Papagei des Monats September 2001
Der Braunlori
Systematik

Foto mit frdl. Gen. © Kaj Andersen, Denmark


Familie:   Loriidae
Gattung:   Chalcopsitta
Art:       C. duivenbodei
Unterarten: 
           - C.d. duivenbodei
           - C.d. syringanuchalis ?


Anmerkung:
Nach Forshaw (1981) ist die Unterart C.d. syringanuchalis zweifelhaft. Die geographischen Verbreitungsgebiete beider Unterarten gehen weitläufig ineinander über, und zumindest die äusseren Unterscheidungsmerkmale sind sehr gering.

Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Chalcopsitta duivenbodei (Dubois, 1884))

Chalco - aus dem griechischem chalcos = Erz,
hier soviel wie "wie Erz schimmernd"
duivenbodei = Duyvenbode gewidmet,
(lt. Low, 1998 geht die fehlerhafte Schreibweise auf Peters' Check-List of Birds of the World, 1937 zurück. Korrekt müsste es also Chalcopsitta duyvenbodei heissen.)
Sprachen:
Braunlori*
Duyvenbode's Lory
Duivenbode's Lori
Lori de Duyvenbode
Beschreibung
Grösse: um 30 cm
Gefieder: Grundfarbe Dunkelbraun teilw. mit metallisch-bläul. Glanz. Unbefiederte Hautpartien um den Unterschnabel, in Zügelbereich und um die Augen schwarz. Vordere Stirn, vorderer Wangenbereich Gelb, in Schwarz übergehend.
Halsseiten und Nacken mit weissen Strichelfedern. Flügelbug und Flügekunterseite goldgelb, Brustfedern gelblich gesäumt. Schenkelinnenseiten Goldgelb. Abdomen, Unterschwanzdecken bläul. schwarz. Schwanzunterseite von Rot nach Gelb zum Ende.
Schnabel: schwarz
Füsse: schwarz
Iris: rotbraun


Die Unterart C.d. syringanuchalis erscheint im allg. dunkler gefärbt.
Geschlechtsunterschiede sind nicht offensichtlich, Bei den Jungvögeln sind die nackten Hautpartien am Kopf weisslich gefärbt, die Schwanzfedern tragen eine } -artige Spitze.
Verbreitung/Lebensraum
Verbreitung nach Robiller (1991):
  • Gelb: C.d. duivenbodei
  • Rot: C.d. syringanuchalis

    Der Braunlori ist entlang der Nordküste von Papua Neuguinea verbreitet. Er bewohnt dort vorwiegend die Wälder der flacheren Gegenden bis in Höhen von ca. 200m ü.N.N. Vorherrschend ist hier das tropische Klima.
  • Ernährung/Lebensweise/Brut
    Innerhalb des Verbreitungsgebietes leben diese Lories paarweise oder in kleinen Gruppen. Und das ist schon so gut wie alles, was über den freilebenden Braunlori bekannt ist.

    Rosemary Low beschreibt einen Brutverlauf in Gefangenschaft wie folgt: "... das Gelege besteht aus zwei Eiern, die etwa 24 bis 26 Tage bebrütet werden. Die frisch geschlüpften Küken tragen auf der Oberseite ziemlich lange, weisse Nestlingsdaunen..." - "... Die Jungen verlassen das Nest im Alter von ca. 10 bis 11 Wochen, und sollten noch mindestens zwei Monate bei den Eltern verbleiben."

    Die Welterstzucht des Braunlori (Nominatform) gelang 1977 im Vogelpark Walsrode.
    Der Braunlori wird im Loro Parque, Teneriffa regelmässig nachgezüchtet.

    Datenblatt Status und Handel aus der UNEP-WCMC Database im Extrafenster.

    Eine persönliche Anmerkung sei hier erlaubt: Der Braunlori ist eines der vielen Beispiele unter den Papageien, die in Gefangenschaft gehalten und nachgezogen werden, obwohl über das tatsächliche Freileben des Vogels so gut wie nichts bekannt ist. Die Frage stellt sich, ob so der richtige Weg in der Papageienkunde eingeschlagen wird: "erstmal züchten, erforschen können wir immer noch". Eines Tages ist vielleicht zum Erforschen zu spät, und dann haben wir eine nicht auswilderungsfähige Erhaltungszucht. Nicht auswilderungsfähig deshalb, weil wir über das natürliche Verhalten der Spezies nichts wissen (wollten).

    Küken, ca. 1 Tag alt
    Foto mit frdl. Gen. © Kaj Andersen, Denmark
     

    Foto mit frdl. Gen. © Loro Parque Fundación (Juan Angel de Corral)

    Quellennachweis
    Forshaw, J.M. (1981) Parrots of the world; David&Charles; ISBN 0-7153-7698-5
    Low, Rosemary (1998) Duyvenbode's Chalcopsitta duyvenbodei, a uniquely beautiful Lori. in: Lori Journaal International (1998)
    Mivart, St.G. (1896) Monograph of the Lories; Nachdruck FUNDACEF 1992
    Robiller, F. (1991) Handbuch der Vogelpflege, Papageien Bd.1; Ulmer; ISBN 3-8001-7228-3
    Robiller, F. (1993)Loris; Urania Verl. Leipzig; ISBN 3-332-00530-8


    Weiteren Lesestoff zu den Glanzloris finden Sie in unserer Literaturdatenbank
      Zur Homepage:
    Zusammenstellung: H.-J. Pfeffer
    Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
      © 09/2001