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Systematik |
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| Beschreibung |
Männchen: Stirnband blau mit
grünblauem Rand, Zügelpartie grün, Kehle und Brust
olivgrün, Bauch gelb mit orange-roten Bauchfleck. Rücken
und Flügeloberdecke olivgrün. Flügelrand,
Flügelbug, Handschwingen und Unterflügeldecken blau.
Unterschwanzdecken der Schwanzfedern gelb, Oberseite der
Schwanzfedern grün mit blauen Spitzen. Iris braun, Schnabel
graubraun, Füße grau. Länge: 20 cm. Gewicht 48 - 51
g.
Weibchen sind dunkler und blasser gefärbt und das
Stirnband ist schmaler, der grünblaue Rand fehlt.
Jungvögel: Ähnlich Weibchen. Mattere Farben,
Bauchfleck kleiner, weißer Unterflügelstreif vorhanden.
Volle Ausfärbung mit 8-9 Monaten. |

Orangebauchsittich
Neophema chrysogaster
Photograph courtesy of
Ingrid Albion & Ron Sutton,
Tasmanian Parks & Wildlife Service
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| Haltung und Zucht |
Sie werden nur gelegentlich gehalten, vorwiegend von
Züchtern in Südaustralien, die am Erhaltungszuchtprogramm
teilnehmen. Wenige Paare kamen in den 70 er Jahren nach
Europa.
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| Verbreitung / Lebensweise und
Freileben: |
| Die bekannten Nistplätze liegen im Südwesten
Tasmaniens im South West National Park (welcher inzwischen von der
UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklärt wurde).
Während des südlichen Sommerhalbjahres lebt und
brütet die gesamte Population der Orangebauchsittiche dort in
den Riedgrasebenen. Das Klima dieser Region ist stürmisch und
regnerisch, die durchschnittliche Temperatur liegt im Sommer bei
21-22°C.
Orangebauchsittiche gehören zu den wenigen echten
Zugvögeln unter den Papageien. Im März verlassen die
Vögel Südwest Tasmanien und fliegen entlang der
Westküste Richtung Norden. Über die Bass-Straße
ziehen sie zum australischen Festland, um dort den Winter zu
verbringen. Die Wanderung kann bis zu zwei Monate dauern (Die
Rückkehr braucht wesentlich weniger Zeit). Der
Orangebauchsittich erreicht das Festland im späten
März.
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South West National Park © M. Magnes
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Im Winterquartier verteilen sich die Vögel in kleinen
Schwärmen entlang der Küste - vom Süden der Region
Gippsland (Victoria) westwärts über die Port-Philip-Bucht
bis zum See Alexandrina in der Nähe von Adelaide im
Bundesstaat Südaustralien. Die Hauptkonzentration der kleinen
Population kommt in zwei Salzwiesengebieten an der
Port-Philip-Bucht und entlang den süd-östlichen
Stränden von Südaustralien vor. Jedoch werden die
Aufenthaltsorte vom Nahrungsangebot vorgegeben. Der Lebensraum in
Südaustralien ist die typische Küstenlandschaft. Die
Sittiche verzehren Pflanzen, die unmittelbar am Wasser der hinteren
Dünen stehen.
"Im 19. Jahrhundert erstreckte sich das Überwinterungsgebiet
der Orangebauchsittiche bis Sydney. Bis in die 40er Jahre
überwinterten die Orangebauchsittiche dort, wo heute der Hafen
von Melbourne liegt, etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Die Bucht von Port Phillip ... war früher das bedeutendste
Überwinterungsgebiet. Für den Bau von Industrieanlagen
und Freizeiteinrichtungen musste fast die gesamte
ursprüngliche Küstenvegetation der Bucht weichen. Nur der
Lake Yambuck konnte als Überwinterungsplatz gerettet werden
und steht mittlerweile unter Schutz."
Die Sittiche leben paarweise und in kleinen Gruppen zusammen. Wie
die meisten Papageien baut der Orangebauchsittich kein Nest sondern
legt seine Eier in die hohlen Stämme und Äste des
Eukalyptus. Es gibt 3-6 Eier bei einem Gelege. Die Brutdauer
beträgt 21 Tage, die Jungen fliegen nach ca. 35 Tagen aus.
Ungefähr 4 Wochen nach dem Ausfliegen sind sie
selbständig.
Die Paare bleiben ihr Leben lang zusammen. Das gleiche Paar nimmt
ein Nest für über 5 Jahre in Besitz. Gegenwärtig
wird geschätzt dass es vierzig Brutpaare gibt. Bis zu 6 Eier
können jede Saison gelegt werden, es mag daher
überraschen dass die Population nicht zunimmt. Jedoch fordern
natürliche Ereignisse ihren Tribut. Bei allen Nest-Studien
beträgt der Durchschnitt nur 1,7 Jungenaufzuchten pro
Nest.
Hauptsächlich ernährt sich der Orangebauchsittich von den
Samen diverser Gräser. Die Nahrungsanforderungen variieren in
den verschiedenen Stadien der Brutsaison. Außerhalb der
Brutzeit verbringt er viel Zeit auf dem Boden, um nach Nahrung zu
suchen oder sich im Schutz eines Grasbüschels oder eines
Buschs auszuruhen. Auch auf Viehweiden und an Stränden suchen
sie Nahrung.
Die Vögel sind scheu, bei Störungen fliegen sie auf und
lassen sich erst in einer gewissen Distanz nieder, bei erneuten
Störungen verlassen sie den Platz. Ihr Flug ist schnell und
wird von kurzen Gleitflügen unterbrochen. Orangebauchsittiche
schließen sich gelegentlich bei ihren Flügen mit
Feinsittichen (Neophema chrysostoma) zusammen. Es ist nicht klar ob
diese gemischten Schwärme auch in den
Überwinterungsgebieten auf dem australischen Festland bestehen
bleiben.
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| Bedrohung: |
Historische Informationen deuten an, dass die Population seit
den ersten Besiedlungen durch Europäer abnahm. Es gibt
Berichte von "Tausenden" aus den Jahren 1830, 1880 und 1910. Die
Abnahme erscheint am dramatischsten seit den 40er Jahren, die
Population hat sich in den letzten Jahrzehnten (seit ungefähr
1975) bei seinem derzeitigen sehr niedrigen Stand von 100 bis 200
Vögeln eingependelt.
Gemäß der Roten Liste der IUCN fällt diese Art
unter das Kriterium "Vom Aussterben bedroht" (Critically Endangered
CR, C2b). Die Art hat eine Gesamt-Population von weniger als 250
Tieren ( C ), hat stetig abgenommen, und sein Verbreitungsgebiet
schrumpfte merklich seit 1920, mit allen Exemplaren sind sie eine
einzige Sub-Population (2b).
Der Orangebauchsittich ist vom Staat und der Gesetzgebung
geschützt und ist als national bedroht aufgelistet. Die
australische Naturschutzbehörde führt seit geraumer Zeit
ein Rettungsprogramm zugunsten des Orangebauchsittichs durch, dank
dem immerhin der weitere Rückgang der Population aufgehalten
werden konnte.
Forscher nehmen an, dass die Ursachen für den
Bestandsrückgang des Orangebauchsittichs hauptsächlich in
den Überwinterungsgebieten auf dem Festland zu suchen sind. In
den Brutgebieten in Südwest Tasmanien ist der Lebensraum des
Orangebauchsittich noch relativ unverändert, allerdings sind
die Gebiete auf dem Festland massiven Veränderungen
ausgesetzt. Der Küstenbereich vor Melbourne, die Port Phillip
Bucht, war früher für die Vögel ein wichtiges
Überwinterungsgebiet. Diese Bucht wird zunehmend von Menschen
besiedelt, Industrieanlagen und Freizeiteinrichtungen wurden gebaut
und dadurch ist die ursprüngliche Küstenvegetation fast
verschwunden. Die Gebiete in Südaustralien, sind teilweise von
Schafherden stark überweidet. Seit Generationen wurden die
dortigen Riedgrasflächen von den Orangebauchsittichen
aufgesucht.
Das Nahrungsangebot auf dem Festland hat abgenommen und die
geeigneten Futterplätze sind weit voneinander entfernt.
Dadurch müssen sich die Vögel in kleine Gruppen von zwei
bis fünf Tiere aufteilen, die leicht Opfer von Beutegreifern
wie Katzen und Füchsen werden. Darüber hinaus leiden die
Sittiche unter der Konkurrenz eingeführter Vögel wie
Stare, Sperlinge und Stieglitze und auch durch die einheimischen
Feinsittiche.
Erschwerend hat der Orangebauchsittich als Zugvogel die
Überquerung der Bass Straße zu bewältigen mit den
entsprechenden Gefahren. Die Jungen fliegen meist ohne
Unterstützung der Altvögel, welche anscheinend
unabhängig weiterziehen.
Möglicherweise spielen auch Inzucht-Effekte eine Rolle.
Deshalb wird der Auswilderung gezüchteter Orangebauchsittiche
große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Vögel werden im
Frühjahr frei gelassen. In guter Kondition pflanzen sie sich
im Sommer fort und unterstützen so die Freilandpopulation.
Allerdings ist die Überlebensrate der ausgewilderten Sittiche
sehr gering. Viele der ausgewilderten Vögel überleben
kaum ein Jahr, trotzdem sind sie wichtig bei der Vermeidung von
Inzuchteffekten. Immerhin konnten 1998 und 1999 52 Jungvögel
gezüchtet werden, 31 von ihnen wurden in die Freiheit
entlassen.
Das Ziel des Orangebauchsittich-Wiederherstellungs-Plans
(Orange-Bellied Parrot Recovery Plan 1998-2002) ist den
Erhaltungsstatus dieser Art zu verbessern, so dass sie nicht mehr
länger im IUCN Kriterium "vom Aussterben bedroht" (CR)
eingeordnet ist und in eine niedrigere Bedrohungs-Kategorie
eingeordnet werden kann. Dieses Ziel soll erreicht werden indem die
Anzahl der ausgewachsenen Tiere in der Wildpopulation auf 250
Vögel oder mehr erhöht wird. Ein weiteres Ziel ist die
Erweiterung und Sicherung der gefährdeten
Überwinterungsgebiete damit die Art in seiner derzeitigen
Größe bestehen kann. Das langfristige Ziel der
Bemühungen ist die Art innerhalb von 30 Jahren auf "geringer
gefährdet, abhängig von Artenschutzmaßnahmen"
(Lower Risk, Conservation dependent; LRcd) runterzustufen.
Aktuelles:
Am 27./28 Juli 2002 wurde eine Zählung mit über 100
Freiwilligen Helfern durchgeführt welche eingehend die Lage
vom Murray River Muth, Süd-Australien, bis zu Jack
Smith´s Lake, Gippsland, Victoria überwachten. Die
Zählung ergab 23 Orangebauchsittiche, über 1180
Feinsittiche (Neophema chrysostoma), 179 Schmucksittiche (Neophema
elegans), zwei Klippensittiche (Neophema petrophila) und 20
undefinierte Neophema Arten.
Von den 23 Orangebauchsittichen wurden 18 in Victoria gezählt,
drei in Südaustralien und interessanterweise zwei in Nord-West
Tasmanien. Es ist ungewöhnlich Orangebauchsittiche Mitte des
Winter noch in Tasmanien anzutreffen und es gibt sehr wenige
historische Aufzeichnungen von Orangebauchsittichen, welche in
Tasmanien überwintern. Diese beiden Vögel waren auf
Futtersuche entlang des Strandes.
Eine andere Überraschung war die geringe Anzahl von
Orangebauchsittichen in Victoria. Mitte des Winters ist
gewöhnlich die Jahreszeit in welcher die maximale Anzahl dort
gezählt werden kann.
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| Quellenverzeichnis: |
Bücher:
- Robiller, Handbuch der Vogelpflege, Papageien Band 2:
Neuseeland, Australien, Ozeanien, Südostasien, Afrika
Zeitschriften:
- Papageien 11/2000, Die Papageien Tasmaniens (Teil 2), Dr. R.
Seitre
Internet:
Link IUCN: http://www.papageien.org/HJP/Misc/beitrag2_1001.html
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Zur Homepage: |
Zusammenstellung: ©
Marion Wiegel
Adaption für WWW: Thorsten Bönte
Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
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©
12/2002 |
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