Am 05.11.99 haben wir die ersten Bettelgeräusche
wahrgenommen. Es ist wirklich wahr, Jako (Hahn, Naturbrut, 13 Jahre) und Yoki (Henne,
Handaufzucht, fast 9 Jahre) sind Eltern geworden. Da sie so aggresiv waren, konnten wir
keine Nistkastenkontrolle durchführen. Wir waren 1 Woche lang der Meinung, daß nur 1
Junges geschlüpft sei. Mit Beginn der 2. Woche haben wir die Altvögel überlisten
können und erfreulicherweise festgestellt, daß zwei Babys im Nest lagen. Mit ca. 2 1/2
Wochen mußten wir die Babys aus dem Nest holen, sonst wären sie verhungert. Das Betteln
ist immer lauter geworden und hat kein Ende genommen.
Als wir die Beiden aus dem Nest holten waren sie beide etwas ausgekühlt und der Kropf war
gänzlich leer. Nun mußten wir handeln. Das Aufzuchtfutter, Spritzen und ein
Terrarienheizkabel usw. lagen schon für den Notfall bereit. Trotzdem war die Aufregung im
Hause groß, denn wir hatten noch nie vorher so kleine Babys gesehen, außer auf Fotos,
geschweigedenn großgezogen. Man hatte am Anfang richtig Angst, sie anzufassen, so
zerbrechlich wirkten sie. Schnell stellte sich aber glücklicherweise das Gegenteil raus.
Mit viel Zeit, Liebe und vor allem am Anfang mit viel Schlafentzug wurden die Kleinen von
uns aufgepäppelt. In den ersten zwei Wochen (3.-4. Lebenswoche) nach der Entnahme aus dem
Nest wurden die Racker alle 2 bis 2 1/2 Stunden gefüttert. Die ersten Tage mit ca. 3-5 ml
pro Fütterung, damit sie sich an das Handaufzuchtfutter gewöhnen konnten und es auch
richtig verdaut wurde. Danach habe ich die Menge auf ca. 8-10 ml pro Fütterung
gesteigert. Auch die Namensgebung fand jetzt statt, Leon für den
stolzen, majestätischen, stürmischen und oberneugierigen Schmuse-Schlingel und Ashia
für die süße, sensible, liebevolle und mitteilsame graue Maus. Nach einer weiteren
Woche (5. Lebenswoche) wurde nachts nur noch 1 x gefüttert und wieder 1 Woche (6.
Lebenswoche) später wurden die nächtlichen Fütterungen ganz eingestellt.
Zwischen morgens 6.00 Uhr und abends 23.30 Uhr wurde jetzt insgesamt 6 x gefüttert.
Leider hatte ich in der 5. Lebenswoche den Fehler gemacht und zuviel pro Mahlzeit gegeben.
Ashia begann zu erbrechen und war nicht mehr so aktiv wie vorher. Ich bin dann mit den
Beiden nach Gießen zum Institut für Geflügelkrankheiten gefahren und habe Abstriche vom
Kropf, Blutuntersuchungen und Kotproben machen lassen. Bei der Kropfuntersuchung von Ashia
wurden rote Blutkörperchen im Kropf festgestellt, was darauf hindeutete, daß bereits
irgendwo ein Äderchen aufgrund der zu hohen Futtergabe geplatzt war. Ich habe die
Futtermenge pro Mahlzeit auf max. 20-25 ml begrenzt und erst langsam wieder gesteigert.
Ashia hat sich dann relativ schnell wieder erholt. Auch die weiteren Labor-Untersuchungen
sind positiv ausgefallen. Bis zur Entwöhnung wurde noch mindestens 3-4 x täglich
gefüttert. Am 60. Tag wurde mit der Entwöhnung begonnen, aber trotzdem habe ich noch 2-3
x am Tag den Brei gegeben. Das Gewicht von Leon ist auf 415 g zurückgegangen,
mittlerweile beträgt es wieder 438 g, bei Ashia ging es auf 504 g hoch und jetzt wiegt
sie 455 g (Jetzt 15 1/2 Wochen alt). Die zwei sind unser ganzer Stolz und werden
natürlich auch bei uns bleiben. Auch hier ist mir wieder klar geworden, niemals einen
Einzelvogel zu halten, sondern mindestens zwei, die Beiden verstehen sich untereinander
sehr gut und in ihrem Leben haben auch wir unseren festen Platz bekommen, der aber niemals
einen Vogelpartner ersetzen kann. Trotzdem sind wir mit ihnen glücklich und wir hoffen,
sie mit uns auch.
Hier die Fotostory; wer interessiert ist, kann sich ja
gern auch die Gewichte
ansehen.