Millionen Papageien in Gefangenschaft und 50 Millionen freilebende Papageien;
Was können wir von jeder Population lernen um eine gesunde Zukunft der Papageien zu sichern
Den folgenden Artikel veröffentlichen wir mit frdl. Genehmigung des World Parrot Trust. (Psittascene, Feb. 2002). Autor ist James Gilardi, die Übersetzung ins Deutsche stammt von Franziska Vogel.

Bei den Ornithologen herrscht ein stetiger, nicht allzu ernster Streit darüber, von welcher Vogelart weltweit am meisten Individuen vorhanden seien? Unterschiedliche Fraktionen haben natürlich ihre unterschiedlichen Theorien - oft wird ein Spatz oder ein Sturmvogel vorgeschlagen - und in Anbetracht der zwangsläufig immer vagen Populationsschätzungen besteht der Streit weiterhin, und ein Ende ist nicht in Sicht. Bald, nach dem ich für den WPT zu arbeiten begonnen hatte, fragte mich Mike Reynolds spontan, wie viele freilebende Papageien meiner Meinung nach auf der Welt lebten. Zweifellos war er über meine verwirrte Reaktion amüsiert, da ich mir über eine solche Frage niemals den Kopf zerbrochen hatte. Natürlich ist es bereits schwierig genug, die Anzahl von Individuen einer einzelnen Art zu erraten, hier handelt es sich aber um 350 Arten! Wir drucksten noch eine Weile darüber herum, wurden uns einig dabrüber, welches die weitverbreitesten Arten waren und einigermassen einig über den Umfang derselben, und kamen dann auf eine, nach wie vor mit Vorsicht zu geniessende, geschätzte Ziffer von 50 Millionen freilebenden Papageien. Die Ziffer war mir als solche bereits bekannt, aber in Bezug auf Käfig-Papageien weltweit (eine Ziffer, die wiederum sehr schwierig zu schätzen ist, wenn auch aus ganz anderen Gründen). Unabhängig von den geschätzten Beständen einzelner Populationen finde ich es interessant, dass anscheinend gleichviel Papageien im Freiland wie in Käfigen leben. Wie lassen sich diese Populationen miteinander vergleichen - teilen sie das gleiche Schicksal, sind sie den gleichen Bedrohungen ausgesetzt, und wichtiger vielleicht: Wie kann von uns sichergestellt werden, dass das, was wir von jeder Population lernen, dazu beiträgt, die andere zu retten?

Fragen wir zunächst danach, wie Kenntnisse über freilebende Vögel jenen von uns helfen können, die mit in Gefangenschaft lebenden Vögeln zu tun haben, sei es in Bezug auf Zucht, Training, Pflege von Heimtieren und deren Rettung. Wie wir alle wissen, sind freilebende Papageien Tiere, die in einem spezifischen Teil der Erde und einem spezifischen Habitat-Typus evolviert sind. Diese Lebensräume schliessen eine erstaunliche Reihe von Umgebungen ein, von den trockensten Wüsten über die Höhen der Anden und des Himalayas, zu allen bedeutenden tropischen Regenwäldern der Welt. Wenn wir den besten Weg der Pflege für jede Papageienart in Gefangenschaft herausfinden wollen, ist es hilfreich zu wissen, woher der Vogel im Freiland kommt, da diese Vögel in den meisten Fällen nicht vor mehr als einer oder zwei Generationen ihrem Freiland-Stadium entnommen worden sind.

Ein erster Schritt ist also die Bestimmung der physischen Umwelt des Vogels: Ist es eine Konure aus dem Hochland von Peru oder ein Mohrenkopfpapagei aus den Savannen Afrikas. Um diese Umwelt zu verstehen, fragen Sie sich selbst, welches die Extreme bei hohen oder niederen Temperaturen sind, wie feucht der Ort zu verschiedenen Zeiten im Jahr ist, wann die freilebenden Vögel im Jahr Regenfälle erleben, wie lang die Nächte und Tage rund um das Jahr sind? Dies sind alles die Grundfaktoren, die die pysische Umwelt für ein Tier ausmachen, und diese können wesentlich für sein Wohlbefinden sein. Natürlich können wir die Habitate dieser Vögel bei uns Zuhause oder in unseren Hinterhöfen nicht exakt nachbilden. Ein klares Wissen um die Freiland-Umwelt des Vogels kann aber zu Erklärungen und Lösungen verhaltens- oder fortpflanzungsbedingter Probleme in der Gefangenschaft beitragen.

Zwei andere Fragen zielen auf die Ökologie der Vögel - ihre soziale und nahrungsbezogene Biologie. Bewegen sich die Vögel im Freiland von Ort zu Ort in grossen Scharen, wie Wellensittiche und Nymphensittiche oder bewegen sie sich in Familienverbänden umher, wie die meisten Aras? Ruhen sie in grossen Ansammlungen, wie Graupapageien und viele Amazonen? Was bedeutet dies für die Art und Weise, wie Sie ihre Vögel bei sich zu Hause unterbringen: In einem Schwarm, als Paar oder alleine? Und obwohl die meisten Papageien monogam sind, scheinen einige ein interessantes Sozialverhalten am Nest zu zeigen, wie die Goldsittiche und Edelpapageien (Eclectus), ein Zuchterfolg erfordert hier also mehr als nur ein adultes Paar. Was bedeutet dies wiederum für die soziale Umgebung Ihrer Vögel, sowohl in der Brutsaison, wie ausserhalb davon?

Ein immer wiederkehrendes Anliegen bei der Pflege von Papageien ist die Verabreichung einer gesunden Kost. Viele der nahrungsbezogenen Herausforderungen innerhalb der Vogelhaltung des 20. Jh. liegen erfreulicherweise hinter uns, aber nachwievor gibt es viel darüber zu lernen, wie Papageien gefüttert werden sollten - besonders wenn wir eine mehrere Jahrzehnte betragende Lebensdauer von ihnen erwarten. Als Student im Abschlussjahr untersuchte ich die Speisepläne der Papageien in Peru hinsichtlich nahrungsspezifischer Aspekte und hoffte, dass meine Forschung der Verbesserung der Kost aller in Gefangenschaft lebenden Vögel zu Gute kommen würde. Die Frage erwies sich komplexer als ich angenommen hatte. Ja, ich habe viel über die Kost freilebender Papageien erfahren und ich kann Ihnen sehr spezifisch mitteilen, was ihr Freilandfutter in Bezug auf Protein, Fett, Natrium und Kalzium etc. enthält, aber entscheidend ist hier der Begriff "Freiland". Wenn Vögel im Freiland fliegen, dann legen sie häufig viele Meilen am Stück zurück und tun dies ohne ersichtliche Anstrengung. Im Gegensatz dazu erinnere ich mich als Kind daran, dass meine aus dem Käfig entkommenen Wellensittiche duch den Raum flogen und nach Luft schnappend am anderen Ende landeten, als ob sie gerade einen Marathon gelaufen seien. Es ist nun mal so, dass sehr wenig Vögel in Gefangenschaft die Möglichkeit haben, die körperliche Spitzenkondition eines freilebenden Vogels beizubehalten. Konsequenterweise macht es also wenig Sinn sie mit der gleichen energie-reichen Kost zu füttern, bei der freilebende Vögel gedeihen. Also ist die futterspezifische Information aus dem Freiland nicht direkt anwendbar.

Die Erkenntnisse aus dem Speisenplan freilebener Papageien kann aber eine hilfreiche Anleitung dafür sein, wie wir unsere Vögel füttern. Viele Vögel fressen z.B. Blumen, Holz, Rinde, Erde und Insekten Larven - nicht unbedingt genau das, was Sie von einem klassischen Früchefresser erwarten würden, jedoch lohnende Kenntnisse, wenn der Verzehr verschiedener Einzelteile Ihres Hauses oder Hofs interpretiert werden soll. Wir erfahren auch viel darüber, was freilebende Papageien ihren Küken füttern, und die unmittelbare Umgebung zur Aufzucht der Küken ist ja durchaus vergleichbar in beiden Fällen.

Wie aber erfahren wir etwas über die freilebenden Gegenstücke unserer Käfigvögel, ohne wieder in die Scule zu gehen, um PapageienbiologInnen zu werden? Die wahrscheinlich schnellste Methode ist die gründliche Lektüre der entsprechenden Kapitel von Forshaws "Parrots of the World" (3. Auflage) und die neueren Texte von Tony Juniper und Mike Parr aus "Parrots: A Guide to the Parrots of the World". Dies sind gute allgemeine Referenzen, die Sie bereits ein gutes Stück näher an Ihr Ziel bringen und auf spezifische Referenzen Ihrer Papageien-Art hinweisen. Und da inszwischen sehr viele von uns Zugang zum Internet haben, versuchen Sie entweder den gebräuchlichen oder lateinischen Namen Ihres Vogel in eine der Suchmaschinen wie Google.com einzutippen. Wenn die Art vor dem Aussterben bedroht ist, sollte auch ein spezifischer Abschnitt des "Parrot Action Plan" dem Status des Vogels in der Wildnis und den für seine Erholung notwendigen Schritten gewidmet sein (als Gratis-Download oder käufliche Hardcopy bei www.Worldparrottrust.org erhältlich). Wenn Sie einen ungewöhnlichen Papagei im Käfig oder in der Voliere haben, müssen Sie vielleicht tiefer graben und vielleicht einen Vogel, der Ihrem nahe verwandt, aber besser erfasst ist, studieren. Diese Empfehlungen sind natürlich nur ein erster Schritt. Das über das Vorkommensgebiet des Vogels erworbene Wissen muss dann hinsichtlich der dortig herrschenden physischen Umwelt erweitert werden, damit Sie die Bedürfnisse Ihres Vogels besser erfassen und Ihre Oprionen abwägen können hinsichtlich einer in Ihrem Zuhause entsprechend auszustattenden Umgebung.

Der letzte und von allen bei weitem aufregendste Schritt ist die Besichtigung der Vögel vor Ort in ihrer heimischen Umgebung. Auch wenn dies nicht immer realisierbar ist, so stellt sich eine Reise zum Erleben der Vögel aus erster Hand doch in den allermeisten Fällen als einmaliges Erlebnis heraus, worauf es sich zu sparen lohnt. Nur schon das Gekreische der Vögel im ganzen Wald, oder der Flug eines Schwarms vom einen Horizont zum anderen verleiht Ihnen ganz zwangsläufig eine neue Perspektive zu Ihrem eigenen Vogel zu Hause. Ein paar Tage in seiner Umwelt zu verbringen, vermittelt ganze Bände an Informationen, wofür Ihr Vogel geschaffen worden ist, und identifiziert auch die Bedrohungen, denen diese Tiere tagtäglich ausgesetzt sind: Bedrohung durch das Wetter, Beutegreifer, Krankheiten und natürlich Menschen.

Warum sollten wir also die wildlebenden Vögel angucken um Hilfreiches für unsere Käfigvögel zuu lernern? Einfach formuliert: unsere "Käfigvögel" sind im Wesentlichen Wildvögel, oft bloss eine oder zwei Generationen vorher der Wildnis entnommen. Mit Ausnahme von Wellensittichen, Nymphensittichen und ein paar weiteren Arten sind Papageien keine domestizierten Tiere im Sinne, dass sie keine Zehn oder Hunderte von Generationen selektiver Zucht für ein kopatibles Zusammenleben mit dem Mensch unterzogen worden sind. Sie sind nicht geformt worden, um zu unserem Lebensstil zu passen, um einfache Kost zu verzehren, um alleine in einem Käfig zu leben, während wir für die meisten Stunden ihres Wachseins unter Tags auf und davon zur Arbeit rennen, ohne Flugbedürfnis, ohnen einen ständigen Partner, ohne ihre Familie und ihren Schwarm zu sein.

Gerne frage ich die Leute: "Wieviele Arten dmoestizierte Hunde gibt es auf der Welt?" Die Antwort lautet natürlich: nur Eine, Pferde: 1, Kühe: 1, Hühner: 1, Papageien: 350!

Diese domestizierten Tiere wurden jahrhundertelang gezüchtet um in einem menschlichen Umfeld zu gedeihen. Bei Papageien ist das nicht der Fall. Trotzdem sind Papageien beachtlich flexible Vögel, und viele Arten sind absolut dazu fähig diese Anpassung gut zu schaffen. Wenn wir aber daran denken, dass diese Vögel Wildtiere sind, die einige grosse Anpassungen unternommen haben, um mit uns zu leben, werden wir viel besser dazu imstande sein, entsprechend zu interpretieren und zu reagieren, wenn wir mit einer beliebigen der zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sind, unsere Vögel gesund und glücklich zu erhalten.

Wie steht es aber um das Schicksal der Wildvögel? Ist dieses Schicksal irgendwie an die Schicksale der weltweit +/- 50 Millionen Käfigvögle angebunden? Meine Antwort dazu wäre ein unmissverständliches JA! Der offensichtlichste Grund dafür ist vielleicht der, dass alle diese Käfigvögel den Leuten, die für sie sorgen, sehr wichtig sind. Daher bilden sie eine sehr grosse und natürliche Gemeinde, die um alle Papageien besorgt ist, wildlebende und Käfigvögel. Mehr als irgendjemand anderer wissen jene, die mit Papageien leben, was für beachtliche Tiere diese Papageien sind, was für Grosstaten an Intelligenz und wieviel Anmut sie tagtäglich bieten. Wenn man dann an freilebende Papageien denkt, gibt es buchstäblich Millionen von Leuten rund um den Globus, die eine direkte Beziehung zu diesen Vögeln haben.

In der Vergangenheit betrachteten Papageienschützer Vogelhalter schlichtweg als letztes Glied im Heimtier-Handel, der viele freilebende Arten bedroht hat. Also war es das Ziel, an einer Reduktion oder Eliminierung dieses Handels zu arbeiten. Natürlich enthält diese Perspektive einiges an Wahrheit, und es gibt vernünftige Schätzungen von über 1 Million wild-gefangener Vögel, die jedes Jahr gekauft und verkauft werden. Wie Sie wissen, gab es eine beachtliche Anstrengung um den Handel hier in den USA zu unterbinden. Der Wild Bird Conservation Act von 1992 wandelte die USA praktisch über Nacht vom grössten Importeur wildgefangener Vögel zum grössten Nicht-Importeur derselben. Erstaunlich ist für mich, dass dieses Gesetz nur kommen konnte, weil eine Koalition von Leuten, einschliesslich Naturschützern, Befürwortern des Tierwohls und Vogel-Begeisterte zusammenarbeiteten um einen Wandel herbeizuführen.

Es gibt dazu aber eine "Nachgeschichte", die nur wenige Leute vernommen haben. Am Ende einer der letzten Anhörungen des Senats zu diesem Gesetz schloss der Vorsitzende des Kommitees die Diskussion mit der Bemerkung, dass es jemanden gäbe, den er unbedingt treffen müsse. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf einen äusserst zahmen Goffins Kakadu (Cacatua goffini) im Raum, der geduldig zugehört hatte. Nun machte sich der Vogel daran von einem Senator zum nächsten zu laufen, machte dann Purzelbäume in ihren Schössen und gewann ihre Herzen in einer Weise, wie eine menschliche Aussage das niemals zustande gebracht hätte! Das Gesetz kam nicht nur durch, es wurde einstimmig in beiden Häusern des Kongresses angenommen!

So bedeutet die simple Tatsache, dass so viele von uns ihr Leben mit Papageien teilen, dass diese Käfigvögel ein kritischer Faktor bei aller Papageienpolitik sind - diese Vögel zu ignorieren, beim Versuch die freilebenden Vögel zu schüten, hiesse das Kind mit dem Bad ausschütten. Es gibt aber mehrere geradezu zwingende Gründe für Leute, die wilde Papageien schützen wollen um Verbindungen mit Käfigtieren und ihren Betreuern aufzubauen - Gründe, die eine wachsende Rolle im Naturschutz spielen.

Dollars vom Tourismus

Natürlich spüren wir, dass es bessere Wege gibt um diese Resourcen der Tier & Pflanzenwelt zu "nutzen", als sie einfach aus der Wildnis "abzuernten" - die lebensfähigste Nutzung ist jene, die ich weiter oben bereits erwähnt habe: Ökotourismus. Wenn nur 5 % der Vogelbesitzer jedes Jahr die wildlebenden tropischen Vögel vor Ort besuchen kommen würden, dann würden buchstäblich Milliarden von US Dollar für den Schutz dieser Vögel im Freiland generiert werden. Wenn Ökotourismus in einer Weise betrieben wird, dass die Leute vor Ort profitieren, schafft es klare und wirksame wirtschaftliche Anreize für diese Leute um ihre eigene Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und zu retten. Es ist bemerkenswert, wieviel Stolz man bei den ortsansässigen Leuten sieht, wenn sie "reiche" Leute von überall auf der Welt kommen sehen, um diese grossen kreischenden Vögel in ihren Hinterhöfen anzuschauen - die Einheimischen beginnen ihre Tier- und Pflanzenwelt in einer ganz neuen Weise zu betrachten und wertzuschätzen.

Natürlich ist das Beobachten der Tier- und Pflanzenwelt und das Verarbeiten der gewonnenen Erkenntnisse unerlässlich für die Biologen, die diese Vögel ebenfalls studieren und bewahren wollen. Leider sind viele wilde Papageien sehr schwierig zu beobachten und folglich schwierig, unter Anwendung ornithologischer Standardmethoden, zu studieren. Bei Papageien verfügen wir aber über die Möglichkeit, inmitten dieser "wilden" Tiere zu leben, aus erster Hand ihre Tages-Rythmen und Rituale zu erleben und in ihre komplexen Sozial-Systeme integriert zu sein. Jenen von uns, die darum gerungen haben, wilde Papageien zu studieren, und sich generell glücklich schätzen, diese Vögel überhaupt einmal gesehen zu haben, bieten die in Käfigen lebenden Individuen einen Einblick in die soziale Welt der Papageien, den wenige Freilandforscher zur Verfügung haben. Eine andere nützliche Beziehung ergibt sich daraus, dass sich die über all die Jahre angesammelte Weisheit um die Hege und Pflege von Papageien zu einem wesentlichen Bestandteil vieler Papageien-Schutzprogramme entwickelt hat. Ob dazu nun ein Vogel-Tierarztes gehört, der die Krankheiten wilder Papageien untersucht, oder ein Ernährungsspezialist, der bei der Erstellung des Speiseplans für temporär inKäfigen untergebrachte Vögel hilft, die für die Freilassung bestimmt sind, oder die Konsultation eines Züchters über Methoden, wie Freiland-Gelege für einen maximalen reproduktiven Output manipuliert werden können - Wissen aus dem Bereich des käfigbewohnenden Papageis ist zu einem vollständigen Bestandteil vieler Papageien-Schutzprojekte geworden. Wie bei jeder Zusammenarbeit mit Vertretern verschiedener Disziplinen, ist es nicht leicht für Leute mit derart unterschiedlichen Erfahrungen in völliger Harmonie zusammenzuarbeiten, und manche dieser Arbeitseinsätze erforderten bei allen Beteiligten eine dicke Haut. Im Grossen und Ganzen gewinnt aber die grundsätzliche Ausrichtung darauf, "was für die Vögel das Beste sei" meistens die Oberhand.

Schlussendlich muss jeder, der bereit ist sein Leben mit einem Tier zu verbringen, dass so farbenprächtig, intelligent, destruktiv, laut, hinterhältig und urkomisch ist, wie ein Papagei, eine gutherzige und grosszügige Person sein. Und diese Grosszügigkeit ist es, die den World Parrot Trust geschaffen und aufrecht erhalten hat, die gemeinnützige Areit und die Schutzarbeit, die wir die letzten 12 Jahre hindurch betrieben haben. Ohne Käfig-Vögel würde es keinen WPT geben. Ganz klar ist es unser Haupt-Job beim WPT, diese starken Beziehungen zwischen den wildlebenden und in Käfigen befindlichen Vögeln klarzustellen und aufzubauen, in der Hoffnung, alle Papageien schützen zu können.

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Übers.: Franziska Vogel
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