Papagei des Monats Mai 2001
Der Grünzügelpapagei
Systematik

Foto © H.-J. Pfeffer


Familie:   Aratingidae
U-Familie: Pionitinae
Gattung:   Pionites (Weissbauchpapageien)
Art:       P. melanocephala
Unterarten: 
           - P.m. melanocephala
           - P.m. pallida



Anmerkung:
Während in vielen Systematiken diese Gattung, wie viele andere neotropische Gattungen der Familie der "Eigentlichen Papageien" (Psittacidae; U-Fam. Psittacinae) zugeordnet wird, folgen wir hier der Systematik von Wolters (1982), in der alle neotropischen (Papageien der amerikanischen Kontinente) Gattungen in der Familie der Aratingidae zusammengefasst sind. Neben anderem erscheint uns diese Aufteilung allein schon aus der langen kontinental getrennten Entwicklung geradezu zwingend. Deutliche Unterschiede zu Pyrrhura und Pionus (einers. Keilschwanzsittich-artig, andererseits Amazonen-ähnlich) rechtfertigen die Aufstellung der eigenen Unterfamilie.


Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Pionites melanocephala (Linne, 1758)

Pionites = pionus-artig
- melanocephala = schwarzköpfig
Erläuterung nach Strunden (1986)
Sprachen:
Grünzügelpapagei
Black-headed Caique
Zwartkopcaique
Caïque à tête noire

Beschreibung
Grösse: ca. 23 cm
Gefieder: Deutliche Farbunterteilung in versch. Körperbereichen mit scharfen Abgrenzungen. Stirn, Kopfplatte und Hinterkopf bis zu einer Linie von Wachshaut über Auge und oberhalb der Ohrdeckfedern schwarz. Zügel, sowie ein schmaler Streifen unter dem Auge grün. Unbefiederter Augenring und Wachshaut grau. Wangen, Hals und Nacken gelb-orange. Oberbrust und Bauch weiss. Schenkel, seitl. Hüftbereich und Unterschwanzdecken gelb-orange. Rücken, Flügel- und Oberschwanzdecken olivgrün. Grössere Schwungfedern dunkelblau, mittlere Handschwingen leicht rötl.-orange. Unterflügeldeckfedern grün. Schwanzoberseite grün, -unterseite bräunlich. Schnabel: grauschwarz
Füsse: grau
Iris: rötlich

Foto © H.-J. Pfeffer


Geschlechtsunterschiede nicht sichtbar, in P.m. pallida ist das gelb-orange ein deutliches gelb, während der weisse Körperbereich eher ins Cremefarbene tendiert.
Verbreitung/Lebensraum

Verbreitung nach Robiller (1991)
ROT: P.m. melanocephala Gelb: P.a. pallida

Die Grünzügelpapageien sind typische Vertreter des tropischen Lebensraumes nördl. vom Amazonas. Im Quellgebiet des Rio Negro überschneiden sich die Verbreitungsgebiete beider Unterarten in einem grösseren Bereich, es kommt zu Mischformen.
Ernährung/Lebensweise/Brut
Ausserhalb der Brutzeit leben die Grünzügelpapageien in kleineren Gruppen (von paarweise bis zu etwa 30 Tieren) zusammen. Sie sind typische Bewohner der Wipfelregionen, wo sie sich von Früchten, Beeren und Sämereien ernähren.

In ihrem Verhalten sind sie sehr scheu, und fliegen bei Störung laut schreiend davon. Über ihr Brutverhalten in freier Wildbahn ist sehr wenig bekannt. Nur soviel, dass sich das Gelege in sehr hoch gelegenen Baumhöhlen befindet, mit Rindenmull gepolstert ist und etwa 2 bis 4 Eier umfasst, und dass die Brutzeit möglicherweise Januar/Februar beginnt. Aus Gefangenschaftszuchten weiss man, dass die Brutdauer etwa 25 Tage umfasst.
Anmerkungen
Grünzügelpapageien gehören zwar nicht mehr zu den Raritäten unter den Volierenvögeln, aber sehr häufig sind sie auch wieder nicht. Rosemary Low merkt dazu an: "... ihre natürliche Begabung zum Unfugstiften sollte jeden, der viele dieser Vögel zu versorgen hat, zu einiger Vorsicht veranlassen, denn bei der Fütterung ist es ihr Hauptspass, den Pfleger in den Finger zu zwicken. Ihr einziger Fehler ist die laute Stimme, jedoch ist auch ihr Vokabular an durchdringenden Rufen und Gekreisch recht interessant. Jedenfalls zählen sie zu den reizendsten und interessantesten aller Papageien. ..." und weiter zur Haltung: "... Würde man einen fremden Weißbauchpapagei zu einem wirklichen Paar setzen, hätte er wahrscheinlich innerhalb weniger Minuten schwere oder gar tödliche Verletzungen. ... Nach Angaben eines Züchters ist eine Gruppe von Grünzügelpapageien streng sozial organisiert. Einer der Hähne übernimmt die Befehlsgewalt und dominiert die ganze Gruppe. (s. Foto, Vogel rechts aussen)
Foto © H.-J. Pfeffer
Quellennachweis
Forshaw, J.M. (1981) Parrots of the world; David&Charles; ISBN 0-7153-7698-5
Low, Rosemary (1989) Das Papageienbuch; Ulmer ISBN 3-8001-7191-0
Robiller, F. (1991) Handbuch der Vogelpflege, Papageien Bd.1; Ulmer; ISBN 3-8001-7228-3
Strunden, H. (1986) Die Namen der Papageien und Sittiche; Horst-Müller-Verl.; ISBN 3-923-269-21-8
Wolters, H.E. (1982) Die Vogelarten der Erde - eine systematische Liste ...; Verl. Paul Parey


Weiteren Lesestoff zu Weissbauchpapageien finden Sie in unserer Literaturdatenbank
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Zusammenstellung und Fotos: © H.-J. Pfeffer
Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
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