
Frauenlori
(Lorius lory lory)
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Timneh Graupapagei
(Psittacus erithacus timneh)
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Die Papageienvögel, Psittaciformes
(Papageien, Lories, Kakadus, Sittiche u.a.)
stellen eine eigene Ordnung im Vogelreich dar. Innerhalb der meisten
Systematiken werden sie zwischen die Tauben Columbiformes
und die Kuckucksvögel Cuculiformes gestellt.
Papageien gibt es in allen Formen und Grössen, vom nur 8.5cm grossen
Zwergpapagei bis hin zu den grossen Aras, die eine Länge von
einem Meter erreichen können. In ihrem Gefieder zeigen sie
farbenprächtige Mischungen von
rot, grün, blau und gelb wie z.B. beim Sonnensittich, oder auch
ein unauffälliges, eintöniges Schwarzbraun, mit dem sich
der Vasapapagei präsentiert. In einigen Arten sind keine äusserlichen
Geschlechtsunterschiede zu erkennen, bei anderen dagegen, z.B. den
Edelpapageien, sind sie sehr auffällig.
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Beispiel Surinamamazone
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Auffällig bei allen Papageien ist der grosse Kopf mit dem kräftigen,
gebogenen Schnabel, dessen oberer Teil abwärts gebogen in einer scharfen
Spitze endet, während der Unterschnabel nach oben mit einer breiten,
abgeflachten Vorderseite endet, die in den Oberschnabel eingepasst ist.
Der Oberschnabel ist im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln über
ein sehr beweglichen Gelenk mit dem Vorderkopf verbunden. Die spezielle
Anordnung der Gelenke und Schnabelmuskeln (scherenförmig gekreuzt) sorgt
für eine sehr grosse Beisskraft.
Die allgemeine Schnabelform variiert
jedoch in Abhängigkeit von der Ernährungsweise. Papageien, die
sich von hartschaligen Nüssen und Früchten ernähren zeigen
breite, massive Schnäbel, während diejenigen, die mehr nach
Wurzeln graben, schmalere verlängerte Schnabelformen haben.
Die breite, fleischige Zunge wird durch ein unter der Spitze liegendes
Hornplättchen verstärkt.
Die Familie der Lories zeigt hier die grösste Spezialisierung: Sie
ernähren sich in der Hauptsache von Nektar, Pollen und Blütenteilen.
Ihr Schnabel ist nicht so kräftig gebaut wie bei den anderen Papageien, und
die Zungenspitze trägt sog. Papillen, die beim Fressen hevorgestreckt
werden und wie ein Pinsel die mehr oder weniger zähflüssige
Nahrung aufnehmen.
Schnabel und Zunge zusammen bilden in jedem Fall aber
ein ausgezeichnetes Werkzeug, das nicht nur
zum Fressen, sondern auch zum Aushöhlen der Nistlöcher dient.
Ebenso kann es als "dritte Hand" beim Klettern und z.B. als "Pinzette"
verwendet werden, um irgendwelche Gegenstände auf Geschmack und Essbarkeit
zu untersuchen.
Die Nasenlöcher befinden sich an der Basis des Oberschnabels in einer
nackten oder auch je nach Art mehr oder weniger befiederten Wachshaut.
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Beispiel Timneh-Graupapagei |
Ein weiteres, ganz typisches Merkmal der Papageien sind die Füsse, bei
denen zwei Zehen nach vorn und zwei Zehen nach hinten gestellt sind.
Die äusseren Zehen sind gegenüber den inneren verlängert.
Der aus dieser Zehenstellung resultierende gute "Griff", das sehr bewegliche
Fussgelenk und der Schnabel machen aus dem Papagei einen exzellenten
"dreihändigen" Kletterer, der optimal an das Leben in Bäumen
angepasst ist. Die Füsse werden von den Papageien auch zum Halten, oder
besser Sichern von Nahrung benutzt. Papageienarten, die sich am Boden
ernähren, wie viele Australische Arten, halten z.B. die samentragenden
Gräser mit einem Fuss nieder, andere halten Nüsse oder Früchte
in einer Kralle damit nichts hinunterfällt während sie in den
Bäumen ihre Nahrung aufnehmen.
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Beispiel Blaustirnamamzone |
Im Vergleich zu anderen Vögeln haben die Papageien weniger, aber
kräftigere Federn. Die Bürzeldrüse ist mehr oder weniger
zurückgebildet. Anstelle des in dieser Drüse erzeugten Fettes
zur Gefiederpflege haben die Papageien spezielle Puderdunen entwickelt,
die unter dem Deckgefieder sitzen und an ihren Spitzen zu sehr feinem
Staub zerfallen, der das Gefieder pflegt und konserviert. Ganz allgemein
finden wir als weiteres typisches Kennzeichen 12 Schwanzfedern, deren
Form, Farbe und Länge zwischen den Arten stark variiert. Die Färbung
des Gefieders wird in Zusammenhang mit der Lichtbrechung durch ein nur
den Papageien eigenes Pigment erzeugt. Obwohl manche Papageien
schreiend bunt sind, bildet das Gefieder meist eine ausgezeichnete
Tarnung. Die grünen Papageien sind im Blätterwald kaum auszumachen,
eine Gruppe bunter Lories tarnt sich als blühender Busch und der
kobaltblaue Hyacinthara wird im schattigen Wald nahezu unsichtbar.
Der Aufbau einer Feder ist in unserem Beitrag
Grundwissen: Die Feder näher beschrieben.
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Archaeopteryx

Gondwana
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Fossile Überreste von Vögeln sind selten und so kann die
Entwicklung der einzelnen Arten nur unvollständig zurückverfolgt
werden. Die grossen Unterschiede zwischen den einzelnen geographischen
Gruppen und das Fehlen von Bindegliedern zwischen den einzelnen Familien
lässt den Schluss zu, dass die Entwicklung der Papageien bereits in
der Frühgeschichte der Vögel begann. Ein weiteres Argument ist
die hohe Spezialisierung dieses Vogeltyps. Die ältesten
Überreste eines Papageis wurden in Grossbritannien gefunden, und
werden auf das frühe Eozän (vor 40 bis 50 Millionen Jahren)
zurückdatiert1). Aufgrund der speziellen Form
des gefundenen Fussgelenkes konnte dieser Papagei als eine Art
Keilschwanzsittich identifiziert werden. Die Entwicklung der Papageien
muss also noch viel früher eingesetzt haben, möglicherweise
in den zentralen Wäldern des Urkontinentes Gondwana2).
Nachdem dieser
Kontinent auseinanderbrach, begannen die unterschiedlichen Entwicklungen
der amerikanischen, afro-asiatischen und austral-pazifischen Arten.
Während der Kontinentaldrift entwickelte sich dann die Artenvielfalt,
hervorgerufen durch klimatische Veränderungen, Besetzung von
freien ökologischen Nischen und Konkurrenzdruck durch andere
Lebewesen, wenn die Landmassen wieder kollidierten.
Man nimmt an, dass unter den heute existierenden Papageienarten der
Eulenpapagei (Kakapo) und auch die Nestorpapageien (Kea, Kaka) aus Neuseeland
die urtümlichste Form dieser Vogelordnung darstellen.
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heutige Verbreitung
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Heutzutage sind Papageienvögel in sehr unterschiedlichen Lebensräumen
zuhause, vom heissen, tropischen Regenwald bis hin zur antarktischen
Klimazone, von Küstenregionien bis zu höchsten Gebirgen oder
abgelegenen kleinen pazifischen Inseln.
Die lange naturgeschichtliche Entwicklung der Papageien und ihre Verbreitung
über verschiedene Klimazonen hat auch zu einer mehr oder weniger
starken Anpassung bzw. Abhängigkeit der Arten an die jeweilige Umwelt
geführt, die ja auch entsprechenden Veränderungen unterworfen
war. Einige Arten sind so stark spezialisiert, dass sie schon unter
geringfügig veränderten
Umweltbedingungen in Freiheit
nicht überleben würden. Beispielsweise benötigt der Kakapo eine
gewisse Zusammensetzung der ihn umgebenden Vegetation, auch wenn nicht alle
Pflanzen von ihm verzehrt werden. Einer der Rabenkakadus ist abhängig von
ganz bestimmten Larven, die er aus der Rinde von Eukalyptusbäumen zieht.
Über die Spezialisierung der Lories wurde schon an anderer Stelle
berichtet.
Man kann sich denken, dass Eingriffe und Veränderungen in diese Biotope,
sei es durch völlige Zerstörung (z.B. Abholzung, menschliche
Ansiedlung) oder den "Import" einer biotopfremden Tierart die Existenz
dieser Spezialisten bedrohen.
Es gibt aber auch "kosmopolitische"
Typen unter den Papageien, die über ein sehr hohes Anpassungsvermögen
verfügen und so von ihrer eigentlichen ökologischen Heimat
unabhängig zu sein scheinen. So haben sich zum Beispiel freigelassene oder
aus Gefangenschaft entkommene Papageien des Genus
Psittacula (Alexandersittiche) oder aber auch div. Amazonenarten erfolgreich
in europäischen und nordamerikanischen Grossstädten angesiedelt,
obwohl Städte sicher nicht die natürliche Umwelt dieser Vögel
darstellen3).
Es sind aber nicht diese künstlichen Lebensräume und
Populationen für die Erhaltung der Art notwendig, sondern die
natürlichen, in denen sich die Art entwickelt hat.
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Paar Inkakakadus
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Ausserhalb des Brutgeschäftes sind die Papageien bis auf sehr wenige
Ausnahmen (Kakapo) sehr gesellige Vögel, die je nach Art in
kleinen Gruppen oder sogar grossen Schwärmen (mehrere tausend
Individuen!) umherstreifen. Innerhalb der Schwärme kennt
möglicherweise jeder Vogel jeden "persönlich", was dazu führen
kann, dass Schwarmfremde, auch wenn sie der gleichen Art angehören,
abgewiesen oder sogar getötet werden. Es kommt vor, dass ein Schwarm
durchaus aus verschiedenen Arten besteht, die die gleiche ökologische
Nische besetzen. Innerhalb der Schwärme ist eine gewisse Rangabstufung
wahrscheinlich.
Die Paarbindung ist sehr stark, meistens hält eine Papageienehe das ganze
Leben, und die Vögel "verloben" sich oft schon, wenn sie noch nicht
geschlechtsreif sind. Bei einigen Arten ist beobachtet worden, dass
ein Vogel an Kummer sterben kann, wenn er seinen Partner verliert.
Zumeist haben Papageien feste Plätze, an denen sie die Nacht verbringen
und davon getrennte Futterplätze. Einige Arten legen sogar
Entfernungen von
mehr als 30 km zwischen
Rast- und Futterplatz zurück. Entsprechend kann bei
in Gefangenschaft gehaltenen Papageien beobachtet werden, dass die Vögel
früh morgens und am Abend ihre aktivste Phase haben. Ausgesprochene
Zugvögel gibt es unter Papageien nicht, einige Arten bewohnen jedoch
unterschiedliche Gebiete ihres Lebensraumes in Ahängigkeit von der
Jahreszeit oder dem Nahrungsangebot.
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Gelege Blaustirnamazone

Kueken Gelbhaubenkakadu
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Mit nur sehr wenigen Ausnahmen (Mönchssittich, Kakapo) sind die Papageien
Höhlenbrüter. Ihre Nisthöhlen finden sich je nach Art in
alten Baumhöhlen, Termitenbauten oder auch Löchern in weichen
Felswänden und Steilufern der Flüsse. Obwohl Papageien ja über
einen starken Schnabel verfügen, bevorzugen sie zumeist doch
"vorgefertigte" Höhlungen, die sie dann ihren Bedürfnissen
entsprechend umgestalten. Nestmaterial wird nicht immer benötigt. Einigen
Arten reichen die "Abfallprodukte des Hausbaues", andere tragen
zusätzliches Nestmaterial lustigerweise zwischen ihr Gefieder gesteckt in
die Nisthöhle.
Die Brutsaison ist mehr oder weniger fest definiert, und auch abhängig
von den jeweiligen Umweltbedingungen.
Typischerweise sind Papageieneier weiss, sie brauchen keine Tarnmuster, wie
die von Vögeln, die in offenen Nestern brüten. Die Gelege
können je nach Art von ein oder zwei (Kakapo) bis zu acht und sogar
mehr Eier (Touit u.a.) enthalten. Die Eier sind in Relation zur
Körpergrösse kleiner als sonst im Vogelreich. Hier spiegelt sich
auch das Entwicklungsstadium der Küken wieder, wenn sie schlüpfen.
Wie bei den meisten Höhlenbrütern sind die Küken beim
Schlupf noch sehr wenig entwickelt und brauchen relativ lange bis
sie Nesthöhle verlassen können. Eltern und Junge bleiben oft noch
längere Zeit zusammen, bis die Jungen selbständig sind. Ein besonderes
Verhalten zeigt hier der australische Rosakakadu, dessen Junge sich in sog.
Schulen sammeln, immer beaufsichtigt von ein paar erwachsenen Tieren,
während die Eltern auf Nahrungssuche sind.
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Katalogschrank
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Wie schon gesagt, lassen sich Papageien durch ihr äusseres
Erscheinungsbild leicht von anderen Vögeln unterscheiden. Das
führte dazu, dass Papageien
in den frühen Listen, Beschreibungen und Systematiken
schon immer als besondere Gruppe geführt wurden 4).
Innerhalb der Psittaciformes (= Ordnung der Papageienvögel) ist
die Systematik aber nicht so einfach. Farbe, Grösse, Anatomie, DNA,
Vorkommen und Verhalten variieren sehr stark, und jede Einteilung
dieser Vogelordnung ergibt ein anderes Bild, je nachdem, unter welchem
Aspekt man sie vornimmt. Ausserdem lassen sich bestimmte Regeln nicht
unbedingt von einer zur anderen Papageiengruppe übertragen.
Forschungsergebnisse der letzten Zeit haben gezeigt, dass solche
Ordnungssysteme immer wieder überarbeitet werden müssen.
Manchmal führt dies sogar zur "Entdeckung" völlig neuer
Arten.
Kein Wunder, dass weltweit mehrere "gültige" Systematiken der
Papageienvögel in Gebrauch sind. Die Funktionsweise solcher
Systematiken wird auf der Seite
Grundlagen zur Taxonomie näher erläutert.
Jedes dieser Ordnungssysteme
ist für sich genommen nach den entsprechenden Voraussetzungen
gültig, und es bleibt dem Anwender überlassen, für
welches er sich entscheidet.
Die etwas volkstümliche Einteilung in Papageien, Kakadus, Lories, Sittichen
wird der Sache allerdings nicht gerecht.
Wichtiger als solch starre Ordnungsysteme
ist aber die Kenntnis über das einzelne Lebewesen selbst, die
"Verwandtschaft" zählt erst in zweiter Linie.
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Ara, Holzschnitt v. 1554 4)
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Die Kenntnis von Papageien ist seit der Antike schriftlich überliefert.
Am Hofe von Artaxerxes II hat der Arzt Ctesias den Pflaumenkopfsittich
beschrieben und vermerkt das "Sprachvermögen" dieses Vogels. Papageien
des Genus Psittacula (Alexandersittiche) waren im alten Rom bekannt und als
Luxusobjekt beliebt. Wir finden sie auf Bodenmosaiken und als Wandschmuck.
Mit der Entdeckung der Neuen Welt im 15. und 16. Jahrhundert wurde der
Papageienhandel zum einträglichen Geschäft. Natürlich erkannte
man, dass es sich bei diesen Vögeln um die prachtvollen Verwandten des
Alexandersittichs handelte. Später, noch vor der tatsächlichen
Entdeckung Australiens findet man auf den Weltkarten
schon eine Psittacorum regio
(Papageienland) in der Region der Terra incognita australis (unbekannter,
südlicher Kontinent, gemeint war die Antarktis) eingezeichnet, die
heute Australien einnimmt5).
Heutzutage hat der Papageienhandel solche Ausmasse angenommen, dass
immer stärkere Kontrollen erforderlich sind. Dieses Geschäft mit
den wildgefangenen Papageien hat viele der Arten in die Gefahr der Ausrottung
gebracht, und nur mit sehr hohen Kosten und Mühen kann versucht werden,
das was übriggeblieben ist zu retten. Ein wichtiger Schritt in diese
Richtung ist das Washingtoner Artenschutzabkommen. Aber solange die
unterzeichnenden Länder diese Regeln nicht umsetzen können oder
wollen, bleibt es nur ein Konzept.
- Es kommt noch schlimmer: Die Ausrottung von Papageienarten genauso wie
die anderer Tierarten wird durch die grossflächige Zerstörung der
Lebensräume bewusst vorangetrieben, solange man damit Gewinne
erzielen kann.
Naturschutz kostet Geld, Naturausbeute bringt Geld!!!
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Kletterbaum
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Papageien waren schon immer als Haustiere beliebt. Durch ihren
natürlichen Gesellschaftstrieb gezwungen, schlossen sie sich dem
Menschen an, nahmen ihn als Ersatzpartner und waren so quasi die einzigen
Vögel, die sich auch "streicheln" liessen, denn die gegenseitige
Gefiederpflege ist Ausdruck der Paarbindung bei den Papageien. Dazu kam die
grosse Lernfähigkeit und das Verhalten menschliche Laute nachzuahmen.
Es hat bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gedauert, ehe die sog.
"artgerechte Haltung" auf Papageien angewendet wurde. Noch 1890
z.B. hat die Zool. Society in London die Ansicht vertreten, das Papageien
kein Wasser zu sich nehmen 6).
Neuere Erkenntnisse machen das Leben der Papageien in Gefangenschaft
erträglicher, was man daran sehen kann, dass mittlerweile
viele Papageienarten in Gefangenschaft nachgezüchtet werden können,
um den "Haustierbedarf" des Menschen zu decken. Es ist sogar möglich,
Erhaltungszuchtprojekte durchzuführen, damit bedrohte Arten wieder in
ihren heimischen Biotopen angesiedelt werden können.
Die philosophisch/ethischen Aspekte der Papageienhaltung würden hier
den Rahmen sprengen. Bitte machen Sie sich selbst ein Bild aus den
durch die Arbeitsgemeinschaft Papageiennetzwerk angebotenen
Informationen.
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Spieltrieb bei Blaustirnamazone
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Der im Vergleich zu anderen Vögeln recht grosse Schädel bietet
Raum für ein relativ zur Körpergrösse grosses Gehirn.
Anatomisch gesehen unterscheidet sich das Vogelhirn sehr stark von dem
der Säugetiere und damit auch von dem des Menschen. Die Gehirnteile,
die allg. beim Menschen als "Sitz der Intelligenz" bezeichnet werden, sind
beim Vogelhirn nur rudimentär vorhanden. Um so erstaunlicher sind
die Intelligenzleistungen zu denen Papageien fähig sind. Vielen
Papageienhaltern sind der ausgeprägte Spieltrieb oder
die situationsbezogene Anwendung menschlicher
Sprachelemente durch ihre Vögel bekannt. Neben dieser
bekannten Lernfähigkeit haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass
zumindest Graupapageien in der Lage sind, Eigenschaften bestimmter
Gegenstände auf andere, sogar unbekannte Gegenstände zu
übertragen und dies dann in einer
artfremden Sprache (der menschlichen) auch auszudrücken.
D.h. sie sind fähig, gedankliche Abstraktionen vorzunehmen.
Nachlesen kann man das auf einem US-Server:
The Alex Foundation
Aber wie in allen "intelligenten" Lebewesen ist der individuelle
Character sehr stark ausgeprägt. Während ein Papagei
den ganzen Tag "redet", oder irgendwelche Wörter sofort
nachspricht, kann ein anderer der gleichen Art dies völlig
verweigern.
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Typ | Jahre |
| Wellensittich | 10 |
| Sperlingspapageien | 15 |
| Unzertrennliche | 20 |
| Keilschwanzsittiche | 30 |
| Alexandersittiche | 30 |
| Grosse Aras | 35-40 |
| Amazonen | 40-50 |
| Grosse Kakadus | 60-75 |
| Graupapageien | 60 |
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Sichere Daten über die Lebensspanne bei wilden Papageien gibt es
kaum. In Australien wurden in den 70er Jahren einzelne Vögel
beringt oder mit Flügelmarken im Rahmen einer Felduntersuchung
gekennzeichnet. Allerdings waren diese Daten auch nicht sicher, weil die
markierten Vögel häufiger natürlichen Feinden zum
Opfer fielen als unmarkierte7).
Bekannt dagegen ist, dass Papageien in Gefangenschaft sehr alt
werden können. Manche Kakadus und Amazonen sollen schon über
100 Jahre alt geworden sein.
Links eine grobe Übersicht über
die durchschnittliche Lebenserwartung einzelner Arten8):
Bei Hybridzüchtungen oder Papageien aus schwachen Zuchtstämmen
mit einem "armen" genetischen Pool, sowie bei mangelhafter
Haltung ("Raucherpapagei", ungesunde Ernährung, Stress, um nur wenige
Beispiele zu nennen) wird das angegebene Alter oft bei weitem nicht
erreicht.
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1) Harrison, C.J.O.
+The earliest parrot; a new species from the British Eocene.
London
Ibis
124.1982,x S. 203-210
: Paleopsittacus-georgei
2) Sparks, John & Tony Soper
+Parrots: A Natural History
New York
Facts on File, 1990, ISBN 0-8160-2427-8
3) Ernst, Ulrike
+Afro-asiatische Sittiche in einer mitteleuropäischen Grossstadt.
Howardsleben
Jahrbuch für Papageienkunde
1.1995, S. 23-115
4) Gesner, Conrad
Historia animalium liber III. de avibus.
Zürich
Verl. Froschover
1555, S. 689-694
|
5) Gerard Mercator's World Map from 1519
and Blaeus, J.W.:"Nova totius orbis terrarum ... tabula" - world map 1642
6) Greene, W.T.
+Parrots in captivity, Vol. I-III.
Neptune, N.J.
TFH Publications
1979, reprinted from the original 1887
7) Rowley, Ian and D.A. Saunders
+Rigid wing-tags for Cockatoos.
Sydney
Corella, 4.1980,1 P. 1-7
8) Pinter, Helmut
Handbuch der Papageienkunde
Stuttgart
Verl. Kosmos 1979, ISBN 3-440-04752-0
Abbildungen soweit nicht anders gekennzeichnet
© Arbeitsgemeinschaft Papageiennetzwerk
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Hier können Sie weiterlesen:
Teil I
Einführung in die Papageienkunde
Teil II
Grundlagen der Taxonomie
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