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Systematik
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Familie: Aratingidae
U-Familie: Forpinae
Gattung: Forpus
Art: F. conspicillatus
Unterarten:
F.c. conspicillatus F.c. metae F.c. caucae
Anmerkung:
Die Aufstellung der Familie Aratingidae basiert auf Wolters (1984).
Demnach enthält Aratingidae alle neotropischen Papageien. Forpinae werden
mit anderen als
eigene Subfamilie aufgestellt, sie unterscheiden sich deutlich von den
anderen neotropischen Papageien.
In anderen Systematiken
werden die Sperlingspapageien den Psittacidae/Psittacinae zugeordnet.
Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Forpus conspicillatus (Lafresnaye 1848)
- , aus dem lat. bedeutet soviel wie
Forpus = ??? , conspillatus = augenscheinlich (nach Strunden im übertragenen Sinne
"mit deutlichem Augenring")
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Sprachen:
Augenring-Sperlingspapagei
Spectacled Parrotlet
Gebrilde Muspapegaai
Perruche moineau à lunettes
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Beschreibung
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- Grösse: 13 cm
- Gefieder:
- Männchen: hauptsächlich grün, jedoch heller und eher gelblich an der Unterseite.
Augenregion bläulich, allerdings oft kaum zu erkennen, besonders in F.c. metae. Ober- und
Unterflügeldecken sowie Rumpf violett-blau. Unterseite der Schwungfedern bläulich-grün.
- Weibchen: Insgesamt grün, ohne blau. Das Grün wirkt besonders strahlend, fast
türkis in der Augenregion, an der Stirn und am Rumpf.
- Schnabel: elfenbeinfarben, jedoch dunkler an der Basis des Oberschnabels.
- Füsse: bräunlich fleischfarben
- Iris: dunkel grau-braun
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Verbreitung/Lebensraum
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Von Ost-Panama über viele Teile Kolumbiens bis West-Venezuela.
F.c. caucae von der Küstenprovinz Narino über die trockenen oberen Täler
von Dagua und Patia durch die mittlere und obere Region des Flusses Cauca und
im nördlichen und südwestlichen Antioqia.
Die Nominatform in den oberen Rió Sinú sowie in den unteren
Cauca Tälern und den Hängen der Prijá Bergen. Von dort auch südlich
bis ins mittlere Tal des Magdalena Flusses bis Süd-Huila. Teilweise auch in
Ost-Panama.
F.c. metae östlich der Anden von Casanare bis Meta, sowie entlang des Flusses Meta
in Nordost Vichada und West-Venezuela.
Oft sind diese Papageien in grösserer Zahl in den trockeneren halboffenen Landwirtschaftsgebieten
zu finden. Z.B. auf Farmen, Waldrodungen, aber auch feuchten Kahlschlägen in den Bergen bis zu 1800m.
Im Bereich der Savanne von Bogotá sogar bis 2600m.
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Ernährung/Lebensweise/Brut
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Sämereien von Gräsern, Kräutern und Büschen. Auch Früchte und Beeren.
Der Vogel kann Schalen von der Härte einer Haselnuss knacken. Er wird häufig
in Hirsefeldern beobachtet.
2 Brutsaisons pro Jahr, die in die Regenzeiten fallen: einmal von März bis Juli und von Oktober bis Januar.
Als Bruthöhle wird fast alles angenommen, in Bäumen, Bambus, Zaunpfosten, Telegrafenmasten,
Termitenbauten usw. Dabei kann die Höhle in beliebiger Höhe liegen, oftmals sogar nur 0,5m bis
2m über dem Boden. Das Gelege besteht gewöhnlich aus 4 weissen Eiern, die etwa 24 Tage bebrütet
werden. Die Jungen verlassen nach ca. 30 Tagen das Nest. Schlupf und Ausflug geschehen in einem
Intervall von ca. 2 Tagen.
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Anmerkungen
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Der Augenring-Sperlingspapagei ist heute ein beliebter Vogel bei den
Vogelhaltern. Sein Verhalten wird seit 15 Jahren von Wissenschaftlern des
Zoologischen Instituts der Universität Hamburg unter naturnahen Bedingungen
in Gefangenschaft, aber auch im natürlichen Lebensraum in Kolumbien studiert.
Dieser kleine Papagei verbringt sein Leben in komplexen sozialen Verhältnissen.
Die Grundeinheit des sozialen Gefüges bildet das Brutpaar, welches
normalerweise das ganze Leben zusammen verbringt.
Tagsüber bilden sich kleine Gruppen von ca. 12 bis 25 Individuen, die sich
von Zeit zu Zeit auf bestimmten Bäumen, ihren "Gruppenbäumen" versammeln.
Mehrere dieser Gruppen kommen für die Nacht auf bestimmten Schlafbäumen
zusammen.
Jungvögel werden von ihren Eltern noch ca. 30 Tage nach dem
Ausfliegen gefüttert. Die in Abständen von 1-2 Tagen ausfliegenden Flügglinge
werden von den Eltern zu ihren jeweiligen Nestgeschwistern geführt, um die
Familie zusammenzuhalten. Mehrere nachbarschaftlich brütende Paare versammeln
den Nachwuchs auf einem gemeinsamen Baum, einer Art "Kindergarten" wo die
Jungen die meiste Zeit verbringen, während die Eltern auf Nahrungssuche
gehen1).
Eltern und Jungvögel bilden keine feste Familiengruppe, im Gegenteil, das
Fürsorgeverhalten der Eltern nimmt von Tag zu Tag ab. Die wesentlichen
Sozialpartner für die Entwicklung der Jungvögel werden die Nestgeschwister.
Die Nestgeschwister bilden eine stabile soziale Gruppe, die viele Monate
zusammenbleibt, bis sich Paare gefunden haben, die ihre ersten Brutversuche
unternehmen. Im Falle einer gewaltsamen Trennung oder bei "Unverträglichkeit"
kehren die Individuen wieder zu ihren Nestgeschwistern zurück.
Einzelvögel, die ohne Geschwister aufwachsen, finden sich schnell in eine
Gruppe fremder Jungvögel, mit denen sie dann eine Art
Ersatzgeschwisterbeziehung aufbauen.
Die Augenring-Sperlingspapageien benutzen kurze Kontaktrufe wenn sie
sich aus den Augen verlieren. Experimente haben gezeigt, dass diese
Papageien anhand dieser Rufe den "Ehepartner" oder die Geschwister
identifizieren können.
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Fussnoten
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1) dieses Verhalten ist auch vom australischen Galah, Eolophus
roseicapillus, und einigen anderen Papageienarten bekannt.
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Zur Homepage: |
Text: Dr. Ralf Wanker, Univ. Hamburg
Adaption f. WWW: H.-J. Pfeffer
Arbeitsgemeinschaft
Papageien-Netzwerk
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© 03/1998
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