Der Glanzflügelpapagei
Systematik

Foto mit frdl. Gen. © Heike Mundt


Familie:   Aratingidae
U-Familie: Amazoninae
Gattung:   Pionus
Art:       Pionus chalcopterus
Unterarten: 
           - P.c. chalcopterus
           - P.c. cyanescens (?)



Anmerkung:
Während in vielen Systematiken die Gattung Pionus der Familie der "Eigentlichen Papageien" (Psittacidae; U-Fam. Psittacinae) zugeordnet wird, folgen wir hier der Systematik von Wolters (1982), in der alle neotropischen (Papageien der amerikanischen Kontinente) Gattungen in der Familie der Aratingidae zusammengefasst sind. Neben anderem erscheint uns diese Aufteilung allein schon aus der langen kontinental getrennten Entwicklung geradezu zwingend. Die Familie der Aratingidae wird in mehrere Unterfamilien aufgeteilt, die Gattung Pionus gehört zu den Amazoninae (die amazonenartigen Papageien).
Die deutsche Bezeichnung "Rotsteisspapageien" für diese Gattung beschreibt ein typisches Merkmal, nämlich die roten Steissfedern und Unterschwanzdecken.


Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Pionus chalcopterus (Fraser 1841)

Erläuterung :
pionus = gr.: stattlich
chalcos = gr.: soviel wie Erz, Metall.
opterus = lat.: geflügelt
Sprachen:
Glanzflügelpapagei
Bronze-winged Pionus
Bronsvleugelpapegaai
Perroquet aux ailes brune

Beschreibung
Grösse: bis ca. 30 cm
Gefieder: Hauptsächlich in dunklem Veilchenblau, Kopf und Nacken bronzefarben mit heller Basis und blauviolettem Rand. Region um Unterschnabel weiss. Rosa-weisses Kehlband mit bläulich geränderten Federn. Nackte Augenregion rötlich. Federn im oberen Rücken, sowie kleine bis mittlere Flügeldeckfedern bronze-grün. Unterer Rücken blau. Flügel blau. Steiss und Unterschwanzdecken kräftig rot. Schwanz blau.
Schnabel: gelblich hornfarben
Füsse: graubraun
Iris: braun


Geschlechtsunterschiede nicht sichtbar.
Jungvögel weniger ausgefärbt, erscheinen am Kopf grünlicher. Unterseite bräunlich mit dunklem Grün- und Blauschimmer. Helle Ränder an den Flügeldeckfedern.
P.c. cyanescens im Allg. etwas kleiner, Gesamtfärbung mehr bläulich.

Foto mit frdl. Gen. © Heike Mundt
Verbreitung/Lebensraum
Vom Perija-Gebirge im Nordw. Venezuelas bis nach West-Kolumbien und West-Ekuador. Auch im äussersten Norden von Peru.

Rot: P.c. chalcopterus;
Blau: P.c. cyanescens

Typischer Waldbewohner der tropischen Regen- und Trockenwälder zwischen den Andenkordilleren. Der Übergangsbereich zwischen der tropischen und subtropischen Zone (500 - 2000m N.N.) wird bevorzugt. Ist je nach Saison in unterschiedlichen Gegenden, auch im Flachland von West-Ekuador anzutreffen.
Ernährung/Lebensweise/Brut
Dieser Pionus ernährt sich von Früchten, Nüssen und Samen, die entsprechend seiner nomadisierenden Lebensweise gerade in einem bestimmte Areal verfügbar sind. Paarweise und in grösseren Gruppen ziehen die Vögel auch über grössere Entfernungen innerhalb ihres Verbreitungsgebietes.

Die Brut erfolgt in Baumhöhlen, das Gelege umfasst bis zu 5 Eier
Detaillierte Brutbeobachtungen aus freier Natur liegen leider nicht vor.
Anmerkungen
Zumindest in Europa ist dieser Vogel bei den Züchtern relativ selten. Rosemary Low schreibt, dass es sich bei den Glanzflügelpapageien wohl um eine "in hohem Grade nervöse Art" handelt, die offensichtlich sehr leicht verschreckt werden kann.
Sie gibt einige detailliertere Zuchtbeschreibungen, nach denen die Brutzeit etwa 27 Tage dauert. Die geschlüpften Küken tragen ein cremweisses Daunengefieder. Nach diesen Berichten scheint aber die Verlustrate der Gefangenschafts-Zucht ziemlich hoch zu sein.

Status (Nov. 2001):
  • CITES Anhang II;
  • Rote Liste 2000: kein Eintrag

  • Foto mit frdl. Gen. © Melne
    Quellennachweis
    Forshaw, J.M. (1981) Parrots of the world; David&Charles; ISBN 0-7153-7698-5
    Low, Rosemary (1989) Das Papageienbuch; Ulmer ISBN 3-8001-7191-0
    Robiller, F. (1991) Handbuch der Vogelpflege, Papageien Bd.1; Ulmer; ISBN 3-8001-7228-3
    Wolters, H.E. (1982) Die Vogelarten der Erde - eine systematische Liste ...; Verl. Paul Parey


    Weiteren Lesestoff zu den Rotsteisspapageien finden Sie in unserer Literaturdatenbank
      Zur Homepage:
    Zusammenstellung: © H.-J. Pfeffer
    Fotos: © Heike Mundt
    Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
      © 11/2001