Fragen über Fragen
zum Thema "Geschlechtsbestimmung bei Papageien und Sittichen"


Bezugnehmend auf unseren Artikel vom Mai 2000
Geschlechtsbestimmung bei Papageien und Sittichen
hat Brigitte Manges einige weitere Argumente, aber auch Fragen gefunden.
Hier ihre Zusammenstellung.
 

 
Genetische Geschlechtsbestimmung durch Analyse der DNA aus einer Feder oder Blutprobe
Endoskopische Geschlechtsbestimmung mit Organuntersuchung: Fragen/Anmerkungen
(aus meiner eigenen, unprofessionellen Sicht)
 Blutentnahme aus der Halsvene (Vena  jugularis) bei den meisten Küken ab dem  10. Lebenstag durchführbar  Geschlechtsbestimmung bei den meisten Papageien und Sitticharten ab einem Alter von 6 Wochen (bei Handaufzuchten) durchführbar. In der Fachliteratur spricht man bei Endoskopie von frühestens 5 Monaten???
 Bisher noch nicht bei allen Papageien- und Sitticharten möglich  Geschlechtsbestimmung grundsätzlich bei allen Vogelarten möglich. Grundsätzlich, also auch nicht bei allen?
 Probengewinnung (Federn oder Blut) kann bei Elternaufzuchten auch im Nistkasten durchgeführt werden Endoskopie kann bei Elternaufzuchten nicht im Nistkasten durchgeführt werden  
 Kein nennenswertes Probenentnahmerisiko  Bei ungeübten Operateuren sowie bei Anwendung von unausgereiften Techniken  besteht ein gewisses Narkose-, Operations-  und Infektionsrisiko  
 Beschränkte Aussagekraft (nur Angabe männlich oder weiblich als Testergebnis möglich) Keine Aussage über Zuchtkondition  Beurteilung der Zuchtkondition unter  Berücksichtigung des Entwicklungs- und Durchblutungszustandes der  Geschlechtsdrüse sowie anderer relevanter  Organe. Zuchtkondition auch bei Jungvögeln beurteilbar?
Oder ab welchem Alter ausgeprägt, und dann relevant?
 Keine 100% Sicherheit des Ergebnisses (bedingt durch Labor oder Probe) Keine 100 % Sicherheit bedingt durch falsche Beurteilung des Operateurs (auch das ist bereits vorgekommen!!)  
Auch bei extrem verfetteten Exemplaren oder Tieren mit starker Luftsackentzündung  Geschlechtsbestimmung durchführbar.   Bei extrem verfetteten Exemplaren oder  Tieren mit starker Luftsackentzündung  Geschlechtsbestimmung nichtdurchführbar.  
Kein Narkose-und Operationsrisiko  Sehr geringes Narkose- und Operationsrisiko, falls durch einen erfahrenen  Operateur durchgeführt (bei eigenen Ergebnissen liegt die Aufwach- Rate aus der Narkose nach der Endoskopie bei 99,98%.) Bei ungeübten Operateuren sowie bei Anwendung von unausgereiften Techniken besteht ein gewisses Narkose-, Operations- und Infektionsrisiko.)  
Für eine perfekte Durchführung der  Genetischen Geschlechtsbestimmung durch Analyse der DNA aus einer Feder oder  Blutprobe sind keine langjährigen oder gar tägliche Übung notwendig.  Langjährige Erfahrung und fast tägliche Übung des Operateurs sind für eine perfekte Durchführung der Endoskopie notwendig. Deshalb sind nur relativ wenige Spezialisten vorhanden Welcher Tierarzt endoskopiert denn "am Fliessband"? Wie stelle ich das fest, ob ein Vet. perfekt ist? 
Da es ja nur relative wenig Spezialisten gibt, also doch gefährlich???
 Ergebnisse liegen nicht sofort vor, sondern erst nach 5-14 Tagen.  Der Besitzer erfährt sofort die  Untersuchungsergebnisse der Endoskopie und im Falle von diagnostizierten Erkrankungen kann sofort mit der Therapie begonnen werden. Ich denke, mittlerweile liegen die Ergebnisse bereits nach 3 Tagen vor! Und ohne eine weitere Untersuchung Therapiebeginn? (Erregerbestimmung, Resistenztest?)
Dauerhafte Geschlechtskennzeichnung  durch Tätowierung nach der Laboruntersuchung unter dem Flügel  (männlich  rechts, weiblich links) auch möglich  Dauerhafte Geschlechtskennzeichnung  durch Tätowierung nach der Endoskopieunter dem Flügel (männlich rechts, weiblich links). Tätowieren, wäre das dann nicht eine Alternative zur Kennzeichnungspflicht?? Schadet das nicht?
Kann im Rahmen von Hausbesuchen direkt beim Züchter oder Halter durchgeführt werden, so dass der Transport der Vögel zur Untersuchung nicht notwendig ist.  Kann im Rahmen von Hausbesuchen direkt beim Züchter oder Halter durchgeführt werden, so dass der Transport der Vögel zur Untersuchung nicht notwendig ist. Ist sicherlich eine Kostenfrage, Hausbesuch bzw. Porto
Eine Microchipkennzeichnung des Vogels zur eindeutigen Identifizierung kann jederzeit (auch ohne Narkose) durchgeführt werden.  Im Rahmen der Betäubung für die Endoskopie kann gleichzeitig die Mikrochipkennzeichnung des Vogels zur eindeutigen Identifizierung durchgeführt werden. Ja, dann schneiden wir auch gleich die Krallen und korrigieren evtl. den Schnabel !! Das ist doch kein Vorteil für die Endoskopie!
 Leicht zu manipulieren  (absichtliche oder unabsichtliche Falschkennzeichnung bei Einsendung der Proben durch den Vogelbesitzer ohne Kontrolle einer neutralen Person wie z.B. eines Tierarztes) Kann bei Endoskopie nicht manipuliert werden, d.h. werden bei allen Tierärtzen nach Endoskopie die Tiere tätowiert? Kann ich ein Endoskopiebericht nicht auch einem anderen Vogel unterjubeln?
 Ungeeignet als Ankaufsuntersuchung  Wegen der Beurteilung des Zustandes der inneren Organe und des Äußeren des Vogels als Ankaufsuntersuchung oder zur Beurteilung der Qualität des Vogels geeignet. Nur der äussere Zustand der Organe! Das Äussere des Vogels kann auch von einem Tierarzt jederzeit beurteilt werden.
 Bei Einsendung von Federproben kann meist nur geringe DNA-Menge isoliert werden.  Eine Einlagerung der DNA für spätere Nachkontrollen (z.B. wegen Manipulation der Kennzeichnung der Probe) ist daher nicht möglich. ?? Nix verstehe !!!Ich denke nur, wer manipulieren will, der schafft das so oder so!
 Untersuchung der inneren Organe und des Äußeren erlaubt Krankheitsdiagnostik wie z.B. Verpilzung, Eierstockzysten, Luftsackentzündung, Verfettung u.v.a. Sind da Röntgen- bzw. Blutuntersuchungen etc. nicht auch oder gar besser geeignet?Sieht man doch nur die "äussere Beschaffenheit" der Organe oder etwa nicht? Ist diese "Untersuchung der inneren Organe" im Endoskopie-Preis enthalten?
Auch die DNA-Analyse macht eine 100%ge sichere Geschlechtsbestimmung möglich.  Durch endoskopische Darstellung der Hoden oder des Eierstocks 100%ig sichere Geschlechtsbestimmung möglich. Ist m.E. auch kein Pluspunkt für die Endoskopie.
Mit Hilfe der DNA-Analsyse (genetischer  Fingerabdruck") besteht die Möglichkeit,  verwandschaftliche Bestimmungen von  Vögeln und zu ihren Nachkommen  nachzuweisen (und daher auch Nachweis  des Diebstahl/Schmuggel) Keine Möglichkeit des  Verwandschaftsnachweises  
Mittels Federanalyse kann (zusätzlich) ein  PBFD-Virusnachweis erfolgen Keine Virus-Nachweis möglich  
gesamt:  12    5    3  gesamt:   7    8    5   


Hinweis: Beschreibung in blauer Schrift: übernommene Argumente aus Artikel Mai 2000 APN! (s.o.)

Vielen Dank an alle, die mir bei meinen Fragen und Überlegungen (teilweise mit einer Engelsgeduld!)  zu diesem Thema so hilfreich zur Verfügung standen ! 

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Brigitte Manges
Arbeitsgemeinschaft Papageien-Netzwerk
  © Juli 2000