Die Geschichte unserer Vögel

- Die Pennantsittiche, Teil 1 -

Nachdem sich nun die Trauer um Anton langsam in vernünftige Bahnen lenkte, kam ich von dem Gedanken der Vögel nicht mehr los.

Da wir nun seit 10 Jahren einen Perserkater haben, der ja nun auch sein Futter haben will, wurde ich auch losgeschickt, die nötigen Sachen einzukaufen. Berufsbedingt bin ich viel mit dem Auto unterwegs, so daß sich solche Einkäufe prima mit Kundenterminen verbinden lassen. So kam ich dann in einem Gewerbegebiet nahe Kiel in eine solche Handlung, ich sammelte die Dosen für den Kater ein, wollte zur Kasse, als ich auf einmal Vögel in der oberen Etage hörte. Dosen abgestellt, Treppe rauf und geschaut. Wellensittiche, Nymphensittiche, Ziegensittiche, Rosellas, Finken und andere Rassen waren zu sehen. Und: Ein Paar Pennantsittiche in einem viel zu engen Käfig (wie ich später gut beurteilen konnte). Wunderschöne Tiere, dachte ich, nur der Preis schreckte mich. Also wieder runter zur Kasse, Dosen bezahlt, ab nach Hause.

Auf der Fahrt gingen mir die beiden "Roten" (wie sie heute hier noch genannt werden) nicht aus dem Kopf. Zu Hause angekommen, erzählte ich meiner Frau von den beiden Krummschnäbeln. Susanne verhielt sich aber immer noch sehr ablehnend gegenüber der Anschaffung der Tiere. Ich will nicht verhehlen, daß die Diskussion um die Anschaffung hier eine mittlere Ehekrise heraufbeschworen hatte, doch haben wir uns schließlich geeinigt.

Nun wurde besprochen, was denn nun an Ausstattung für die beiden nötig ist. Erstens: Käfig. Ok, also los und nach einer vernünftigen Behausung für die Pennanten geforscht. An dieser Stelle lieben Dank an meine Mutter, die mich in allen Belangen unterstützt hat, gefahren ist, nach Adressen gesucht hat, Käfige in Augenschein genaommen hat, um mir dann die vernünftigsten Läden zu nennen.

Nachdem nun unserer Meinung nach der adäquate Käfig gefunden wurde, habe ich mir das Teil angesehen und auch gleich für teures Geld gekauft. Die Einrichtung ging schnell vonstatten (wir hatten uns ja vorher Literatur besorgt, die wir quasi auswendig gelernt haben). So, nun ging es um das Abholen der beiden "Roten", Caro und Nicky, wie wir sie inzwischen getauft haben. Ab ins Auto und in den Laden. Die Aktion, die nun folgte, möchte ich eigentlich nicht so gern schildern, denn die Art und Weise, wie die beiden aus ihrer Behausung gefangen wurden, dreht mir heute noch den Magen um. Nichtsdestotrotz sind wir vorsichtig mit zwei Pennanten in der Pappschachtel nach Hause gefahren und haben Nicky und Caro in ihr neues Heim entlassen, wo sie sich auch schnell eingewöhnt hatten und zu liebenswerten Hausgenossen wurden.

Einen Nachteil hatte das alles: Bis heute haben beide Pennanten panische Angst vor der Menschenhand (was mögen die beiden im Laufe Ihres 1-jährigen Lebens wohl erlebt haben?); wir haben es immerhin geschafft, daß sie freisitzend Körner und Leckerchen aus der Hand annehmen und sich auf einer Stange in die (mittlerweile angeschaffte) Voliere setzen lassen.

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