Der Pennantsittich

 

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Platycercus elegans (Gmelin)
Englischer Name: Crimson Rosella

Diese Art der Plattschweifsittiche hat ihre Verbreitung
im Nordosten sowie im Südosten Australiens.
In den Küstengebirgswäldern ist er
bis ca. 2000 m Höhe anzutreffen.

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Vorbemerkung / Verbreitung:

Der Pennantsittich (Länge 33-36 cm) im Nordosten sowie im Südosten Australiens beheimatet, wo er in den Küstengebirgswäldern bis ca. 2000 m Höhe anzutreffen ist. Die nordöstliche Unterart P. e. nigrescens ist kräftiger rot gefärbt und hat eine stärkere schwarze Zeichnung auf dem Rücken. Ihre Jungen bekommen schon in der Nisthöhle rote Federn.
Die südöstliche Unterart P. e. elegans ist blasser rot. Bei ihr kommen die Jungvögel grün aus der Bruthöhle und bekommen erst mit 1 bis 1 ½ Jahren das Erwachsenenkleid. (Bielfeld 1992)

Beschreibung:

Größe 33-36 cm (je nach Unterart), Männchen überwiegend rot; Bartstreif und Wangenfleck violett-blau; Schwingen und Schwanz blau; Rückengefieder schwarz gesäumt.
Weibchen wie Männchen gefärbt, aber Rückengefieder breit schwarz gesäumt, gewöhnlich mit kleinerem Kopf und Schnabel, doch ist dies nicht immer eindeutig erkennbar.
Jungvögel siehe Vorbemerkung.
Gewicht: Männchen 123 - 169 g, Weibchen 112 - 146 g, flügge Jungvögel 138 g.
P. e. nigrescens 112 - 120 g

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Lebensweise / Lebensraum:

Pennantsittiche leben in den feuchteren Regionen Australiens. Hier bevorzugen sie Wälder und Waldrandgebiete. Gerne fliegen sie in die Obstplantagen ein, um hier von den Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Kirschen und anderen Früchten zu fressen. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen über die allgemeinen Nahrungsgewohnheiten stellte man fest, daß die Sittiche besonders viel Insektenlarven fressen, und daß je nach Jahreszeit der Anteil der Larven bis über 50% der täglichen Futtermenge ausmachen kann. (Hoppe 1987)

Brutverhalten / Zucht:

Die Brutzeit beginnt meist ab September bis Dezember/Januar; bei Balz sitzt das Männchen auf einem Ast neben dem Weibchen mit nach vorne gestoßenen und leicht geöffneten Flügeln; Brustfedern gesträubt; Kopf aufgerichtet, nach hinten oder zur Seite geneigt; wippt mit gefächertem Schwanz; dabei unablässiges Geschnatter; Nester meist in Baumhöhlen oder hohlen Ästen abgestorbener Bäume; Gelegegröße 3 bis 7 Eier; Weibchen brütet allein; verläßt Nest nur kurz in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag; Brutzeit 19 Tage; Brutzeit 5 Wochen; wenige Wochen nach dem Ausfliegen sammeln sich Jungtierschwärme; teilweise brüten auch nicht voll ausgefärbte Vögel. Eimaße 29,4 x 24,2 mm (Arndt)
Die Zucht gelingt regelmäßig und ist nicht schwierig. Brutbeginn ist meist ab April; während der Brutzeit jagt das Männchen oft das Weibchen; bevorzugt wird ein Brutstamm mit 25 cm Innendurchmesser und mindestens 60 cm Tiefe; schräg anbringen; Normalgelege 5 bis 7 Eier; Brutdauer 20 bis 21 Tage; Weibchen wird in dieser zeit vom Männchen gefüttert; verläßt Bruthöhle nur, um Kot abzusetzen.
Nestlingszeit 35 Tage; Jungtiere nach 14 Tagen selbständig; spätestens nach 4 Wochen von den Altvögeln trennen, da gelegentlich zwei Bruten im Jahr (Arndt)

Haltung:

Die Erstzucht gelang in Frankreich schon 1874 und, dem Vernehmen nach, 1876 in England durch Gedney (1880), der die merkwürdige Behauptung aufstellte, die Nestjungen hätten "kräftig falbfarbene Dunen". In den USA gelang wahrscheinlich J.C. Edwards aus Los Angeles 1927 die erste Zucht. (Low 1989)
Der Pennantsittich ist einer der beliebtesten Großsittiche, wohl in erster Linie seiner hervorstechenden Farbgebung wegen. Er ist ein großer Vogel, der gerne fliegt, sich aber auch auf dem Boden aufhält. Vor allem braucht er viel Freiraum, was bei der Haltung unbedingt zu berücksichtigen ist. Eine Unterbringung in Käfigen ist für diese Vogelhaltung nicht zu empfehlen. (Hoppe, 1987)
Die Art ist extrem wetterfest. Als sie noch exportiert wurde, traten offenbar nur wenige Verluste bei frisch importierten Vögeln auf. Neben ihrer Schönheit und Widerstandskraft ist auch die Stimme angenehm. Groen (1962) schreibt: "Ihre Rufe sind recht melodiös, nicht sehr laut, und kein Nachbar wird sich über sie beschweren". (Low 1989)

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Pennanten baden gern...

 

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Quellenangaben: Thomas Arndt - Lexikon der Papageien
  Dieter Hoppe - Sittiche und Papageien (1987)
Rosemary Low - Das Papageienbuch (1989)
Text und Beschreibung,
Abbildungen und Fotos,
soweit nicht anders angegeben:

© Thorsten Boente
erstellt für die  Arbeitsgemeinschaft
Papageiennetzwerk Juni 1999