Die Geschichte unserer Vögel

- Amazonen Teil 1 -

So, nun war alles eingerichtet, die Zeit ging ins Land, Nicky und Caro entwickelten sich prächtig. Auf der Ausstellung, wo ich auch die neue Voliere sah, fiel mir jedoch eine einzelne Blaustirnamazone auf. Meine Eltern waren mit auf der Vogelschau und auf einmal vermißte ich meinen Vater. Geschaut, und: Der stand vor der Voliere der Amzone und unterhielt sich mit dem Tier. Ich auch hin und zugehört. Mensch, dachte ich, was für ein schönes Tier, in der Bewegung, in seiner Färbung, in seinem Verhalten. Ich habe bestimmt eine Stunde vor der Voliere gestanden und mich zusammen mit meinem Vater mit dem Vogel untehalten, der prima sprach.

Die Zeit ging weiter ins Land, bis mir ein lokales Anzeigenblatt in die Finger fiel (das war auf einem Samstag), wo stand: "Blaustirnamazone umständehalber abzugeben....". Hmmm.... Meiner Frau erzählt, meinen Eltern erzählt...Reaktion: Aha...

Samstag nachmittags bei meinen Eltern sollte ich Holz machen für den Kamin mit meinem Vater zusammen. Da kamen so Sprüche, wie: "Verstehe ich nicht, an Deiner Stelle hätte ich da schon längst mal angerufen...", und: "Sieh zu, daß Du da anrufst, morgen kannst Du doch mal hinfahren...". Naja, ich habe angerufen und prompt sind wir auch Sonntag 75 km gefahren, um Max in Augenschein zu nehmen. Als wir ankamen, saß auf seinem Kletterbaum eine wunderschöne einjährige Blaustinamazone. Das Thema war für mich im ersten Moment des Sehens gegessen, ich wußte: Heute haben wir einen Papageien mehr in der Familie. Wir haben uns mit den Vorbesitzern unterhalten, sie wollten ihn aus Zeitgründen abgeben. Gesagt, getan, ab nach Hause mit Max, der noch kein Zuhause hatte, sondern nur seinen Kletterbaum (haben wir mitbekommen) und einen Käfig, wo eben gerade ein Wellensittich reinpaßt. So haben wir uns gefreut, daß wir unsere "alte" Voliere noch hatten, die wir fix aufgebaut und Max angeboten haben. Nach 2 Stunden hat Max gefressen, nach einem Tag kam er auf meinen Arm, kletterte auf meine Schulter und war fortan nicht mehr wegzubekommen, außer er saß auf oder in seiner neuen Voliere. Sprechen tut unser Rabauke wie ein WasserfalI, situationsbezogen und intelligent. Ich war glücklich. Natürlich hat Max auch seine Spleens, wenn er das Brüllen anfängt, wenn er nicht bekommt, was er gerne möchte, aber ich bin froh, so ein aktives und waches Tier als Kumpel zu haben.

Eine Störung bei Max liegt in seinem neurotischen Kopfverdrehen, wenn er sich aufregt. Woher das kommt, vermag ich zwar zu erahnen, aber nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Auch konnte Max leider nicht fliegen, weil die Vorbesitzer ihm die Arm- und Handschwingen gestutzt hatten. Macht nix, dachte ich, die Mauser wird alles richten. Und so kam es, heute, obwohl ihm noch 2 Armfedern auf jeder Seite fehlen, fliegt er durch das Zimmer wie ein Hubschrauber (einen anderen Ausdruck für dieses Flugverhalten und den damit verbundenen Sound habe ich nicht), dazu aber im nächsten Kapitel mehr.

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