Der Ara glaucogularis
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Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Ara glaucogularis (Dabbene, 1921)
früher Ara caninde (Wagler, 1832)

: Blaulatzara
(früher: Caninde Ara)

: Blue-throated Macaw
(früher: Caninde Macaw)

Systematik
  • Genus: Ara
  • Art: Ara glaucogularis
  • Unterarten: keine

Steckbrief:

Gefiederfärbung: Männchen und Weibchen gleich
Länge: ca. 75 cm
Freilandpopulation (Status): selten bis sehr selten
CITES: Anhang I
EU- Artenschutzverordnung (EG 338/97): Anhang A

Gefangenschaftspopulation: sehr selten
Haltung: große Flug-Volieren mit Schutzraum und Nistgelegenheit
Gelege: 2-3 Eier
Brutdauer: 28 Tage
Flügge werden: nach dem 90. Tag
Erreichen der Selbstständigkeit: ca. 12 Wochen nach dem Ausfliegen

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Verbreitung

Ein Restbestand von unter 100 Individuen des Blaukehlaras bewohnt ein kleines Gebiet in der Tieflandregion Beni / Bolivien.

Beschreibung

Männchen und Weibchen: Oberseite von der Stirn bis zur Schwanzspitze blau, Stirn mit grünlichblauem Schimmer, Augenumgebung, Zügel und Wangen nackt, weiß, reihenweise durchzogen mit blauen Federn. Von den unteren Wangen bis zur Kehle latzförmig blaue Federn, Rest des Körpers gelborange Farbe, Schwingen und Oberseite Schwanzfedern blau, Flügelspiegel und Schwanzunterseite gelborange. Iris gelblich, schwärzlich-braune Füße, Schnabel schwarz

Jungvögel: wie erwachsene Tiere, aber dunklere Wangen und Iris bräunlich

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Habitat

Der Blaulatzara lebt in Galeriewäldern entlang von Flüssen und Seen und in halboffene Sumpfebenen. Meist ist er dort in Savannengebieten mit wenig Gras- und Palmbewuchs anzutreffen. Diese Gebiete sind bis zu fünf Monate im Jahr überschwemmt und für den Menschen nicht passierbar. Sie teilen sich ihr Habitat mit dem Gelbbrustara (Ara ararauna) und dem Hellroten-Ara (Ara macao)

Ernährung, Brut, Lebensweise

Leider ist kaum etwas über sein Leben in der Wildnis bekannt. Beobachtungen beschränken sich zumeist auf die Nahrungssuche und das Fressen von Palmnüssen. Er ist ein Schwarmvogel, der ausserhalb der Brutzeit zusammen mit dem Ara ararauna Gemeinschaftsgruppen bildet. In diesen Schwärmen ist das Verhältnis zwischen Blaulatz- und Gelbbrustara ca 1:100. Bruthöhlen findet der Blaulatzara in Palmen der Sumpfgebiete. Seine Brutbiologie entspricht der des Gelbbrustaras, da beide die gleiche ökologische Nische besetzen.

Gefährdung
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Mit seinen unter 100 in Bolivien freilebenden Individuen [rosa] muß der Ara glaucogularis heute als sehr selten und stark vom Austerben bedroht bezeichnet werden. Schuld daran ist wie so oft in erster Linie der Mensch. Zum einen weil früher aber auch heute Nestlinge für den illegalen Wildvogelhandel aus den Bruthöhlen entnommen wurden und werden. Und zum anderen kommt auch hier, wie bei vielen anderen gefährdeten Arten ebenfalls, ein sorgloser Umgang mit dem Lebensraum dieser Vögel durch den Menschen zum tragen.

Drittens ist noch hinzuzufügen, daß Federn und Körperteile wildlebender Papageien für diverse menschliche Rituale als Körperschmuck verwendet werden. Ob sich darunter auch Blaulatzaras befinden, ist noch in Erfahrung zu bringen.

Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) und das Artenschutzabkommen der Europäischen Union tragen der Gefährdung dieser Art durch den Handel Rechnung, indem sie den Blaulatzara im WA I bzw. im Anhang A aufführen.

Die LPF (Loro Parque Fundacion) unterstützt derzeit ein Schutzprogramm der bolivianischen Organisation "Armonía" im Heimatland des Blaulatzaras.

Besonderes

Es sei noch erwähnt, daß der Blaulatzara (rechts) früher für eine Unterart des Gelbbrustaras (links) gehalten wurde. Und in der Tat könnte man bei flüchtigem Betrachten dieser Meinung sein. Bei genauerem Hinsehen werden die Unterschiede in der Färbung und besonders die der Form des "Gesichtes" schnell deutlich. Beobachtet man sie und beschäftigt man sich mit ihnen über längere Zeit, kommt man zu dem Ergebnis einer sehr unterschiedlichen Lernfähigkeit, die beim Ara ararauna wesentlich höher ist, wie auch zu der Erkenntnis, daß sich der Ara glaucogularis sehr in seinem Wesen von der anderen Art unterscheidet.

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Autor
© [Text] Stefan Seifert für die
© [Bilder] Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk 11/'99

Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
www.papageien.org

Infos, Anregungen, Kritik
info@papageien.org

Quellennachweis:
  • Papageien - Band 3 - Mittel- und Südamerika - von Franz Robiller
  • Aras - von Dieter Hoppe
  • Enzyklopädie der Papageien -Aras - von Werner Lantermann [1]
  • Papageien - Zeitschrift - Arndt-Verlag

Grafik nach einer Vorlage von [1]
© Bild Ara ararauna von Barry Thaxton @ Those Majestic Macaws