Die Aras von Costa Rica


Durch unsere weltweiten Kontakte im Internet erhalten wir auch aktuelle Informationen über Programme einzelner Länder und Organisationen zum Schutz freilebender Papageienarten. Hier ein kurzer (bestimmt unvollständiger) Bericht über Costa Rica und den dort lebenden Aras.



Geographie Costa Ricas:
Costa Rica liegt auf der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerikanischen Kontinent. Der nördliche Nachbarstaat ist Nicaragua, der südliche Panama. Es wird vom 10o nördlichen Breitengrad durchschnitten und liegt damit in der tropischen Zone.
Ein nordwest nach südost verlaufendes vulkanisches Bergmassiv mit Gipfeln von über 3.000m trennt die Tiefländer an der karibischen und pazifischen Küste voneinander. Dieser Gebirgszug führt zu unterschiedlichen natürlichen Vegetationsformen. Im östlichen und südwestlichen Tiefland finden wir tropischen Regenwald, während an der pazifischen Küste sog. regengrüne Feucht- und Trockenwälder wachsen. Ab 500-600m Höhe folgen die immergrünen Berg- und Nebelwälder. Die Baumgrenze verläuft etwa bei 3.000m.

Die Papageien:
Neben den Aras gibt es in Costa Rica verschiedene andere Papageienarten:
  • Amazonen: Salvin-Amazone (Amazona autumnalis salvini), Salvadoris Mülleramazone (Amazona farinosa virenticeps)
  • Keilschwanzsittiche: Elfenbeinsittich (Eupsittula c. canicularis)
  • Rotsteisspapageien: Blasser Schwarzohrpapagei (Pionus menstruus rubrigularis)
  • Pyrrhura: Rotschwanzsittich (Pyrrhura h. hoffmanni)
  • Touit: Rotstirnpapagei (Touit dilectissima costaricensis)
Die Aras von Costa Rica:
In Costa Rica gibt es kleinere begrenzte Populationen zweier Ara-Arten. Zum einen der Hellrote Ara oder Arakanga (Ara macao) und den Grossen Soldatenara (Ara ambigua)

Der Arakanga:
Grosses Foto
Artbeschreibung: im Extrafenster.
Vorkommen:
Früher häufig in den pazifischen und karibischen Tiefländern, jetzt nur noch drei begrenzte Populationen im Tiefland des pazifischen Bereiches mit einer Gesamtzahl von etwa 400-600 Individuen.
Schutzmassnahmen:
Alle drei Populationen leben in Naturreservaten.
Die Costa Ricanische Organisation Pro Iguana Verde legt ihre Prämissen in die Bewusstseinsbildung der einheimischen Bevölkerung, die den (illegalen) Fang und Verkauf dieser imposanten Vögel als gute Einkommensquelle betrachtet. Die Fänger der Papageien sollten zu Züchtern umerzogen werden, um eine weitere Entnahme aus der Natur zu verhindern.
Amigos de las Aves unter der Leitung von Margot und Richard Frisius, spezialisiert auf Ara macao und Ara ambigua, betreibt ein umfangreiches Nachzuchtprogramm zur Auswilderung von Vögeln, um die Populationsstärke zu erhöhen und den genetischen Pool zu verbessern.

Der grosse Soldatenara:
Grosses Foto
Artbeschreibung: im Extrafenster.
Vorkommen:
Karibisches Tiefland im Nord-Osten des Landes. Es gibt nur sehr wenige Feldbeobachtungen, die Population wird auf höchstens 30 Brutpaare geschätzt. Die fortschreitende Zerstörung des Habitats und die geringe Vermehrungsrate lassen befürchten, dass dieser Ara in Costa Rica bald ausgerottet ist.
Besondere Bedrohung:
Im Lebensraum des Grossen Soldatenara gibt es Hartholzbäume (Dipterix panamensis), die einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor darstellen. Dummerweise benutzt der Ara diese als Brut- und Futterbäume. Der Holzeinschlag dieser Bäume entzieht dem Vogel die Brutmöglichkeiten und führt zu grossflächigen Zerstörungen des Habitats.
Allein zwischen 1968 und 1994 wurden über 30% des Lebensraumes zerstört.
Ausserdem sind im internationalen Papageienhandel die Nestlinge sehr gefragt, auch wenn der Ara auf Appendix I des WAA gelistet wird.
Schutzmassnahmen:
Das Hauptverbreitungsgebiet des Aras ist ein Naturreservat.
Neben ausführlichen Felduntersuchungen hat das RARE Center for Tropical Conservation in Monteverde, Puntarenas, Costa Rica einen Forderungskatalog für Mindestmassnahmen zusammengestellt. s. Conservation of the Great Green Macaw
Amigos de las Aves unter der Leitung von Margot und Richard Frisius, spezialisiert auf Ara macao und Ara ambigua, betreibt ein umfangreiches Nachzuchtprogramm zur Auswilderung von Vögeln, um die Populationsstärke zu erhöhen und den genetischen Pool zu verbessern.

Staatliche Massnahmen:
Auch wenn Costa Rica zu den fortschrittlichsten Staaten Zentralamerikas zählt, und in grosszügigem Massstab Naturschutzreservate eingerichtet hat, so bleiben doch die Bemühungen um den Naturschutz auf halber Strecke stehen. Die Einhaltung bzw. der Schutz der Reservate wird auf staatlicher Ebene nicht konsequent umgesetzt. Der Schutz bzw. die Erhaltung der einheimischen Fauna und Flora bleibt überwiegend privaten Organisationen überlassen.

Quellen:
Meyers Enzyklopädie der Erde, Bd. 2; Mannheim 1982; ISBN 3-411-02002-4
Parrot Data News - Scarlet macaw release program - Costa Rica (email v. 20.10.1999)
WWW: The Great Green Macaw Project
WWW: Costa Rica - Iguana Park
WWW: Conservation and Deforestation in Costa Rican Parks
Zur Homepage: 
Adaption für WWW: H.-J. Pfeffer
Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
  © November 1999