Papagei des Monats Dezember 2000
Der Helmkakadu
Systematik:
  • Familie: Cacatuidae
    • Gattung: Callocephalon
      • Art: C. fimbriatum
        • Unterarten: -

Bezeichnungen:

wissenschaftlich:
Callocephalon fimbriatum
(Grant 1803)

Helmkakadu
Gang-Gang Cockatoo
Helmkakatoe, Roodkopkakatoe
Cacatoès à tête rouge
Steckbrief:

 
  • Gefiederfärbung: Männchen und Weibchen unterschiedlich
  • Länge: ca. 35 cm
  • Freilandpopulation (Status): je nach Gebiet häufig bis selten
  • CITES: Anhang B; *BArtSchV A6
  • Gefangenschaftspopulation: selten
  • Haltung: bevorzugt Volieren (> 10°C)
  • Gelege: 2 - 3 Eier
  • Brutdauer: 27 - 30 Tage
  • Flügge werden: 51. bis 60. Tag
  • Erreichen der Selbständigkeit: vier bis sechs Monate nach dem Ausfliegen
  • Stimme: (*wav, 50Kb)

Verbreitung

 
Von den Küstenlandschaften bis zu den Bergerhebungen Südostaustraliens, von den bewaldeten Bergketten nordöstlich bis zum Hunter Valley, Neusüdwales und südwestlich bis zum Portland District, Victoria und in einigen Gebieten bis Südostaustralien, sowie auf Kangaroo- und King Island, ab und zu auch auf Tasmanien..

Ein Rückgang des Bestandes ist in einigen Gebieten durch Abholzung oder Gefangennahme zu verzeichnen.

N.B.: die zur Zeit existierenden Verbreitungskarten, auf denen auch diese basiert, beruhen zumeist auf Daten, die mehr als 10 Jahre alt sind, geben also das Vorkommen nur sehr grob wieder.
Beschreibung

Foto mit frdl. Gen. © Mike Owen

 
Männchen: Grundfärbung dunkelgrau, Federn teilweise mit schmalem weisslichgelbem, am Bauch mit schmalem orangegelblichem Saum,; Hand- und Armschwingen dunkelgrau bis schwarzgrau übergehend; Schnabel hornfarben; Iris braun; hellgrauer, unbefiederter Augenring; Kopf, Stirn, Haube, Zügel und Wangenregion leuchtendrot.

Weibchen: Grundfärbung grau (häufig mit einem grünlichen Farbschimmer), Federn an Brust und Bauch intensiver gelblichweiss und orangefarben gesäumt; Kopf, Stirn, Haube, Zügel und Wangenregion bräunlichgrau.

Die Färbung variiert sehr häufig.
Beide Geschlechter haben eine "Staubwedel-"Haube, welche sie jedoch nicht aufstellen können.

Jungvögel: ähneln den Weibchen im Körpergefieder. Schnabel an der Basis grau, dann ins Gelborange übergehend; dunkle Iris. Jedoch zeigen alle männlichen Jungvögel bereits etwas rot auf den Köpfen. Vollständige Gefiederausfärbung mit einem Alter von etwa 3-4 Jahren.
Habitat

 
Dichte Berg- und Eukalyptuswälder und bewaldete Täler im angrenzenden Küstengebiet.
Im Winter findet man sie im trockenen Waldland und auch in den Vorstadtparks und in den Gärten.
Ernährung und Brut
Früchte und Saaten von Eukalyptusbäumen, Akazien und des eingeführten Weißdorns, vor allem Beeren, Nüsse, sowie Insekten und Larven

Brutzeit von September bis Januar, Gelege 2-3 Eier, Brutdauer ca. 22-27 Tage, flügge nach etwa 55 Tagen.

Besonderes:


Foto mit frdl. Gen. © Mike Owen

 
Helmkakadus werden paarweise, im Familienverbund und ausserhalb der Brutzeit, in Gruppen bis zu 60 Tieren, beobachtet. Es sind kräftige Flieger, die "etappenweise" zwischen den Baumkronen umherfliegen, weite Strecken werden jedoch in grösserer Höhe zurückgelegt.
Sie halten sich bevorzugt in den Baumkronen auf, nur zur Wasser- und Futteraufnahme gehen sie auf den Boden.
Helmkakadus sind leidenschaftliche Nager und suchen den ganzen Tag nach Beschäftigung. Da sie auch sehr kleine Samen fressen, sind sie oft stundenlang mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt.

Die Haltung als Heimtier gestaltet sich daher nicht ganz einfach: Hauptprobleme sind das Gefieder! Füttert man diese so wie die meisten anderen Kakadus, so werden die Helmkakadus gerne zu Rupfern! Schuld daran ist die Langeweile, man sollte sie daher mit kleinen Saaten (z.B.Prachtfinkenmischung) füttern, um sie ausreichend zu beschäftigen. Die Unterbringung sollte in mindestens 4 x 2 m grossen Aussenvolieren mit mässig warmen Schutzraum erfolgen. Wegen des starken Nagebedürfnisses sollte die Voliere aus Ganzmetall sein und man sollte ihnen immer frische Äste, Tannen- und Kiefernzapfen zum Benagen anbieten. Ausserdem lieben sie das Bad im Regen, man sollte die Voliere mit einer Beregnungsanlage ausstatten.

Quellennachweis:

  • de Grahl, Wolfgang: Atlas Papageien und Sittiche der Welt, Bomlitz 1980
  • Robiller, Franz: Kakadus, Berlin 1992
  • Robiller, Franz: Handbuch der Vogelpflege - Papageien Bd. 1, Stuttgart 1990
  • Reader's Digest complete Book of Australian Birds, Sydney 1983.
  • Roff, Derek: Australian Cockatoos, Queensland, im Selbstverl.

  Zur Homepage:
Zusammenstellung: Thomas Polster, Brigitte Manges
Bilddigitalisierung: Detlev Franz
Adaption für WWW: H.-J. Pfeffer
Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
  © Dezember 2000