Die Papageieninsel - Ein Reisebericht von Elke Voß


Nach vielen Überlegungen "Wo fahren wir in den Osterferien hin?", fiel die einstimmige Wahl des Familienrates auf Teneriffa - Puerto de la Cruz -. Es hatte natürlich einen besonderen Grund, wir wollten das durch Menschenhand geschaffene Naturparadies mit vielen Tieren und seltenen Pflanzen kennen lernen.

Nach 4 1/2 Stunden Flug landeten wir planmäßig auf dem Flughafen "Reina Sofia". Nachdem wir unsere Koffer in Empfang genommen hatten, wurden wir am Ausgang von einem freundlichen Steward begrüßt und bekamen gleich Informationsmaterial von der Insel und natürlich vom Loro Parque in die Hand gedrückt.

Unser Hotel war 200m vom Loro Parque entfernt, bei der Ankunft trug uns der Wind schon die ersten Begrüßungsschreie der Aras zu.

Ganz Puerto de la Cruz ist verzaubert von Papageien; seien es die Straßenfotografen, die mit 3-4 Aras die Touristen animieren, um ein Foto mit ihnen zu machen, oder die freilebenden Mönchsittichgruppe, die ihre Nester in den großen kanarischen Dattelpalmen des Stadtparks bauen. Ein anderes Privileg der Einwohner von Pureto de la Cruz ist es, eine Gruppe von Agaproniden, Wellensittichen, Mohrenkopfpapageien und auch  Aras in großen Volieren auf der Terrasse oder auf dem Balkon zu halten. Immer wenn wir durch die Gassen und Straßen gingen, begleitete uns ein fröhliches Zwitschern oder ein durchdringender Schrei dieser Gesellen.

Wir haben uns öfters mit Straßenfotografen und ihren Aras unterhalten, sie haben diese Papageien vor Jahren vom Loro Parque erhalten, sie sind superzahm, leben immer frei in Gruppen und fliegen nie weg; das hat mich am meisten fasziniert. Da gerade dieses Thema ja oft ein Diskussionspunkt im Papageientreff der APN ist:
Die Papageien sind die Stars auf den Straßen, keiner von ihnen hat die Flügel gestutzt.
Häufig ist sehr starker Wind (Scirocco) in Puerto de la Cruz und gerade bei diesen Aufwind halten sie sich brav auf der Mauer, im Blumenkasten oder auf dem Zaun fest.

Die Hauptattraktion der Insel ist natürlich der Loro Parque mit der größten Papageiensammlung

die Elefanten - Parade vor dem Eingang des Loro - Parque

der Welt und anderen Attraktionen z.B. dem Planet Pinguin, einem Exhibit mit über 250 antarktischen Pinguinen, das 1999 fertiggestellt wurde.

Seit seiner Eröffnung im Jahre 1972 kamen immer mehr Papageien dazu, heute zählt die umfassende Papageienkollektion mit 300 Arten und Unterarten knapp 3.000 Exemplare; eine wichtige Reserve für die vielen gefährdeten Arten. Etwa 700 Papageien sind ständig im Park zu sehen, der Rest ist in den Zuchtstationen von La Vera untergebracht.

Die Käfiggestaltung der Papageien im Park ist einzigartig. Inmitten der schönsten Palmen aus tropischen und gemäßigten Breiten sowie attraktiven Grünpflanzen und Blumen sind die verschieden Arten beherbergt. Als Sitzstangen werden dicke Seile oder Abfallprodukte aus der Bauwirtschaft benutzt. Der Volierenboden ist mit Lavaschlacke bedeckt, ein natürliches Produkt der Insel. Pro Woche bekommen sie frische Kiefernäste zum Spielen und Benagen. In jeder Voliere ist für die Kalziumversorgung der Papageien ein Kalkstein angebracht.

 Granada-Amazone (Amazona-rhodocorytha)

 

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Autor
© Elke Voß mit Ergänzungen von Thorsten Bönte
für die Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk 07/2000


Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
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