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Systematik
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Foto © Thorsten Bönte
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Familie: Cacatuidae
Gattung: Probosciger
Art: P. aterrimus
Unterarten:
- P.a. aterrimus
- P.a. goliath
- P.a. stenolophus
Anmerkung:
Nach Forshaw (1981) sind die Unterschiede der Unterarten nicht
genau dokumentiert. (speziell P.a. aterrimus und -goliath)
Es ist durchaus möglich, dass geographisch
bedingte Unterarten eigentlich keine solchen sind.
In anderen Beschreibungen findet man daher auch andere, bzw.
weitere Unterarten: z.B. P.a. alecto und P.a. intermedius.
Wir folgen hier der Aufstellung von Forshaw, die sich auch bei
Robiller (1991) wiederfindet.
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Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Probosciger aterrimus (Gmelin, 1788)
Probosciger = grosse Nase und tragen (Kombination altgr. Wörter)
- aterrimus = der Schwärzeste (aus dem Lat.)
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Sprachen:
Palmkakadu, Arakakadu*
Palm Cockatoo
Palmkakatoe, Arakakatoe, Zwarte Kakatoe
Cacatoès grande de Palmier
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* Alte Bezeichnung bei Brehm (1866): "Casmalos"
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Beschreibung
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Grösse: bis zu 70 cm
Gefieder: Rabenschwarz, teilweise mit leicht bläulichem
Schimmer. Lange, rückwärts gebogene Haubenfedern am Kopf.
Unbefiederter Wangenfleck von der Wurzel des Unterschnabels bis
zur Linie Zügel, unterer Augenrand und Ohrdeckfedern.
Die Farbe des Wangenflecks verändert sich mit zunehmenden
Erregungszustand des Vogels von blassrosa bis rot.
Besonderheit: Rote Zunge mit schwarzer Spitze.
Schnabel: grauschwarz
Füsse: grau
Iris: dunkelbraun
probosciger.wav
abcnews-archive/b081001.ram
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Foto mit frdl. Gen. © Thomas Polster
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Geschlechtsunterschiede sind nicht offensichtlich, nach Wolters (1991)
und Peters (1988) ist der rote Wangenfleck beim Männchen vor dem Auge
höher gezogen, auch ist der Schnabel des Weibchens kürzer und stärker
gekrümmt. Insgesamt soll das Weibchen auch etwas kleiner sein.
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Verbreitung/Lebensraum
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WEISS: P.a. aterrimus
ROT: P.a. stenolophus
GELB: P.a. goliath
Palmkakadus sind über die ganze Insel von Papua-Neuguinea verbreitet, bewohnen einige
nahegelegene Inseln und Cape York an der Nordspitze Australiens.
Während sich die Verbreitungsgebiete von aterrimus und goliath im Süden der Insel in
einem grossen Bereich überschneiden, werden stenolophus und goliath durch den zentralen
Gebirgszug, der Insel längs durchschneidet, getrennt.
Ihr Lebensraum sind die tropisch feuchten Waldländer bis in Höhen von ca. 1.300m.
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Ernährung/Lebensweise/Brut
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Der imposante Schnabel des Palmkakadu zeigt deutlich, dass er auf hartschalige
Samen und Nüsse spezialisiert ist. Aber auch Früchte und andere Pflanzenteile werden
genommen. Nüsse werden in den Oberschnabel geklemmt, und von unten her mit dem
Unterschnabel gespalten.
Im Gegensatz zu anderen Kakadus leben die Palmkakadus nur einzeln oder in kleinen Gruppen
von bis zu 6 oder 8 Vögeln, wahrscheinlich einem "Familienverband". Sie schlafen getrennt,
kommen aber tagsüber auf bestimmten Bäumen zusammen.
Ein besonderes Verhalten ist das "Trommeln": Mit einem Stock oder einer harten Nuss in der
Kralle wird mehrfach (bis zu 100 mal) auf einen hohlen Baumstumpf eingeschlagen. Der entstehende
Lärm ist beachtlich. (Wood, 1988)
Die Paare besetzen bestimmte Reviere, die mögliche Bruthöhlen enthalten. Diese Höhlen werden auch
regelmässig "kontrolliert". Die Brutzeit hängt von den klimatischen Bedingungen ab, und beginnt
etwa im August. Schon zuvor beginnen die Vögel damit, Bruthöhlen durch Eintragen von Holzspänen
vorzubereiten und verteidigen ihr Revier. Eine Nisthöhle wird mehrere Jahre lang immer wieder
benutzt (Diefenbach, 1985). Die Nester selbst sind grosse Baumhöhlen in ziemlicher Höhe, etwa
1m tief und bis zu 60cm im Durchmesser.
Ein einziges Ei wird etwa 30 Tage lang von beiden Eltern bebrütet. Das nackte Küken entwickelt keine
echten Flaumfedern wie andere Kakadus. Hauptsächlich vom Weibchen gehudert, verbringt es bis zu
110 Tage im Nest, ehe es ausfliegt. Dies ist die längste Nestlingszeit aller Papageien.
Das ausgeflogene Jungtier ist noch zwei Wochen nur bedingt flugfähig, und wird noch etwa
6 Wochen von den Eltern gefüttert.
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Anmerkungen
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Innerhalb der Gruppe der Kakadus nimmt der Palmkakadu eine Sonderstellung ein.
Er unterscheidet sich in Verhalten, Brut und Ernährung deutlich von den anderen schwarzen Kakadus (Calyptorhynchus).
Die geringe
Reproduktionsrate des Vogels (s.o.) gefährdet seinen Bestand besonders in Gebieten der
landwirtschaftlichen und bergbaulichen Nutzung des Habitats in dem er lebt. Nach Robiller (1991)
müssen in einigen Gebieten die Bestände bereits als erloschen gelten.
Robiller berichtet auh von einem schwunghaften illegalen Handel im Ostasiatischen Raum.
Die australische Population ist streng geschützt.
In der Vogelhaltung und Zucht spielt der Palmkakadu aufgrund seiner Seltenheit keine grosse
Rolle. Sein Preis ist auch (zum Glück) nur für Zoos oder Vogelparks erschwinglich. Zoos,
Vogelparks oder kompetente Züchter finden eine ausführliche Beschreibung zu Haltung und
Zucht auf diesen Seiten:
Palm Cockatoo Husbandry Manual
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Foto mit frdl. Gen. © Thomas Polster
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Quellennachweis
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Diefenbach, K. (1982) Kakadus; H. Müller Verl.;
ISBN 3-92326-906-4
Forshaw, J.M. (1981) Parrots of the world; David&Charles;
ISBN 0-7153-7698-5
Low, Rosemary (1989) Das Papageienbuch; Ulmer
ISBN 3-8001-7191-0
Robiller, F. (1991) Handbuch der Vogelpflege, Papageien Bd.1;
Ulmer; ISBN 3-8001-7228-3
Wood, G.A. (1988) Further field observations of the
palm cockatoo (Probosciger aterrimus) in the
Cape York Peninsula, Queensland; Corella 12(2):48-52.
Weiteren Lesestoff zum Palmkakadu finden Sie in unserer
Literaturdatenbank
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Zur Homepage: |
Fotos: © H.-J. Pfeffer, Thorsten Bönte u. Thomas Polster
Zusammenstellung: H.-J. Pfeffer
Arbeitsgemeinschaft
Papageien-Netzwerk
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© 04/2001
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