Am ersten Morgen führte unser Ausflug dann auch zur Zuchtstation. Als wir von
Margot Frisius mit schwäbischen Dialekt begrüßt wurden waren wir etwas
überrascht. In ihrem Haus sind in einem wunderschön bepflanzten Atrium
verschiedene Papageienarten und Tukane untergebracht. Diese sind z.T.
aufgenommene oder aus Beschlagnahmungen stammende Vögel. Direkt hinter dem Haus
sind mehrere Großvolieren mit Hellroten-, Gelbbrust- und Hyazintharas die sich
perfekt in den baumbewachsenen Hang einfügen. Richard zeigte uns stolz
Hyazintharababys die nur einige Tage vor unserem Besuch geschlüpft waren.

Zuchtanlage "Amigos de
las Aves"

Soldatenaras in der
Zuchtanlage
Anschließend besichtigten wir die Zuchtanlage auf der gegenüberliegenden
Straßenseite. Dort standen auf dem weitläufigen Gelände große
Volierenanlagen mit Hellroten Aras (Ara macao) und Großen Soldatenaras (Ara
ambigua). In großzügigen Gemeinschaftsvolieren können die Jungvögel fliegen
lernen und sich in der Gruppe sozialisieren. Weiterhin gab es auch noch Volieren
mit Gelbnackenamazonen (Amazona o. auorpalliata) und Salvin-Amazonen (Amazona
autumnalis salvini) sowie mit Finschsittichen (Aratinga finschi). Insgesamt
gehören zum Bestand der „Amigos de las Aves“ ungefähr 200 Vögel. Von den
Soldatenaras gibt es erfreulicherweise über 50 Tiere. Dies ist evtl. der größte
Bestand in einer Zuchtanlage weltweit wie uns das Ehepaar Frisius mitteilte.
Die jungen Hellroten Aras werden im Alter von 2-3 Jahren ausgewildert. Dazu
kommen sie im Süden von Costa Rica bei Punta Banco in Auswilderungsvolieren. Der
Menschenkontakt wird minimiert und die Papageien an das dort vorkommende Futter
gewöhnt. Die Tiere werden in Gruppen von 10 – 12 Vögeln ausgewildert. Zu Beginn
dieses Projekts gab es Probleme seitens der Regierung. Die Genehmigung der
Auswilderung dauerte 3 Jahre da Bedenken wegen möglicher Krankheitseinschleppung
bestanden.
Die Zuchtstation hat 7 Angestellte und freiwillige Helfer. Es werden Stellen für
Volunteers angeboten welche dort in vielfältiger Weise helfen können. Die Kosten
der Anlage belaufen sich laut Auskunft auf 2.000,- $ monatlich. Von der
Regierung bekommen sie keine Unterstützung und sind auf private Sponsoren und
o.g. freiwillige Helfer angewiesen. Mehr Informationen zu „Amigos de las Aves“
sind auch hier zu lesen: www.hatchedtoflyfree.org

Gelbnackenamazone im Zoo Ave

Ara-Zuchtanlage im Zoo Ave

Finschsittiche in San Jose
Am nächsten Tag besuchten wir den Zoo Ave in Alajuela
(www.zooave.org). Es ist
ein hervorragend angelegter Zoo mit sehr schöner Bepflanzung, hohen Bäumen und
Palmen. Die gesamte Anlage ist sehr sauber und die Volieren und Tiergehege sind
großzügig gestaltet. Schon beim Eingang waren Aufklärungsschilder zu sehen die
darauf aufmerksam machten dass man keine wildgefangenen Papageienbabys erwerben
soll. In Sachen Aufklärung ist dieser Zoo nicht nur für mittelamerikanische
Verhältnisse absolut vorbildlich. Es wird viel Propaganda gegen Wildfänge und
Wildentnahmen von Papageien gemacht: Poster, Plakate, Malbücher, Videos und
Kinderfilme. Am Rande des Parkplatzes lagen ringsum plattgewalzte Vogelkäfige.
Im Zoo sind immer wieder Aufklärungsschilder über verschiedene Tierarten und
deren Bedrohung zu sehen.
Der Tiergarten beherbergte u.a. Hellrote-, Soldaten- und Gelbbrustaras,
Gelbnacken- und Gelbwangen-, Müller-, Weißstirn- und Venezuelaamazonen,
Schwarzohrpapageien verschiedene Aratingaarten, Wellen- und Nymphensittiche.
Neben den Papageien konnten wir noch Pfaue, Greifvögel, verschiedene Affenarten,
Schildkröten, Krokodile und etliche andere Tierarten sehen.
In einem Bereich des Zoos hörten wir Ara-Rufe hinter einer hohen Wand. Wir
trafen einen Angestellten der uns erklärte dass es dort, wie von uns schon
vermutet, ein Zuchtzentrum befindet. Nachdem unsere Bekannte Inge den
Tierpfleger etwas beredet hatte ging er mit uns hinter die Kulissen und ließ uns
einen Blick auf die Anlage werfen.
Dort lebten 24 Soldatenaras und ungefähr ebenso viele hellrote Aras. In den
Volieren waren überall Brutpaare, wobei uns die Soldatenaras durch Drohgebärden
deutlich zeigten, dass sie nicht gestört werden wollten. Weiterhin gab es zwei
sehr große und hohe Volieren für die Jungvögel. Der Tierpfleger teilte uns mit,
dass die Hellroten Aras hier auch im Alter von 2 Jahren ausgewildert werden. Wir
waren sehr positiv überrascht über das Engagement für die Papageien welches wir
in dieser kurzen Zeit erfahren haben.
Am Spätnachmittag machten wir noch einen Ausflug in die Innenstadt von San Jose.
Als wir auf einem Parkplatz das Auto abgestellt hatten, sahen wir auf einem Baum
neben einer 7-spurigen vielbefahrenen Straße ca. 20 Finschsittiche.
Freudig überrascht die ersten freilebenden Papageien zu sehen, filmten und
fotografierten wir die Vögel und schenkten den Ausführungen unserer
Reisebegleiter über die Sehenswürdigkeiten von San Jose leider wenig Beachtung.

Salvinamazonen in Palmar Norte
Am nächsten Tag brachen wir auf um uns auf den Weg nach Pavones zu machen.
Unsere Route führte uns auf der Panamericana unter anderem über den Paso de la
muerte der auf einer Höhe von 3300 Metern das Gebirge überwindet. Die Fahrt zog
sich sehr lange hin. Unsere ersten freilebenden Amazonen sahen wir beim Tanken
in Palmar Norte. Neben der Tankstelle stand ein Baum direkt an der
vielbefahrenen Panamericana auf dem 6 Salvinamazonen saßen.
Wir
konnten sie relativ nahe beobachten, sie ließen sich weder von uns noch von
vorbeifahrenden LKWs stören. Bei der Weiterfahrt sahen wir eine andere Gruppe
aus 6 Tieren in der Abenddämmerung fliegen. Wir übernachteten in Paso Canoas,
einer Stadt an der Grenze von Panama.
Von Paso Canoas aus ging die Fahrt weiter nach Pavones. Bei einem Stop unterwegs
hörten wir in den Bäumen Tovisittiche (Brotogeris jugularis) schnattern. Entlang
unserer Route sahen wir große Plantagen mit Ölpalmen. Irgendwann hörte dann die
geteerte Straße auf und der Weg ging auf einer Schotterstraße weiter. Die Straße
wurde mit der Zeit immer schlechter. Nach einigen Kilometern ging es dann
bergauf in Richtung zur Farm unserer Gastgeberin. Es regnete und die Straße war
sehr schlammig. Mit Allradantrieb konnten wir mit dem Auto bis zum Haus eines
Nachbarn fahren, ein Einheimischer namens Carlos, welcher bei Inge arbeitet,
dann war der Weg mit dem Auto zu Ende. Die restliche Strecke zur Farm konnte
bei Regen nur zu Fuß oder mit dem Pferd erreicht werden. Also wurde das Gepäck
von Carlos Sohn umgeladen und per Pferd weitertransportiert.
Bei der kurzen Rast
im Haus von Carlos und seiner Familie, bemerkten wir einige Tovisittiche die
über das Gelände flogen und hörten in der Ferne Amazonen rufen. Wir schulterten
unsere Rucksäcke und ging bzw. schlitterten zu Fuß weiter. Unterwegs sahen wir
in der Ferne noch Amazonen fliegen und auf einem kahlen Baum zwei Amazonen
sitzen. Nach ca. 30 Minuten Marsch kamen wir endlich an unserem Ziel an.
Rund um die Farm ist ein wunderschön angelegter Garten, von wo aus man eine
herrliche Aussicht über die mit Urwald bewachsenen Hügel bis zum Meer hat. Vor
dem Haus hatte Inge eine Voliere mit Wellensittichen, Tovisittichen und Wachteln
angelegt. Allerdings da die Farm abseits aller Zivilisation liegt, gibt es kein
warmes Wasser und Strom nur sehr begrenzt durch Solarzellen auf dem Dach.
Am nächsten Tag machten wir eine Tour zusammen mit Carlos. Durch den Garten,
dann über ein Feld und dann das erste Mal in den Regenwald hinein. Dabei sahen
wir einen Swainsontukan (Ramphastos swainsonii)

Swainsontukan
und Totenkopfäffchen.
Es war faszinierend die wunderschöne Natur zu sehen. Auf dem Rückweg unserer
Tour führte und Carlos allerdings einen anderen Weg durch einen Bach wieder
hoch. Die Steine im Bach waren alle sehr glatt und rutschig - wir mussten
ständig aufpassen nicht hinzufallen. Es war sehr anstrengend und teilweise auch
gefährlich. Wir wateten durchs Wasser und der Schweiß lief in Strömen. Unsere
Kleidung war von oben bis unten nass. Als es an einem Wasserfall nicht mehr
weiterging kletterten wir die Böschung wieder hoch und kamen wieder in den
Regenwald.

Tour durch den Bach
Als wir am Spätnachmittag noch mal einen Ausflug machten um nach Papageien zu
suchen begegneten wir statt dessen einer ca. 1,50 langen Schlage die unseren Weg
kreuzte kaum dass wir die Farm verlassen hatten.

Salvinamazone bei der Farm
Am nächsten Morgen konnten wir in den Bäumen hinter dem Haus Amazonen
und sogar einen Schwarzohrpapagei (Pionus menstruus) beobachten. Diesmal war
ein Ausflug mit Inges anderem Arbeiter Macho angesagt. Unterwegs sahen wir
Tovisittiche und Schwarzohrpapageien fliegen. Im Dschungel entdeckten wir eine
Horde Kapuzineraffen. Der Rückweg ging einen steilen Hang abwärts durch den
Regenwald. Wieder bei der Farm angekommen, entdeckten wir hinter dem Haus ein
Pärchen Buntkopfspechte (Melanerpes chrysauchen). In der Ferne konnten wir
Brüllaffen hören. An diesem Tag sollte es um 16.10 Uhr eine Sonnenfinsternis
geben. Also machten wir es uns auf der Farm gemütlich um dieses Ereignis zu
erleben. Langsam wurde es auch dämmrig. Leider verpassten wir den Moment der
Sonnenfinsternis trotzdem, da ein paar Hühner in den inneren Garten kamen. Die
Schäferhunde dachten dies sei ihr vorzeitiges Abendessen, wir mussten durch den
Garten rennen und die Hühner vor den Hunden retten. Bis wir alle voneinander
getrennt hatten war die Sonnenfinsternis vorbei. Nur komisch dass es am nächsten
Tag dann Suppenhuhn gab...

Die Pazifikküste

Brüllaffe mit Jungtier
Tags darauf stand ein Ausflug zum Strand und der Auswilderungsstation im Süden
an. Das Meer und die tropische Vegetation an der Küste waren ein herrlicher
Anblick
und am Himmel konnten wir einen Formationsflug der Pelikane
beobachten. Die Auswilderungsstation liegt auf einem schwer zu erreichendem Berg
und ist für Besucher nicht zugänglich, da die Vögel keinen Menschenkontakt haben
sollen.
Die Betreuerin der Papageien nahm uns aber auf den Weg zur
Auswilderungsvoliere mit und wollte uns unterwegs eine Stelle zeigen an der wir
evtl. freifliegende Aras sehen können. Wieder einmal ging es steil bergauf und
nach wenigen Minuten waren wir nass geschwitzt. Nach ca. 20 Minuten Marsch sagte
sie uns, dass wir an dieser Stelle des Weges bleiben sollen, hier könnten wir
möglicherweise Aras sehen, die noch zu den Futterplätzen zurückkehren.
Zunächst sahen wir allerdings Kapuzineraffen und ganz in der Nähe sogar eine
Horde Brüllaffen.
Dann hörten wir aus einiger Entfernung Ara-Rufe.
Wir gingen den Weg noch etwas höher und als wir durch die Äste spähten
entdeckten wir in einem Baum 2 Hellrote Aras. Diese wunderschönen Tiere endlich
in Freiheit zu sehen war ein erhebender Moment. Kurz darauf sahen wir 4 Aras
über uns hinweg fliegen und danach noch mal eine Vierer-Gruppe.
Weiter oben hörten wir die Aras von der Station und im Wald rief auch noch ein
Ara. Als wir nach diesem suchten konnten wir ihn wegfliegen sehen. Als wir uns
langsam wieder auf den Rückweg machten sahen wir nochmals eine Dreiergruppe Aras
und hörten entfernt Papageienrufe, vermutlich von Schwarzohrpapageien.
Am nächsten Tag machten wir einen Ausritt mit Macho. Morgens um 6.30 Uhr ging es
los. Zunächst war der Weg noch sehr gut und wir ritten gemütlich los. Unterwegs
sahen wir eine Amazone bei ihrem Morgenkonzert. Dann verließen wir den Weg und
ritten auf einem Pfad durch den Regenwald einen Berg hoch. Einige Male mussten
wir absteigen und die Pferde führen weil der Pfad zu steil und zu matschig war.

Reitausflug mit Hindernissen
Der Weg durch den Dschungel war unglaublich, es ging ständig bergauf und bergab,
die Pferde stiegen über hohe Baumwurzeln und fast immer nur Matsch. Der Weg war
sehr schmal, jedoch die Pferde waren sehr geschickt und fanden ihren Weg.
Streckenweise musste Macho den Weg mit der Machete freischlagen und wir mussten
auf herabhängende Äste aufpassen. Einmal ging der Weg an einer Schlucht entlang.
Ein falscher Tritt und wir wären 50 Meter in die Tiefe gestürzt. Trotz allem
genossen wir den Ausritt und manchmal hatten wir einen herrlichen Ausblick über
den Wald und die Hügel, wo die Wolken noch in den Bergen hingen.
Als wir wieder zurück ritten zeigte uns Macho noch zwei Brutbäume von Amazonen,
leider kamen wir einige Wochen zu spät – es waren keine Vögel mehr da. Da es
inzwischen geregnet hatte war der Weg extrem matschig und die Pferde rutschten
sehr. Ein Teil der Strecke war sehr schlimm, es ging fast ständig abwärts und
die Pferde rutschten den buckligen, unebenen Weg hinunter. Ein Stück wichen wir
durch den Regenwald aus. Macho ritt voraus und schlug den Weg frei und wir
mussten zusätzlich auf die Äste und Zweige aufpassen während die Pferde den Berg
hinabschlitterten. Als wir wieder festen Boden unter den Hufen hatten und uns
wieder auf die Umgebung konzentrieren konnten bemerkten wir noch einen Baum in
dem ein großer Schwarm Tovisittiche saß. Trotz aller Strapazen war es ein toller
und unvergesslicher Ausflug.
Die nächsten Tage verbrachten wir auf der Farm und machten nur kleinere Touren
um die Vogelwelt zu beobachten. Wir konnten wieder Amazonen beobachten, sahen
auch Tukane, Geier, verschiedene Greifvögel, eine Scharlachtangare (Piranga
olivacea), sowie einen Rotschnabel-Tropikvogel (Phaethon aethereus) welcher eine
drachenähnliche Silhouette hat.

Ara in Puerto Jimenez

Ara beim Fressen einer Mandel
Unser nächster Ausflug ging auf die Halbinsel Osa. Mit einer „Nussschale“ fuhren
wir beide, Inge und eine Freundin 1 ½ Stunden über das Meer nach Puerto Jimenez.
Schon bei der Ankunft sahen wir einige Aras fliegen. Umso eiliger hatten wir es
dann vom Boot zu kommen. Wir gingen vom Hafen in den Ort zu einer Reihe
Mandelbäume an einem Fußballfeld. Dort sahen wir ca. 25 – 30 Hellrote Aras. Wir
waren von dem Anblick überwältigt diese herrlichen Vögel so nahe und direkt in
der Stadt zu sehen. Ein kurzer Abstecher in ein Internet-Cafe musste natürlich
auch sein wenn wir schon mal in der Zivilisation waren. Später beobachteten wir
noch lange Zeit die Aras. Nachmittags brachten wir unsere Mitreisenden wieder
zurück zum Boot, wir blieben noch zwei Tage in Puerto Jimenez.
Mit einer Gruppe Einheimischer gingen wir in die Mangrovensümpfe und entdeckten
dort eine Gruppe Kaimane und eine Kolonie Wasservögel. Unterwegs sahen wir auch
einige Rosa Löffler (Ajaia ajaja) die in den Ebbetümpeln nach Beute schnäbelten.
Am nächsten Tag konnten wir wieder die Aras bei den Mandelbäumen beobachten,
auch ein großer Leguan war zu entdecken. Es war sehr heiß und wir schwitzten
ständig. Nachmittags gingen wir daher im Meer baden. Der Pazifik war sehr warm,
bei dieser Badenwannentemperatur war keine Erfrischung möglich.
Vom Meer aus
hatten wir einen schönen Blick auf die tropische Küste und konnten einen kleinen
Schwarm Aras fliegen sehen. Die Aras waren eher morgens und tagsüber zu
beobachten, abends waren sie verschwunden. Ab ca. 17 Uhr sammelten sich die
Tovisittiche in ihrem Schlafbaum. Amazonen sahen wir tagsüber fast gar nicht.
Sie waren erst ziemlich spät zu sehen, ab ca. 17.30 Uhr bis es dunkel wurde. Sie
sammelten sich in einem Baum in der Nähe unserer Pension und flogen dann weiter
in Richtung der Mangrovensümpfe. Es waren ca. 50 – 60 Tiere zu sehen, wir waren
beeindruckt so viele Amazonen auf einmal zu sehen.
Am letzten Morgen auf der Halbinsel beobachteten wir morgens wieder die Aras.
Später machten wir noch einen Ausflug in die Mangroven zu den Kaimanen. Dabei
sahen wir auch Schneesichler (Eudocimus albus), Schmuckreiher (Egretta thula)
und Kuhreiher (Bubulcus ibis). Dort hörten wir dann auch Papageienrufe. Wir
gingen in die Richtung aus der die Rufe kamen zur Parrot Bay Lodge und konnten
im Baum Finschsittiche sehen. An einem Baum in der Nähe kletterte auch eine
dünne, grüne, ca. 1 m lange Schlange hoch. Zurück im Ort beobachteten wir wieder
die Aras und neben uns im Baum saß ein kleiner Greifvogel, eine Doppelzahnweih
(Harpagus bidentatus). Mittags wurden wir wieder mit dem Boot abgeholt.
Ansonsten große Freude auf der Farm: Eine Kuh hatte ein Kälbchen geboren,
welches den Namen Stefan bekam.
Der nächste Tag war Tag des Skorpions und Rettung der Wellensittiche: Fast jedes
Mal an diesem Tag als wir ein Handtuch oder ein Geschirrtuch in die Hand nahmen
war ein Skorpion darin. Daraufhin kontrollierten wir sämtliche Textilien noch
gründlicher auf etwaige Fremdbewohner.
In der Voliere hatte ein Pärchen Wellensittiche Junge in einem Bambusrohr.
Carlos entdeckte Maden in der Nisthöhle, also musste es aufgesägt werden. Wir
holten die Kleinen raus, reinigten die Nisthöhle und setzten sie dann wieder in
das provisorisch zusammengebaute Bambusrohr hinein. Die kleinen Sittiche waren
kurz vor dem Ausfliegen und waren sehr niedlich. Die Vogeleltern waren froh als
sie ihre Kinder wieder zurück hatten und flogen kurz darauf wieder in die Höhle
zum füttern.
Abends machten wir noch einen Ausflug zum Bach. Bei einem Wasserfall hatten sich
zwei kleine Seen gebildet. Es war sehr idyllisch nur den Felsen hochzuklettern
war sehr schwierig. Am Bach entdeckten wir dann auch rote Pfeilgiftfrösche
(Dendrobates pumilio).

Roter Pfeilgiftfrosch
Die nächsten Tage verbrachten wir auf der Farm, erholten uns etwas und gingen
immer wieder auf Vogelpirsch. Fast täglich sahen wir Salvin- und Mülleramazonen,
weiterhin konnten wir folgende Vogelarten beobachten: Langschwanzeremit
(Phaethornis superciliosus) und verschiedene andere Kolibriarten, Wegebussard
(Buteo magnirostris), Kappentityras (Tityra inquisitor) bei der Suche nach einer
Nisthöhle, Passerinitangaren (Ramphocelus passerini), Rosttäubchen (Columbina
talpacoti), Grünfischer (Chloroceryle americana).
Langsam mussten wir uns aber wieder auf den Weg zurück nach San Jose machen.
Inge fuhr uns zurück nach Paso Canoas. Dort konnten wir es uns nicht verkneifen
die Grenze illegal zu überqueren um mal kurz in Panama ins Internet-Cafe zu
schauen. Nachmittags setzte dann ein heftiger Regen ein, wir hatten unseren
ersten Vorgeschmack eines tropischen Regens.
Am nächsten Tag fuhren wir mit dem
Bus von Paso Canoas nach San Jose. Die Fahrt dauerte ca. 7 Stunden. Als wir
abends ankamen fuhren wir mit dem Taxi noch zu Margaretha´s Pension. Sie freute
sich uns wieder zu sehen. In der Pension waren noch zwei Volontäre
untergebracht, eine Dänin und eine Deutsche namens Miriam. Sie berichtete uns
dass sie hier auf Sprachreise ist, wobei sie u.a. einen Monat bei gemeinnützigen
Projekten mitarbeitet.
Wie wir erfuhren arbeitet sie nun bei der
Papageienzuchtstation „Amigos de las Aves“. Weiterhin war noch ein junger
Biologe in der Pension der sonst bei der Auswilderungsstation arbeitet. Er
erzählte uns dass es in Costa Rica 3 Auswilderungsstationen gibt. Eine im Norden
und eine im Süden, die dritte Station ist zur Zeit inaktiv. Er arbeitet bei der
südlichen Station welche wir auch besucht hatten. Das Abendessen verlief recht
amüsant, da wir versuchten uns in 3 verschiedenen Sprachen zu verständigen.
Unseren Appetit störte das nicht, Margaretas Essen wir wie immer hervorragend.
Am vorletzten Tag besuchten wir noch eine Schlangenfarm in der wir alle
einheimische Schlangenarten sahen aber auch Schlangen aus aller Welt präsentiert
wurden. Sie hatten die echte, sehr giftige und die ungiftige falsche
Korallenschlange. Letztere durften wir anfassen und auf den Arm nehmen. Wir
sahen auch die Terciopelo (dt. Lanzenotter / Bothrops asper) die in Costa Rica
sehr gefürchtet ist. Ansonsten gehörten noch Krokodile, Kaimane und Leguane zu
den Bewohnern des kleinen Reptilienzoos. Unterhalb der Schlangenfarm entdeckten
wir ein Gehege mit einem Ozelot und hörten immer wieder eine Amazone sprechen.
Leider war dieses Gelände nicht zugänglich.
Der letzte Tag war angebrochen. Wir packten und verabschiedeten uns wehmütig von
Margareta und auch von Costa Rica. Die ganze Reise war ein absoluter Traum für
Liebhaber von Papageien.

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