Blaustirn-Zwergara
Systematik

Foto © H.-J. Pfeffer
Familie: Aratingidae
Unterfam.: Aratinginae
Gattung: Diopsittaca 
               (früher Ara)
Art: Diopsittaca nobilis
Subspec.:  -nobilis, 
              -cumanensis, 
              -longipennis(?)
Bezeichnungen:

BLaustirn-Zwergara, Hahns Zwergara
Red-shouldered Macaw, Hahn's Macaw
Roodschouderara, Nobilis Ara
Ara noble

wissenschaftlich:
Diopsittaca nobilis (Linnaeus, 1758)


Die Gattung Diopsittaca (Ridgway, 1912) besteht aus nur einer Art, Diopsittaca nobilis. Früher zählte diese Art zur Gattung Ara. Aufgrund starker Gemeinsamkeiten mit Arten der Aratinga-Gruppe, (z.B. Spitzschwanzsittich) ist die Aufstellung als eigene Gattung gerechtfertigt. Es scheint sich um ein Bindeglied zwischen den Aras und den Aratingas zu handeln, dass weder der einen noch der anderen Gruppe eindeutig zugeordnet werden kann.
Beschreibung
Mit ca. 30 cm Gesamtgrösse ist der Zwergara der kleinste Vetreter der Ara-Gruppe. Er zeigt eine Ara-typische nackte Gesichtshaut, die jedoch auf einen schmalen Bereich vom Zügel bis um die Augen herum reduziert ist. Die Hauptgefiederfarbe ist grün, an der Stirn bläulich eingefärbt. Flügel- und Schwanzunterseite gelblicher. Flügelbug und Unterflügeldecken mit roter Zeichnung. Aussenfahnen der grossen Armschwingen dunkelblau.
 

(links: D.n. cumanensis, rechts: D.n. nobilis)
 
Die Subspecies nobilis und cumanensis können deutlich durch die Färbung des Oberschnabels unterschieden werden (s. Abb.) - D.n. longipennis ist D.n. cumanensis sehr ähnlich, jedoch grösser. Die Aufstellung dieser Unterart bedarf wegen des geringen Unterschiedes zu D.n. cumanensis einer genaueren Überprüfung.
Verbreitung/Lebensweise
Zwergaras sind Vögel des tropischen Tieflandes und selten in Höhen über 400 m anzutreffen. Bevorzugte Landschaften sind hierbei Savannen, offenes Waldland und Palmenhaine. Dichte tropische Wälder werden gemieden. Ausserhalb der Brutzeit streifen sie auf der Nahrungssuche wie Aratinga-artige in grösseren Gruppen umher. Teilweise wurden auch gemischte Schwärme (Zwergara und Pavuasittiche) beobachtet. Hauptnahrung sind Palmfrüchte, Sämereien, Nüsse und z.T. Knospen.
Die Bruthöhle kann sich in abgestorbenen Bäumen, lebenden Palmen oder sogar Termitenbauten befinden.
 

Verbreitung nach Robiller, 1990 -
rot: D.n. nobilis,
gelb: D.n. cumanensis,
blau: D.n. longipennis

Status/Bedrohung
Nach Beobachtungen der letzten Jahre scheint der Bestand der Populationen stabil zu sein. In einigen Teilen seines Verbreitungsgebietes kommt er auch häufig vor.

CITES (2003): Anhang II, Surinam und Guayana durften 2002 zusammen ca. 1.300 Vögel dieser Art exportieren.

Für die Zwergaras wird jedoch die allgemeine Bedrohung durch Habitat-Zerstörung, Wildfang etc. genauso gelten wie für fast alle Papageien.
Haltung
Robiller (1990) stellte folgende Eckdaten zusammen:
Zwergaras eignen sich für Zimmer- und Volierenhaltung. Als Gruppe sind sie agile teilweise auch laute Vögel. In der Voliere benötigen Sie ganzjährig einen Schlafkasten und einen beheizten Schutzraum. Sie lassen sich ausserhalb der Brutzeit gut mit anderen Papageien (z.B. Aratinga und Pyrrhura) vergesellschaften.
Brutdaten: 2-4 Eier werden im Abstand von etwa 2 Tagen gelegt und ca. 25 Tage bebrütet. Nach 60 Tagen fliegen die Jungen aus und werden etwa 3-4 Wochen später selbständig.
 

Foto © H.-J. Pfeffer
Quellennachweis
Robiller, F. (1990): Handbuch der Vogelpflege, Papageien Bd. 3, Ulmer 1990
Hoppe, D. (1983): Aras, Arten und Rassen, Ulmer 1983
Wolters, H.E.: Vogelarten der Erde, Parey 1975-81
Forshaw, J.M. (1981): Parrots of the world; David u. Charles 1981
UNEP World Conservation Monitoring Centre ONLINE
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