeitig ging es ihm auch besser. Die Nacht mußte er leider im Transportkäfig verbringen, da bis dahin niemand wußte, was denn nun dem armen Vogel fehlte.

Nächsten Tag (Samstag) wurden wir dann von unserem Tierarzt (zu dessen Entwicklung auf dem Vogelgebiet später mehr) in die sogenannte "Notsprechstunde" bestellt, damit er sich Nicky noch einmal ansehen kann und ihm die geplanten weiteren 2 Spritzen zu geben. Dazu kam es nicht mehr, Nicky ist im Auto 5 km vor erreichen der Praxis gestorben.

In dem (unsicheren) Bewußtsein, nun einen toten Vogel in die Arztpraxis zu tragen, war ich keines Wortes fähig, ich war froh, daß meine Frau Susanne mit dabei war. Wir mußten 5 min. warten, dann kam der Arzt, bat uns wie immer ins Behandlungszimmer. An meinem Gesicht hat er wohl gesehen, daß es zu spät war. Kurz, nach längerer Erklärung durch den Doktor habe ich mich einverstanden erklärt, daß Nicky in die Tierärztliche Hochschule Hannover eingeschickt wird, damit die Ursache für diesen plötzlichen Tod gefunden wird.

Fazit in Kurzfassung: Vergrößerungen von Niere und Leber, Ernährungszustand gut, Konstitution gut. Exitus wahrscheinlich durch eine Immunschwäche mit aufgesetzter Schimmelpilzerkrankung (die das Immunsystem nicht mehr fangen konnte). Aussage weiterhin war, auch nachdem ich das Bulletin anderen Ärzten zeigte und in der TH Hannover angerufen habe: Das Tier ist bei mir schon erkrankt angekommen.

Nun wieder meine Familie: Nachdem Nicky nicht mehr war, haben alle Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, daß wieder ein Pennanten-Männchen herkam. Caro nämlich saß nur noch still in der Ecke (auch als Nicky noch lebte und so lummerig auf der Stange saß), sie trauerte.

Zwei Tage später war dann Jerry hier. Ein total abgemagerter, strubbeliger, aber quirliger kleiner Pennant. Wir haben gar keine Fisimatenten gemacht, wir haben ihn nach 4 Stunden direkt zu Caro gelassen. Oh, Angst hatten wir schon, daß Caro nun aggressiv wird. Doch im Gegenteil: Der Kleine turnte herum, als wäre er nie woanders gewesen und Caro flüchtete vor ihm. Das hat sich nun gegeben, beide sitzen schon mal auf einer Stange zusammen, weiter ist zu beobachten, daß beide Pennanten peinlich darauf achten, sich gegenseitig im Blickfeld zu behalten.

Wie gesagt, der Kleine sah fürchterlich aus, abgemagert, kein durchgängiges Federkleid, als wenn er nicht genug oder nur zu einseitiges Futter abbekommen hätte. Nachdem er nun in der Folgezeit mit Begeisterung unser Futter hier praktisch "vernichtete" (ich habe noch nie einen Vogel so lange und ausdauernd fressen sehen), machte sich nach 2 Wochen eine merkliche Verbesserung der Konstitution und auch des Aussehens bemerkbar. Weitere 6 Wochen weiter begann Jerry zu mausern, aber wie!! Nun hat er ein schönes Federkleid bekommen, sieht vernünftig ernährt aus und hat sich prima in die Gemeinschaft eingefügt.

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