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Allgemeines:
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Unser Papagei des Monats Oktober ist das Blaukrönchen (Loriculus galgulus). Es findet sich in
unseren heimischen Volieren aus mehreren Gründen meist nur bei spezialisierten Haltern.
Zu der Problematik bei der Haltung weiter unten. Blaukrönchen gehören zu der Gattung der
Fledermauspapageien, die im süd-ostasiatischen Raum weit verbreitet ist. Namensgebend ist die
Angewohnheit, sich beim Schlafen mit dem Kopf nach unten "aufzuhängen".
In menschlicher Obhut wird dazu häufig das Volieren-Gitter verwendet.
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Familie: Loriculidae
Gattung: Loriculus
Art: L. galgulus
Unterarten:
- keine
Anmerkung:
Mit der Aufstellung der Loriculidae als eigene Familie folgen wir
hier dem Vorschlag von Wolters bzw. Homberger. Die Familie besteht
nur aus der Gattung Loriculus (Fledermauspapageien, 11 Arten, ca. 21 Unterarten).
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Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Loriculus galgulus (Linné, 1758)
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Sprachen:
Blaukrönchen
Blue-crowned Hanging Parrot, Malay Lorikeet
Blauwkroontje
Loricule à tête bleue
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Beschreibung
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12 cm. Grundfarbe kräftig grün; Männchen hat einen kräftig blauen Scheitelfleck (blaues "Krönchen")
und einen blutroten Kehlfleck, sowie einen ebenfalls kräftig roten Bürzel und rote Unterflügeldecken.
Weibchen sind einfarbig grün, ohne die markanten Abzeichen des Männchens. Juv. sind blaßgrün.
Abb.: typische Schlafposition
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Verbreitung/Lebensraum
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Auf unzähligen Inseln der Länder Indonesien (Sumatra, Borneo, ect.), Thailand, Malaysia, Singapur.
Status:
Größtenteils unbekannt, jedoch nicht selten; Populationen in Thailand und Malaysia gelten
als stabil (Robiller, 1997).
Habitat:
Blaukrönchen leben hauptsächlich in Regenwäldern, man kann sie jedoch auch in offenen Landschaften
beobachten, sofern genügend blühende Bäume und Sträucher vorhanden sind. Auch in Plantagen und
Gärten kann man Blaukrönchen beobachten. In Bergregionen kommen sie bis auf 1250 m ü.M. vor.
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Lebensweise / Ernährung im Freiland
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Blaukrönchen streifen in der Regel in kleinen Gruppen umher, fast nie sind sie einzeln unterwegs.
Sie sind nicht sehr auffällig und ihre Stimmchen sind leise. Behände bewegen sie sich im Geäst um an
ihre Nahrung (Nektar, Früchte, Pollen, Samen sowie verschiedene kleine Insekten) zu kommen.
Die Brutzeit liegt zwischen Januar und Juli. Wie die allermeisten Papageien sind auch Blaukrönchen
Höhlenbrüter. Pro Brut werden 2-4 Junge aufgezogen. Einzelheiten zum Brutablauf aus dem Freiland
sind nicht bekannt. Robiller erwähnt, das die Bruthöhlen etwa in einer Höhe von 12 Meter
(und damit relativ hoch) liegen.
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Haltung und Zucht
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Blaukrönchen werden schon sehr lange in kleinen Stückzahlen nach Europa
eingeführt. Anfangs war ihre
Lebenserwartung leider nicht sehr hoch, da ihre spezielle Ernährungsweise
nicht bekannt war und
auch ihrer Anfälligkeit auf Pilzkerkrankungen nicht Rechnung getragen
wurde. Seit man mehr über
diese Punkte weiß, hat sich die Lebenserwartung der Blaukrönchen stark
erhöht. Bei der Pflege muß
auf einen hohen Standard an Hygiene geachtet werden. Ausscheidungen von
Blaukrönchen sind recht
dünnflüssig. Eine regelmäßige Reinigung der Voliere ist unabdingbar.
Manche Züchter versetzen das
Badewasser (das ständig zur Verfügung stehen sollte) mit Chinosol um
Pilzerkrankungen
vorzubeugen.
Erstmalig wurden Blaukrönchen 1968 in Dänemark, 8 Jahre später auch
in Deutschland gezüchtet.
Heute gelingt die Zucht bei Spezialisten regelmäßig und so finden sich
in den einschlägigen
Fachzeitschriften immer Angebote von Nachzuchten (aber auch Wildfänge
werden leider nach wie vor
angeboten).
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Blaukrönchen sind keine "Hauspapageien"; man kann sie nicht halten wie
Großpapageien. Sie sind
nicht entsprechend "intelligent" (gelehrig) und werden in der Regel
auch nicht so zahm wie
Großpapageien. Sie werden paarweise, oder besser, in kleinen Gruppen
in Volieren gehalten die so
geräumig konzipiert sein müssen, daß sich "Freiflug im Zimmer"
erübrigt, der für die Winzlinge
sowieso mehr Gefahren als Nutzen bringen würde. Die Voliere
sollte bepflanzt werden, um den
agilen Vögeln genügend Klettermöglichkeiten zu bieten.
Frische Weidenzweige sollten ebenfalls
ständig zur Verfügung stehen. Auch Außenvolieren sind im Sommer
möglich, sofern den Vögeln
ständig ein Schutzraum zur Verfügung steht. Die Vögel dürfen
aber keinen Temperaturen unter 20 °C
ausgesetzt werden, Importtiere sogar nicht unter 25 °C.
Blaukrönchen sind keine Papageien
für den Halter der sich Vögel wünscht, die mit ihm in "Kontakt
treten"; Für den Halter,
der Freude am Beobachten einer munteren Bande kleiner Papageien
hat und entsprechende
Haltungsbedingungen schaffen kann, stellt ein Schwarm
Blaukrönchen aber bestimmt einen ganz
besonderen Reiz dar.
Ernährung in Menschenobhut:
Viele Früchte, vor allem Äpfel, Feigen, Birnen, Bananen und
Gemüse. Lori-Brei. Einige
Futtermittelhersteller bieten inzwischen auch schon speziellen
Futterbrei für Fledermauspapageien an.
Samengemisch aus kleinen Sämereien (versch. Hirse, auch gekeimt,
Glanz, Negersaat).
Zur Zucht auch Zwieback, Eifutter und Insekten (Mehlwürmer).
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Quellennachweis
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Literatur:
- Th. Arndt, Lexikon der Papageien, 1996
- F. Robiller, Handbuch der Vogelpflege, Papageien Band 2, 1997
- AZ-Nachrichten 8/2000, Seite 406:
"Haltung und Zucht des Blaukrönchens"
- Papageien 9/97, Seite 282: Reinschmidt, Matthias:
"Blaukrönchen auf Borneo"
Weiteren Lesestoff zu den Fledermauspapageien finden Sie in unserer
Literaturdatenbank
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Zur Homepage: |
Zusammenstellung: Markus Kaufmann
Fotos: © Markus Kaufmann
Adaption für WWW: H.-J. Pfeffer
Arbeitsgemeinschaft
Papageien-
Netzwerk
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© 10/2001
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