- Wie alles begann -
Ich schreibe hier alles aus dem Gedächtnis. Sollte etwas chronologisch
nicht so ganz zusammenpassen, bitte ich das zu entschuldigen.
Irgendwie war bei mir schon immer der Wunsch vorhanden, mich mit Vögeln zu
beschäftigen. Das gründete in meiner Kindheit; es wurde jedoch irgendwie nie Realität,
das Bestreben schlief ein. Darüber vergingen Jahre; ich denke, es waren gar 20 Jahre, bis
auf einmal meine Tochter ein aus dem Nest gefallenes Staren-Küken fand.
Der kleine Vogel lebte noch, war ganz nackt, ein paar vereinzelte Flaumfedern besaß er
schon. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich null Ahnung, wie nun damit umzugehen ist. Intuitiv
habe ich dem Kleinen ein handgemixtes "Aufzuchtfutter" gebraut, bestehend aus
Ei, Gries und anderen Dingen (an die ich mich nun heute nicht mehr erinnern kann).
Wir legten das "Baby" in eine Schachtel, die vorher mit Watte und dann mit
Küchenkrepp ausgepolstert wurde und fingen an ihn mit dem Brei zu füttern. Er nahm das
erste Futter nach 3 Stunden an, dann steigerte sich der Hunger, so daß die gesamte Famile
auf Trab gehalten wurde, um dem kleinen Schreihals (besser "Sperrhals") alle 2
Stunden sein Breichen zu geben. Schnell war ein Name gefunden, wer den gab, weiß ich
nicht mehr, jedenfalls hieß er fortan ANTON.
Dann ging es los: Der Brei kann nicht alles sein, das Tier muß doch auch anderes
Futter bekommen !? Also losgetrabt, Zoohandel, Weichfutter für Singvögel gekauft. Dann
um die Ecke ins Angelgeschäft und Maden und Mehlwürmer besorgt. Ab nach Hause und dem
Kleinen mit der Pinzette angeboten. Heia, das ging gut los, der Kurze mampfte, als wenn er
2 Tage nichts zu futtern bekommen hatte. So ging es dann weiter, unser kleiner Star wurde
zu einem richtigen Jungvogel, der fast vollständig befiedert war.
Nachts haben wir sein kleines Nest immer mit in unser Schlafzimmer genommen und auf die
Kommode gestellt, damit unser Stubentiger ihn nicht erwischen kann. Morgens wurde er immer
von meiner Frau versorgt, die sehr früh zur Arbeit geht, so daß er sein erstes
Frühstück immer so gegen 05:00 Uhr bekam. Eines Morgens jedoch war es merkwürdig ruhig,
ich erwachte auch gegen 05:00 Uhr. Da stand meine Frau neben meinem Bett, nahm mich in den
Arm und sagte mir, daß unser Anton gestorben ist. Der Schock war groß, 2 Wochen
intensive Aufzucht, die aufgebaute Beziehung zu dem neuen Hausgenossen....futsch!!
Ich hatte keine Worte, mehr möchte ich an dieser Stelle dazu nicht ausführen.
Es stellte sich heraus, daß unser Star wahrscheinlich erstickt oder an
Verdauungsproblemen eingegangen ist, ich weiß es bis heute nicht. Wir haben Anton in
unserem Garten begraben.
Das war die Vorgeschichte, danach dauerte es nicht lange, bis unsere beiden
Pennantsittiche in die Famile kamen.
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