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Systematik
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Familie: Aratingidae
U-Familie: Aratinginae
Gattung: Cyanoliseus
Art: C. patagonus
Unterarten:
C.p. patagonus
C.p. andinus
C.p. byroni
Anmerkung:
Die Aufstellung der Familie Aratingidae basiert auf Wolters (1984).
Demnach enthält Aratingidae alle neotropischen Papageien. Die Unterfamilie
Aratinginae enthält alle keilschwanzartigen Genera.
In anderen Systematiken
werden die Felsensittiche den Psittacidae/Psittacinae zugeordnet.
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Bezeichnungen:
wissenschaftlich:
Cyanoliseus patagonus (Bonaparte 1854)
Nach Strunden 1986 ist der Name nicht direkt übersetzbar, da er auf eine
fehlerhafte Beschreibung des Chileforschers Molina aus dem Jahre 1782
zurückgeht.
Unsere Interpretation: Cyano von blau/bläulich; liseus
abgeleitet von livere = bleifarbig sein, womit die Flügel- und
Brustfarben gut beschrieben sind.
Also: "der patagonische Blau-bleifarbene".
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Sprachen:
Felsensittich
Patagonian Conure
Patagonische Rotsparkiet, Rotsparkiet
Perruche de Patagonian
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Beschreibung
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Allgemein:
Von der allgemeinen Proportion und Körperhaltung erinnern die Felsensittiche
stark an die Arasittiche.
Grösse: ca. 45 cm
Gefieder Kopf, Nacken, Rücken und Rückendeckfedern ausgeprägt dunkles
Baun-Oliv mit unterschiedlichen grünlichen Schattierungen. Unterer Rücken,
Rumpf und Unterkörper gelblich mit leichter oliv Tönung. Hüfte und Unterbauch
rot-orange. Kehle und Brust grau mit leichtem Braunton. Weissliche Markierung an den Aussenseiten der
Brust, die sich u.U. zu einem schmalen Band zusammenfügen können.
Obere und unter Flügeldecken oliv. Die Aussenfahnen der Schwungfedern blaugrün.
Schwanzunterseite bräunlich, Oberseite olivgrün mit starkem bläulichem Einschlag
Schnabel grau
Füsse fleichfarben
Iris blassgrau
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Verbreitung/Lebensraum
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(Karte nach Robiller 1990)
Felsensittiche gehören zu den am südlichsten verbreiteten Papageien der neuen Welt.
Nur die Smaragdsittiche (Enicognathus) sind noch südlicher verbreitet.
Nominatform: südlichstes Uruguay und weite Teile von Zentral- und Ostargentinien.
P.c. andinus: entlang der Anden in Zentralargentinien.
P.c. byroni: Zentralchile, von den anderen Unterarten durch den Andenkamm getrennt.
Offene Graslandschaften und Savannen sind das bevorzugte Biotop dieses Sittichs. Zu dieser
Landschaftsart gehören auch landwirtschaftliche Nutzflächen.
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Ernährung/Lebensweise/Brut
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In der Hauptsache ernähren sich die Felsensittiche von Samen, Beeren und
anderen Pflanzenteilen (hauptsächlich Blättern). Mais- und Getreidefelder
sind eine bequeme Nahrungsressource. Nach Robiller bilden die Vögel "kleine
Gruppen und Schwärme, manchmal sind Tausende zusammen..."
Ein vielleicht namensgebendes Merkmal ist die Eigenart, Bruthöhlen in steile
hohe Uferabbrüche zu graben, ähnlich, wie es unser einheimischer Eisvogel tut.
Die Gänge bis zur Höhle sind dabei bis zu 3m lang. Da passende Uferböschungen
nicht allzuhäufig sind, bildet der Vogel Brutkolonien. Die Höhleneingänge liegen
z.T. eng beieinander. Oftmals sind die Gänge sogar untereinander verbunden, und formen
so ein richtiges Höhlenlabyrinth in den Uferfelsen.
Die Brutsaison beginnt etwa im September,
entsprechend dem Frühling auf der Südhalbkugel. Das Gelege besteht im Schnitt aus 2-4 Eiern.
Aus Gefangenschaftszuchten weiss man, dass die Jungen nach etwa 22-24 Tagen schlüpfen.
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Haltung
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Rosemary Low schreibt zum Felsensittich, dass er wohl einer der schönsten
elegantesten Sittiche ist. Aber aufgrund des durchdringenden Geschreis
dieser Vögel benötigt der Halter eine entweder weit entfernte oder sehr
verständnisvolle Nachbarschaft.
Felsensittiche sind schnelle und sehr gute Flieger, sie benötigen viel Raum, und sind
allein schon deshalb kaum zum Stubenvogel geeignet. Ihr übergrosses Nagebedürfnis,
optimiert für das Graben in harten Uferböschungen tut ein übriges dazu. Auch grosse
Volieren sollten daher möglichst in Stahlbauweise errichtet sein. Nistgelegenheiten,
die dem Sittich geboten werden, werden oft noch vor ihrer geplanten Nutzung zerstört.
Eine Gruppenhaltung auch während der Brutzeit ist möglich, da der Vogel wie schon erwähnt
oft Brutkolonien bildet.
Eine wichtige Besonderheit erwähnt Robiller 1990: Die Felsensittiche sind
Dauerausscheider von Erregern des sog. Pacheo Disease Herpesvirus ohne selbst
daran zu erkranken. Dieser Virus ist aber für andere Papageienarten absolut tödlich, und
kann nach den augenblicklichen Erkenntnissen auch nicht behandelt werden. Vielleicht ist
die Ausbreitung dieser Krankheit in den letzten Jahren auf zu sorglose Gemeinschaftshaltung
anderer Papageienarten mit dem Felsensittich zurückzuführen.
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Status
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Einen Auszug aus der WCMC Database "Threatened and Endangered Animals" über den
Status, Handel und Regularien in Bezug auf Cyanoliseus patagonus finden Sie
hier als Extrafenster.
In einigen Bereichen der argentinischen Verbreitungsgebiete werden die Rassen des
Felsensittichs als Schädlinge bejagt. Sie verursachen an der sich immer weiter ausbreitenden
Landwirtschaft z.T. grosse Schäden.
In Chile gilt der seltenere C.p. byroni noch immer als Delikatesse, und wird zur Bereicherung
der Küche von den Menschen gejagt, oder seine Jungtiere werden aus dem Nest genommen.
Ein entsprechendes Gesetz zum Schutz des Vogels wird offensichtlich nicht beachtet.
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Quellennachweis
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Forshaw, J.M.: Parrots of the world; David&Charles 1981;
ISBN 0-7153-7698-5
Robiller, F.: Handbuch der Vogelpflege, Papageien Bd. III Mittel- und
Südamerika, Ulmer 1990;
ISBN 3-8001-7207-0
Low, Rosemary: Das Papageienbuch, Ulmer 1989; ISBN 3-8001-7191-0
Weitere Literaturnachweise zum Felsensittich finden Sie in unserer
Literaturdatenbank
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Zur Homepage: |
Fotos: © H.-J. Pfeffer u. Thorsten Bönte
Zusammenstellung: H.-J. Pfeffer
Arbeitsgemeinschaft
Papageien-Netzwerk
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© 02/2001
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