Der Ara maracana
ara_maracana_pdm_9908_01.jpg Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Ara maracana (Vieillot, 1816)

: Rotrückenara, Marakana
:
Illiger's Macaw

Systematik
  • Genus: Ara
  • Art: Ara maracana
  • Unterarten: keine

Steckbrief:

Gefiederfärbung: Männchen und Weibchen leicht unterschiedlich
Länge: ca. 43 cm
Freilandpopulation (Status): je nach Gebiet selten bis sehr selten
CITES: Anhang I
EU- Artenschutzverordnung (EG 338/97): Anhang A

Gefangenschaftspopulation: niedrig
Haltung: bevorzugt Flug-Volieren mit Schutzraum (>5°C)
Gelege: 2-3 Eier (je nach Haltung bis zu zwei Gelege jährlich)
Brutdauer: 24 bis 26 Tage
Flügge werden: 63. bis 70. Tag
Erreichen der Selbstständigkeit: Drei bis vier Wochen nach dem Ausfliegen

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Verbreitung

Lokal begrenzt in Ost-Brasilien vom südlichen Pará und Maranhão südlich bis zur Küstenregion von Süd-Bahia und Rio Grande do Sul, in Ost Paraguay und in Nordost-Argentinien. In Argentinien ist er vermutlich ausgestorben. Auch in vielen anderen Regionen ist er ebenfalls nicht mehr anzutreffen.

Beschreibung

Männchen (rechts): grün, Stirn rot, Oberkopf blau, Zügel, Augenpartie und vordere Wangen nackt, gelblich mit streifenförmig angeordneten, kleinen gelblichen Federn. Flügeldecken nahe Flügelbug bläulich, ebenso Schwingen. Oberseite olivgrün, Unterrücken rot, Bürzel grasgrün. Brust und Oberbauch grün. Bauch mit auffälliger, roter, V-förmiger Zeichnung. Iris orange bis rot. Schnabel schwarz. Füße fleischfarben, teilweise pigmentierte dunkelbraune bis schwarze Hornplättchen.

Weibchen (links): ähnlich dem Mänchen, doch ist die rote Zeichnung weniger ausgeprägt und hat im Bauchbereich weniger scharfe Konturen. Insgesamt sind die Weibchen eher kleiner.

Jungvögel: Blasser gefärbt, konturloser, rotes Gefieder im Bereich der Stirn fehlt bisweilen ganz.

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Habitat

Der Marakana ist ein in der Regel ein Waldbewohner, der aber auch an Waldrändern und gelegentlich in Galeriewäldern im Landesinneren Nordost-Brasiliens anzutreffen ist. Bis zu einer Höhe von 1000 über NN bewohnt er das brasilianische Küstenflachland

Ernährung, Brut, Lebensweise

Leider ist kaum etwas über sein Leben in der Wildnis bekannt. Er ist ein Schwarmvogel, der ausserhalb der Brutzeit in Gruppen von bis zu ca. 20 Individuen lebt. Vor der Störung durch menschliche Eingriffe in seinen Lebensraum waren weitaus größere Verbände zu beobachten. Als Brutplatz dienen ihm meist Höhlen in abgestorbenen Bäumen. Während dieser Zeit halten sich die Paare getrennt vom restlichen Schwarm auf.

Gefährdung
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Durch massive Lebensraumzerstörung muß der Ara maracana heute als selten und vom Aussterben bedroht eingestuft werden. Die Grafik verdeutlicht wie groß seine ehemalige Verbreitung war ( gelb ) und wie weit sie bereits gegen Ende der 80er Jahre zurückgegangen ist ( rot ). Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) und das Artenschutzabkommen der Europäischen Union tragen dem Rechnung, indem sie den Marakana im WA I bzw. im Anhang A aufführen.

Besonderes

Im Rahmen des Erhaltungsprojektes für den Spix-Ara (Cyanopsitta spixii), von dem es bekanntermaßen nur noch ein freilebendes männliches Exemplar gibt, das mit einem Marakana-Weibchen zusammenlebt, wird u.a. von der Loro Parque Fundacion ein Auswilderungsprojekt angestrebt, bei dem eine Gruppe von 20 Marakanas in die Freiheit entlassen werden soll. Die Verantwortlichen erhoffen sich davon Erkenntnisse über den geplanten Versuch einer Wiederansiedlung des Spix-Ara in seinem natürlichen Habitat. Ausführliche Informationen zu diesem Projekt sind in der Zeitschrift "Papageien" (2/98 , 11/ 98) nachzulesen und zu verfolgen.


Autor
© Stefan Seifert für die Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk 08/'99

Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
www.papageien.org

Infos, Anregungen, Kritik
info@papageien.org

Quellennachweis:
  • Papageien - Band 3 - Mittel- und Südamerika - von Franz Robiller [1]
  • Aras - von Dieter Hoppe
  • Enzyklopädie der Papageien -Aras - von Werner Lantermann
  • Papageien - Zeitschrift - Arndt-Verlag

Grafik nach einer Vorlage von [1]