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Systematik
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Foto ©
Brigitte Manges
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Familie: Aratingidae
U-Familie: Aratinginae
Gattung: Guaruba
Art: Guaruba guarouba
Anmerkung:
Früher: Aratinga guarouba. Der Goldsittich wurde
früher den Keilschwanzsittichen (Aratingas) zugeordnet, jedoch
wegen seiner besonderen Gestalt und Farbe und seines Verhaltens wird
er heute als eigenständige Gattung aufgeführt.
Die Zuordnung zur Familie Aratingidae, Subfam. Aratingina erfolgt hier
nach Wolters (1982).
Bezeichnungen:
Golden Conure, Queen of Bavaria's Conure,
Golden Parakeet
Ararajuba
Goudparkiet
Guarouba jaune
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Beschreibung
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Das Gefieder ist goldgelb, die Hand-
und Armschwingen sind dunkelgrün. Der kräftige Schnabel ist
hornfarben. Der Augenring ist weiß, die Iris braun. Länge:
34-36 cm. Gewicht ca. 230 -310 Gramm
Jungvögel: Das gelbe Gefieder ist mit grünen
Federn durchsetzt. Mit ca. 1 ? Jahren sind sie ausgefärbt.
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Da die Farben des Goldsittichs der Brasilianischen
Nationalflagge entsprechen (Grün und Gelb) und er nur in den
Regenwäldern Brasiliens vorkommt, gilt er als ein Nationalvogel
Brasiliens. |
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Haltung
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Der Goldsittich ist intelligent und
verspielt. Sie sind gesellige und sehr soziale Vögel. Innerhalb
ihrer Gattung sind sie friedlich, können allerdings gegenüber
anderen Arten aggressiv werden. Diese Vögel sollten in einer
möglichst großzügigen Voliere mit Metallrahmen
gehalten werden. Bei Außenvolieren ist ein angeschlossenes
Schutzhaus notwendig. Die Temperatur im Schutzhaus sollte im Winter
nicht unter 15°C sinken. Da die Goldsittiche in Gefangenschaft
leider zum Rupfen neigen brauchen sie genügend Sinnesanreize
(z.B. frische Zweige zum Nagen) um ihrer Intelligenz und ihrem
Spieltrieb gerecht zu werden. Ein Schlafkasten sollte das ganze Jahr
angeboten werden. Goldsittiche haben eine laute, schrille Stimme, was
bei der Unterbringung berücksichtigt werden muss. Da sie aus
tropischen Gebieten stammen brauchen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit
um sich wohlzufühlen.
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Zucht
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Der Brutbeginn liegt vorwiegend
im Frühjahr. Das Gelege umfasst meist 2-3 Eier. Die Brutdauer
beträgt 28 - 30 Tage, die Nestlingszeit ca. 60 - 70 Tage. Als
Nistkasten können ausgehöhlte Naturstämme oder
Nistkästen (Mindestdurchmesser 35 cm) angeboten werden.
Goldsittiche können während der Brutzeit aggressiv
reagieren, dadurch kann es schwierig sein Nestkontrollen
durchzuführen. Es gibt Berichte dass die Vögel auch in
Gemeinschaft brüten und Weibchen manchmal gemeinsam ein Nest
belegen.1,2
Die richtige Ringgröße ist 9,5 mm, die Jungvögel
sollten in der zweiten bis dritten Lebenswoche beringt werden.
Nahrung: Körnermischung für Großsittiche
bzw. Papageien, Quell- und Keimfutter, Obst (süße Sorten
werden bevorzugt), Beeren, Gemüse, Grünfutter, Beeren,
Zweige mit Knospen
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Verbreitung/Lebensweise:
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Nordost-Brasilien, südlich des Amazonas
in den Staaten Para und Maranhao. Ihr Lebensraum ist der tropische
Tieflandregenwald, meist in der Nähe von Flussläufen.
Goldsittiche sollen inzwischen auch in West-Brasilien (Rondonia und
Mato Grosso) gesichtet worden sein. Hierzu gibt es zwei Erklärungen:
Entweder ziehen die Vögel nomadisch umher, oder sie besiedeln
neue Gebiete aufgrund der fortschreitenden Zerstörung ihres
bisherigen Lebensraums. |

Verbreitungsgebiet
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Acai-Frucht
Foto mit frdl. Gen. © www.brasilien.de |
Goldsittiche leben paarweise und in kleinen Gruppen von 5-15 Vögeln.
Sie halten sich hauptsächlich in Baumkronen auf, häufig in
der Nähe von Flussläufen. Sie scheinen intakten Regenwald
zu benötigen, offenes Land wird gemieden. Die Nächte
verbringen sie in Baumhöhlen, tagsüber gehen sie auf
Nahrungssuche. Ihre Nahrung besteht aus Früchten, Beeren, Samen
und Nüssen, Blüten und Blattknospen, evtl. auch Insekten.
Bekannte Futterpflanzen in Freiheit sind der Papageien-Baum (Trema
micrantha)3
sowie die Frucht der Acai-Palme. Goldsittiche brüten in
Baumhöhlen, meist befinden sich die Nester ungefähr 10 m
hoch über dem Boden.
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Bedrohung:
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Bereits 1946 wurde darauf hingewiesen,
dass die Bestände des Goldsittichs abnehmen. Seit 1976 (Beginn
des WA) ist der Goldsittich unter Anhang I des Washingtoner
Artenschutzübereinkommens aufgeführt. In einer Studie Mitte
der 80er Jahre wurde der Bestand auf ca. 5000 Vögel geschätzt.
Die einzigen aktuellen Daten zur Bestandsgröße stammen von
Bird Life International4
mit einer Angabe von 1000 - 2499 Vögeln. Diese Bestandszahl ist
eine Schätzung, jedoch gibt es in Freiheit nicht mehr als 2.500
Vögel. Von diesen Zahlen ausgehend, hat sich der Bestand in
Freiheit dramatisch verringert.
Die Hauptursache ist die fortschreitende Zerstörung
des Lebensraums der Goldsittiche. Fortwährende Besiedlung,
Brandrodung für Ackerbau und Weideflächen, die Gewinnung
von Nutzholz sowie von Bodenschätzen verringern den Regenwald
Stück für Stück. Seit 1977 fanden 70 % der gesamten
Abholzungen in Brasilien in den nordöstlichen Regionen, im
Lebensraum der Goldsittiche, statt. |

Foto © Markus Kaufmann |
Auch große Baumaßnahmen trugen zur
Zerstörung des Regenwaldes bei:
Die Transamazonica, eine 5600 km lange Straße, wurde quer
durch den Brasilianischen Regenwald und damit durch den Lebensraum
des Goldsittichs gebaut. Der Bau dieser Straße vernichtete
100.675 Hektar Wald. Entlang der Transamazonica wurden Schneisen
gerodet, da geplant war diese Flächen für die arme
Landbevölkerung als Lebensraum bewohnbar zu machen. Diese Pläne
gingen jedoch nicht auf, da der Boden des Regenwaldes nur die ersten
Jahre Erträge brachte und danach ausgelaugt war. Die Menschen
waren gezwungen weiterzuziehen und ihr Glück woanders zu
versuchen und wieder neue Gebiete zu roden.
Ebenso wurden durch den Bau des Tucurui -
Staudamms mehr als 2000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet.
In Brasilien wird mehr als 90% der erzeugten Energie aus Wasserkraft
gewonnen. "So wurde der brasilianische Großstaudamm
Tucuruí in erster Linie gebaut, um eine exportorientierte
Aluminiumproduktion aufzubauen. Das Ziel war ausschließlich die
Erwirtschaftung von Devisen; Konzepte für eine Entwicklung der
Region hatten die Planer nicht im Sinn"5
Kleinbauern, Fischer sowie die Eingeborenen profitieren kaum von dem
Staudamm, im Gegenteil: Tausende waren gezwungen umzusiedeln, wodurch
weitere Waldgebiete abgeholzt wurden.
Hinzu kommen der illegale Fang und Export.
Zwar ist der Goldsittich durch die Brasilianischen
Gesetze streng geschützt, doch die Überwachung ist
mangelhaft. Auch werden Goldsittiche ab und zu von der lokalen
Bevölkerung abgeschossen.
Was kann getan werden um den Goldsittich zu retten?
In Gefangenschaft:
Die Tiere sollten nur in professionellen Händen
gehalten werden. Züchter und Halter sollten sich dem EEP
anschließen damit die Tiere zumindest in Gefangenschaft
erhalten bleiben. Somit wäre zumindest in Menschenhand eine
Reserve der Tiere erhalten, falls sie doch eines Tages in der
Freiheit aussterben sollten. Ob eine spätere Auswilderung dann
noch möglich ist bleibt offen, aber wenn es keinen Bestand in
Menschenhand gibt kann es auch keine Wiederansiedlung geben.
Seit 1992 gibt es gibt ein Europäisches
Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Goldsittiche unter der Leitung
von B. Holst vom Zoo Kopenhagen.
In Freiheit:
Momentan läuft eine Studie mit Dr. Carlos Yamashita,
finanziert vom World Parrot Trust mit Hilfe des "Golden Conure
Überlebens Fond" der über 25.000 US $ aufbrachte. Die
Studie begann am 1. Januar 2000. Der Zweck war aktive Nistplätze
zu lokalisieren und aufzuzeichnen. Dreizehn geographisch verstreute
Plätze wurden innerhalb eines 90 Kilometerradius von
Paragominas in den ersten beiden Monaten der Studie lokalisiert. In
der zweiten Phase der Studie wurden erwachsene Vögel für
genetische Bluttests gefangen. Diese Tests zeigten dass die meisten
der Vögel von verschiedenen Nistplätzen eng verwandt sind.
Weitere Feldarbeit ist notwendig um die
Bestandssituation und die Überlebensbedürfnisse der
Goldsittiche sowie die ökologischen Anforderungen zu erfassen.
Einige kleine Schutzgebiete bestehen bereits. Allerdings wird das
Gurupi Biological Reservat immer noch nicht adäquat geschützt
und braucht Abgrenzung und Aufseher. Auch der
Amazonia-Tapajos-National Park braucht wahrscheinlich besseren
Schutz.
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Quellenverzeichnis:
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1)
Halter, Rene: Haltung und Zucht des Goldsittichs; Papageien 2/2000, S. 44ff
2,3)
Arndt, Thomas: Südamerikanische Sittiche -
Keilschwanzsittiche i.e.S.;
Bomlitz, Horst Müller Verl. 1990
(Enzyklopädie der Papageien und Sittiche, Bd. 3)
4)
http://www.birdlife.net/species/species_factsheet_search.cfm?SpcRecID_9847
5)
http://www.weedbonn.org/wcd/repinfo1100_1.htm
Möchten Sie mehr über diese hübschen
Kleinpapageien erfahren oder etwas für sie tun? Bei diesen
Seiten finden Sie weitere Auskünfte:
Vit, Rudolf: Goldsittich; Gefiederte Welt 6/98 S.206 ff.
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Zur Homepage: |
Zusammenstellung: © Marion Wiegel
Adaption für WWW: H.-J. Pfeffer
Arbeitsgemeinschaft
Papageien-Netzwerk
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© 02/2002
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