Vom 3. bis 15. November fand in Santiago de Chile die 12.
CITES-Konferenz statt. Insgesamt 54 Anträge auf Änderung des Schutzstatus
für
bedrohte Wildtiere und -pflanzen lagen für die Konferenz vor.
Ein absolutes Handelsverbot wird für vier Papageienarten angestrebt. Es geht
dabei um Gelbnacken-Amazone, Gelbkopf-Amazone, Blaukopfara und Kap-Papagei,
für die entsprechende Anträge vorliegen.Die Papageien werden außer durch
den internationalen Handel auch durch die Zerstörung ihres natürlichen
Lebensraumes bedroht. Deutschland, selbst Antragsteller für den Blaukopfara,
war Abnehmer für mindestens zwei der genannten Arten und trägt damit
Mitverantwortung am Schwund der Bestände.
Quellen:
Artenschutzkonferenz in Chile
Artenschutzkonferenz: Höhenflug für bedrohte Papageien
Hier der ganze Text aus
Pro Wildlife:
Mittwoch, 13. November 2002
Artenschutzkonferenz: Höhenflug für bedrohte Papageien
(CS)
Artenschutzkonferenz
verabschiedet unisono Handelsverbot für drei seltene Arten
Für drei hochbedrohte Papageienarten ist der Handel weltweit gestoppt
worden. Die Teilnehmer der Konferenz des Washingtoner
Artenschutzübereinkommens (WA) verabschiedeten heute in Santiago / Chile
einstimmig den höchstmöglichen Schutz für Gelbnacken- und
Gelbscheitel-Amazonen sowie Blaukopfaras aus Lateinamerika. Die Münchner
Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE, die selbst an der Konferenz teilnimmt,
begrüßt diese Entscheidung: "Jungvögel aller rei Arten werden aus den
Nestern geholt und in den internationalen Heimtierhandel eingeschleust. Die
Wildbestände werden hierdurch weiter dezimiert", erläutert die Biologin Dr.
Sandra Altherr. Vogelliebhaber in Europa gehören zu den Abnehmern der
farbenprächtigen Vögel.
"Anfang der 90er Jahre geriet der Papageienhandel aufgrund der hohen
Todesraten während Fang und Transport in die negativen Schlagzeilen. doch
kaum jemand weiß, dass auch heute noch 90% der nach Deutschland importierten
Papageien aus freier Wildbahn stammen. Die Folgen für die Bestände in der
Natur sind oft fatal", betont die PRO WILDLIFE Expertin Altherr. Doch dieser
rücksichtslose Handel hat zumindest für drei hochgradig gefährdete Arten
durch die aktuelle Entscheidung des WA ein Ende:
· Blaukopfara (Ara couloni, Peru, Brasilien, Bolivien): Seit den 90er Jahren
ist diese seltene Art für den Tierhandel interessant. Schwarzmarktpreise von
bis zu 12.500 Euro/Tier machen den Handel mit der Art besonders lukrativ.
Auch deutsche Sammler seltener Tierarten sind an diesen überwiegend
illegalen Geschäften beteiligt. Allein 30 Tiere wurden im vergangenen Jahr
bei deutschen Haltern beschlagnahmt. Die heutige WA-Entscheidung beruht auf
einem Antrag Deutschlands.
· Gelbnacken-Amazone (Amazona auropalliata, Zentralamerika): Deutschland
führte bislang regelmäßig Tiere aus Nikaragua ein. Dabei übersteigt der
illegale Handel aus diesem Land die offizielle Exportquote von 600 Tieren um
ein Vielfaches: Artenschützer schätzen, dass bis zu 11.000 Tiere jährlich
aus Nikaragua ausgeführt werden. Hierfür werden nahezu alle Nester in den
Heimatländern geplündert. Dieser Papagei ist außerordentlich sprachbegabt
und somit besonders begehrt. Antragsteller für das Handelsverbot war Costa
Rica.
· Gelbscheitel-Amazone (Amazona oratrix, Mexiko, Belize, Guatemala,
Honduras): Seit Mitte der 70er Jahre sind die Bestände dieses Papageis um
mehr als 90% zurückgegangen. Legal dürfen nur 60 Tiere jährlich aus Mexiko
ausgeführt werden, doch die tatsächlichen Exporte sind um das hundertfache
höher. Mit ihrer niedrigen Vermehrungsrate können diese Papageien die
massiven Naturentnahmen nicht kompensieren. Deshalb beantragte Mexiko den
strengstmöglichen Schutz.
Alle drei Arten wurden durch die heutige WA-Entscheidung von Anhang II
(kontrollierter Handel) in Anhang I (absolutes Handelsverbot) heraufgestuft.
Für PRO WILDLIFE ist dies die einzig mögliche Konsequenz aus dem Rückgang
der Wildbestände: "Der internationale Heimtierhandel ist immer noch eine
immense Gefahr für viele Vögel, Reptilien, Frösche und Fische. Der Trend zum
exotischen Haustier hält leider immer noch an, und immer neue Arten sind
hiervon bedroht. Umso wichtiger ist der nun weltweit strengstmögliche Schutz
der drei Papageien durch das WA", so die PRO WILDLIFE Sprecherin
abschließend.
Quelle/Text:
Pro Wildlife
|