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Der Psitacus ist ein Vogel, der mit menschlicher Stimme spricht. Er kommt aus Indien,
wo er Sitacus genannt wird. Er ist am ganzen Körper grün. So berichtet Plinius.
Gesner, 1555
- Neben den indischen Sittichen (Psittacula sp.) werden bereits Papageien der
Hispaniolischen Inseln beschrieben, und einige der afrikanischen Arten, auch der Graupapagei.
Desweiteren merkt er an: "Psittacus inter aves ingenio et sagacitate praestat ..."
was in etwa bedeutet: "Der Papagei überragt alle Vögel an Geist und Weisheit."
Beinahe nebebei wird auch die Psittacorum regio - das Papageienland - erwähnt,
das die grösste Vielfalt an Papageien hat. Es handelt sich hierbei um Westaustralien!
... Zu hinderst in Syria werden Papageyen gebohren, Sie werden zu uns auss
den Ländern so gegen Auffgang und Mittag liegen gebracht wie Nicephorus
Callistus sagt. Sie werden auch in Egypten/India und Morenland gefunden/da
sie dann die Kundschafter Neronis zum ersten gesehen haben ...
...Die Insel Gracchana hat viel Papageyen/ daher sie dieselbige Einwohner
mesten / und für einen Schleck zur Speiss gebrauchen. Der Sittich hat der Ganss
Kraft und Wirkung. In der Speiss genützt heilet er allerley Gelbsucht/und
Versehrung bei Lungen/wie Kiranides schreibt ...
Georgius Horstius, 1699
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Papagey, Papag`ay, Papagoy, Psittig, Sittich Ein ausländischer Vogel,
so mehrentheils aus America zu uns gebracht, aber auch in Africa und Indien
gefunden wird. Es ist eine Gattung, wie unsere Spechte, und derselben mancherley Arten
sind an Gröss und den Federn unterschieden. ... Dieses ist an ihnen etwas sonderliches,
dass sie nicht den untern, sondern den obern Theil des Schnabels bewegen. ... In dem
Lande der Schwartzen giebt es blaue Papageyen mit rothen Schwänzen. Sie flügen bei
Hauffen, wie unsere Stare und thun an Feld= und Baumfrüchten grossen Schaden. ...
Die Petersilie ist ihr Gifft. Die Indianer pflegen die Papageyen zu essen. Gegessen,
oder, als wie eine Brühe zugerichtet, dienen sie wider die schwere Noth. Ihr Koth dienet,
wenn er getrocknet, zu einem Pulver gemacht, und eines halben Scrupels bis auf ein
halbes Quentgen eingenommen worden, zur Stärkung der Nerven, und wider das
Zucken und Zühen in den Gliedern. ... Psitacus soll, der Sage nach, von
Psittaces, einer berühmten Stadt, bei dem Flusse Tigris gelegen, herkommen. ...
Zedler's Universal=Lexicon 1740
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Die Papageien sind befiederte Affen.
Dies findet nicht blos der Laie heraus, sondern muss auch der Forscher anerkennen.
Wenn es irgendwie zulässig ist, gewisse Thiere einer Klasse mit denen einer anderen
zu vergleichen, ist die Berechtigung obiger Worte erwiesen. Ich halte einen
derartigen Vergleich für zulässig, will aber keineswegs durch ihn es rechtfertigen,
dass ich gerade die Papageien als die höchststehenden Vögel betrachte.
Sie rechtfertigen solche Stellung durch sich selbst ...
...Man kann im Zweifel sein, ob man den Papageien überhaupt die erste
Stellung unter den Vögeln einräumt, dagegen braucht man sich wohl kaum
bedenken, wenn man die Reihe der Affenvögel selbst mit dem Jako, dem
grauen, oder rothschwänzigen Papagei (Psittacus erithacus),
eröffnet. Ihn darf man gewissermassen als das Urbild seiner ganzen
Sippschaft betrachten, und darin sind wohl auch die meisten Naturforscher
einig, weil sie ihm den uralten Namen Psittacus belassen haben. ...
Brehm, 1866
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Zeitungsanzeige um 1900
Abb. in gross (Extrafenster) |
Papagai (Psittacus), eine in viele Gattungen zerfallende artenreiche Gruppe
der Klettervögel oder Knacker, die durch manche Eigenthümlichkeit sich von allen Verwandten
scharf sondert. ... Sie leben in Monogamie, sind gesellig, eigentliche Waldvögel, nähren
sich fast nur von saftigen Früchten oder unreifen zuckerhaltigen Samen und werden deshalb,
da sie oft in Schwärmen zusammenhalten, wie die kleinen grünen Sperlingspapageien und die
Halsbandpapageien, Maisfeldern und Gärten sehr verderblich. Dabei sind sie listig,
gefrässig und zudringlich, und in der Gefangenschaft gewöhnen sie sich leicht auch an
die ihnen unangemessensten Dinge, wie Fleisch, Thee Kaffee und Wein. ... In der Jugend
gutmüthig und gelehrig, werden sie im Alter störrisch und bösartig. ...
Brockhaus Real-Encyklopädie, 1867
... Wir sollten anmerken, dass viele Leute heutzutage Papageien halten, und dass noch
viel mehr sich wünschen, es zu tun. Aber die wenigsten dieser Leute verstehen, wie
ihre Lieblinge behandelt werden sollen, und sind überrascht und entäuscht, wenn der
arme Vogel schon bald nach dem Erwerb stirbt. Der von diesem unerwarteten Vorgang
betroffene Papageienhalter ist versucht, dem Händler, von dem er den Vogel erworben
hat, dem Freund, oder einem Buch, die ihm gesagt haben, das Tier so und so zu füttern
usw. die Schuld zu geben, nur nicht sich selbst, obwohl er in 99% aller Fälle der
allein Schuldige ist.
W.T Greene, 1887
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... In Gefangenschaft sind Papageien leicht mit einer einfachen Ernährungsweise zu halten,
Die Tatsache, dass die Ernährung einfach ist, bedeutet nicht, dass sie einseitig sein
soll. Einen Vogel an eine gute Ernährungsweise zu gewöhnen, ist sehr wichtig, da Vögel
auch Gewohnheitstiere sind, und sich nicht leicht umstellen lassen, besonders wenn es
sich um schlechte Angewohnheiten handelt. Neue Nahrung wird oft sehr schwer angenommen.
... Ein ziemlich unbekanntes Nahrungsmittel ist Erdnussbutter. Äusserst nahrhaft und reich
natürlichen Ölen, enthält Erdnussbutter Nährwerte, die sonst nirgendwo zu finden sind.
Sie stärkt das Gefieder, hält den Vogel in exzellenter körperlicher Kondition, und ist
überall zu haben. Die Verfasser haben folgende Methode, junge Papageien an Erdnussbutter
zu gewöhnen: Zunächst wird nur wenig auf Brot aufgetragen, später mehr, bis dass der
Papagei nur noch die Erdnussbutter haben will. Erdnussbutter ist unerlässlich für
Papageienbabies und kranke Vögel ...
Bates/Busenbark, 1969
...Viele Arten und Unterarten sind heute hochgradig gefährdet. Zahlreiche negative
Faktoren führen zu Bestandsrückgängen, Populationsschwund und aktuter Bedrohung von
Papageien bis an den Rand des Aussterbens, ja zum Erlöschen von Arten und Unterarten.
Auf dem 2. Internationalen Symposium Meeting der Parrot Specialist Group von ICBP/IUCN
in Curitiba, Brasilien, im Oktober 1988 wurde eine erschreckende Bilanz mitgeteilt.
Allein von den rund 145 Papageienarten zwischen Mexiko und Argentinien sind bereits
45 Arten vom Aussterben bedroht. ...
Robiller, 1991
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