Das äussere Erscheinungsbild
der Papageien wird neben den typischen Merkmalen wie Schnabel und
Zehenstellung auch von den Federn geprägt. Hier ein paar Daten:
Prinzipieller Aufbau:
Der prinzipielle Aufbau
der Feder soll hier am Beispiel der Konturfeder (s.u.) erläutert
werden.
Abb. 1 |

Abb. 2 |

Abb. 3 |
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Die Fahne der Feder wird gebildet von Federästen die ihrerseits wieder
Federstrahlen tragen. Die zum äusseren Ende der Feder gerichteten
Federstrahlen tragen kleine Häkchen, die in die glatten, zum Körper
gerichteten Federstrahlen einhaken können. Dadurch entsteht eine
flexible Fläche, die beim Aufreissen entlang der Federäste nach dem
"Reisverschlussprinzip" leicht wieder geschlossen werden kann. Eine solche
Verhakung ist in Abb. 3 (Timneh Schwanzfeder) gut zu sehen.
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Die Feder selbst wächst im
sog. Follikel, der in Abb. 4 schematisch vereinfacht dargestellt ist.
Die Spule ist der Teil des Schaftes, der im Follikel sitzt. Der untere
Nabel verbindet die Feder mit der Lederhautpapille, aus der die Feder
hervörwächst. Diese Lederhautpapille ist stark durchblutet und wird beim
Ausziehen der Feder verletzt. Während der Mauser lösen sich hier die
Federn von selbst ab. Wird die Lederhautpapille beim Ausziehen der
Feder völlig zerstört, kann keine neue Feder nachwachsen.
In der Federseele finden wir die Markklappen, die die einzelnen Stadien
der Loslösung von der Lederhautpapille repräsentieren.
Entsprechend der Varianten
dieser "Grundkonstruktion" wird zwischen
verschiedenen Federtypen unterschieden.
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Abb. 4 |
Federtypen:
- Dunenfedern sind
feine flauschige Federn mit weichem Schaft, unregelmässigen Federästen
und -strahlen, die zudem wenig verhakt sind. Sie bilden das Untergefieder.
- Puderfedern oder Puderdunen
sind eines der typischen Federmerkmale der Papageien. Ähnlich gebaut wie
die Dunenfedern zefallen sie an
ihren Enden zu sehr feinem Staub, der zur Gefiederpflege dient.
- Borstenfedern bestehen fast nur aus dem sog. Federschaft.
Sie sind häufig von zahlreichen Tastkörperchen umgeben, so dass man
annimmt, dass sie ähnliche Funktionen erfüllen wie die Tasthaare der
Säugetiere. Bei den Papageien finden wir diese Federn oft an der
Schnabelbasis um die Nasenhaut herum und als Augenwimpern.
- Konturfedern formen die äussere Erscheinung des Vogels.
Hierzu zählen auch die Deck-, Flug- und Schwanzfedern. Konturfedern
decken zwar den Vogelkörper ab, wachsen jedoch nicht an allen
Körperstellen. z.B. bei der Blaustirnamazone gibt es breite federlose
Streifen an den Seiten des Halses, die sich bis auf den Rücken
fortsetzen. Durch die Überdeckung der Konturfedern aus den Nachbarbereichen
sind diese federlosen Stellen meist unsichtbar.
- Fadenfedern stehen jeweils direkt neben den Konturfedern.
Sie haben einen feinen Schaft, mit kleinem Büschel am Ende. Da sie
in einer nervenreichen Umgebung stehen, vermutet man, dass sie zur
Kontrolle der Stellung der Konturfedern dienen.
Federfarben:


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Farben basieren zunächst entweder auf
Reflexion farbhaltiger Oberflächen oder auf Lichtbrechung (Refraktion)
in teilweise durchsichtigen Medien. Für das letztere sind die Regenbogenfarben
eines sonnendurchschienenen Wassertropfens ein gutes Beispiel. Im Falle der
Papageienfeder handelt es sich oft um Kombination von beidem.
Für die farbhaltige Oberfläche in der
Papageienfeder ist ein nur den
Papageien eigenes Pigment (=Farbstoff) zuständig, für die Lichtbrechung
die Struktur der Feder selbst. Der überwiegende Anteil der Hornsubstanz
ist durchsichtig, und bricht das Licht. Da sich die farbhaltige Oberfläche
im Innern der Hornsubstanz befindet, ist die resultierende Farbe, die wir
sehen eine Mischung aus der Farbe des Pigmentes und der Farbe, die durch die
Lichtbrechung in den äusseren Schichten der Hornsubstanz erzeugt wird.
Bei den Papageien basieren blaue Farben
hauptsächlich auf Lichtbrechung,
während gelb-orange bis rot eher Reflektion (also das Pigment)
als Ursache haben. Grün entsteht
zumeist aus einer Mischung beider Vorgänge. Die Intensität der Farbe wird
durch sog. Absorption (Lichtverlust) bestimmt.
N.B.: Auch die weissen Kakadus haben das Pigment, sind also eigentlich
"farbig". Die "Summe" des zurückgeworfenen Lichtes erscheint eben weiss.
Die superfeine Struktur der Federstrahlen
bei manchen Konturfedern führt
zu einem dritten Lichteffekt - der Interferenz. Hierbei wird das
einfallende Licht so reflektiert, dass die einzelnen zurückgeworfenen
Lichtstrahlen winzige Weg- und Winkelunterschiede haben. Die daraus
resultierenden Überlagerungen der Lichtstrahlen führen zu den
bekannten "Schillereffekten", die bei vielen Papageien, insbes. den Loris
zu beobachten sind.
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Mauser:
Auch Federn unterliegen der Abnutzung, und
müssen von Zeit zu Zeit erneuert werden. Die alten Federn werden abgestossen
und im Follikel wächst je nach Federtyp in wenigen Tagen/Wochen eine neue Feder nach.
Dieser Prozess ist hormongesteuert und
setzt bei erwachsenen Vögeln zumeist nach der Brutzeit ein. Allerdings wird nicht
jedesmal das Gefieder komplett ersetzt, sondern nur einzelne Federn, bzw. Federbereiche.
Eine komplette Gefiedererneuerung erstreckt sich also über mehrere Jahre, wobei die
Mauser auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark ausfallen kann.
Die nachwachsende Feder bildet sich zunächst
über der Keimscheibe des Follikels in einem geschlossenen Schaft aus. Optisch erscheint
das so, als hätte den Vogel zwischen seinem Gefieder Stacheln sitzen. Die Spitze dieser
Hülle härtet aus, wird spröde und bei der täglichen Gefiederpflege dann aufgebrochen,
so dass sich die Fahnen entfalten und weiterwachsen können.
Das Abstossen und Nachwachsen der Federn geschieht
ausserdem nach einer gewissen Systematik, um den Vogel nicht allzustark zu
beeinträchtigen.
Halter grösserer Papageien können dies
gut beobachten: Fällt z.B. die 5. Feder im rechten Flügel, so ist zu erwarten, dass
binnen weniger Tage entweder die 4. oder 6. Feder im linken Flügel ebenfalls
abgeworfen wird. Das gleichzeitige Mausern vieler Federn nur eines Flügels würde zur
Flugunfähigkeit führen, und ist deshalb von der Natur normalerweise nicht vorgesehen.
Unter besonderen Umständen, z.B. übermässiges
Erschrecken, Panik o.ä. kann es jedoch vorkommen, dass schlagartig mehrere (besonders
Konturfedern) Federn eines Bereiches gleichzeitig abgeworfen werden. Diesen Vorgang
nennt man "Schreckmauser", er ist ein Hinweis darauf, dass Stresshormone einen
gewissen Anteil an der Mauser haben.
Aber auch hier werden in den freigewordenen Follikeln
wieder neue Federn gebildet.
Mauserverlauf, Federwachstum, -ausbildung und
-färbung sind
gute Indikatoren für den allgemeinen körperlichen Zustand des Vogels.
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